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Personalisierte Medizin

Roche setzt auf individuelle Krebstherapien

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Roche will die personalisierte Behandlung in der Krebstherapie weiter voran bringen und investiert 780 Millionen US Dollar in eine Mehrheitsbeteiligung an Foundation Medicine.

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Roche-Mitarbeiterin bei der Gensequenzierung.
Roche-Mitarbeiterin bei der Gensequenzierung.
(Bild: Roche)

Basel – Roche macht einen weiteren Schritt in Richtung personalisierte Medizin und erwirbt für 780 Millionen US Dollar eine Mehrheitsbeteiligung an Foundation Medicine, einem Unternehmen, das sich Genomanalysen von Tumoren spezialisiert hat. Die Partnerschaft umfasse eine breite wissenschaftliche und kommerzielle Zusammenarbeit. Roche werde die Forschung und Entwicklung mit über 150 Millionen US Dollar finanziell unterstützen, teilten beide Unternehmen mit.

Das in Cambridge ansässige Unternehmen hat zwei Analyseverfahren entwickelt, mit deren Hilfe genetische Profile von Krebserkrankungen erstellt werden können, wodurch der Arzt molekulare Informationen über den Tumor erhält und eine individuelle Therapie anpassen kann.

Die Forschungskooperation und die aktuellen und zukünftigen Tests von FMI sollen neue Erkenntnisse für die Entwicklung von Kombinationstherapien liefern, Angriffspunkte für neue Medikamente erschliessen, sowie die genauere Selektion der Patientenpopulationen für klinische Studien und zukünftige Begleitdiagnostika ermöglichen. Das Ziel ist, vor dem Hintergrund eines komplexer werdenden onkologischen Managements die medizinischen Entscheidungen zu verbessern und die Patientenversorgung zu optimieren.

Zusätzlich zur Forschungszusammenarbeit vereinbaren beide Parteien auch eine Vertriebskooperation, um FMIs Position im Bereich der molekularen Information und klinischen Behandlung zu stärken. Roche wird die Rechte für bestehende FMI-Produkte (unter der Marke FMI) sowie in Zukunft gemeinsam entwickelte Produkte ausserhalb der USA erhalten. In den USA wird Roche mit ihrem medizinisch-wissenschaftlichen Team zur Weiterbildung von Pathologen im Themenbereich molekulare Information beitragen.

Der erste Schwerpunkt der neuen Zusammenarbeit soll die Entwicklung genomischer Profiltests für Krebsimmuntherapien und für die kontinuierliche blutbasierte Überwachung sein.

Gemäss der Forschungs- und Entwicklungsvereinbarung verpflichtet sich Roche während mindestens fünf Jahren zu Zahlungen von potentiell über 150 Millionen US Dollar und zur Einbringung ihrer breiten Expertise in der Onkologie. FMI wird geschäftlich weiter unabhängig operieren und seine Erfahrung in der Entwicklung von umfassenden genomischen Profiling-Tests für die Onkologie einbringen.

Roche wird die molekulare Informationsplattform von FMI zur Standardisierung von Tests in klinischen Studien nutzen können. Dies soll die Vergleichbarkeit von klinischen Studienresultaten für Forschungs- und Entwicklungszwecke und letztendlich auch in der klinischen Praxis ermöglichen. FMIs Geschäft mit Pharmakunden wird wie bisher weitergeführt und von den Investitionen und Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Roche profitieren.

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