Suchen

Eine Marke der PROCESS Gruppe

Beta-Lactamase-Hemmer

Roche, Meiji und Fedora kämpfen gegen Antibiotikaresistenz von Bakterien

| Redakteur: Tobias Hüser

Roche, Meiji Seika Pharma und Fedora haben den Abschluss einer Lizenzvereinbarung zur Entwicklung und Vermarktung eines Beta-Lactamase-Hemmers bekannt gegeben. Das Prüfmedikament OP0595 in Phase I der klinischen Entwicklung wirkt gezielt gegen Beta-Lactamase-Enzyme in Kombination mit neuen oder existierenden Beta-Lactam-Antibiotika, um deren Wirksamkeit bei schwer zu behandelnden bakteriellen Infektionen zu steigern.

Firmen zum Thema

Blick auf den Roche-Standort in Penzberg
Blick auf den Roche-Standort in Penzberg
(Bild: Roche )

Basel/Schweiz – Gemäß der Vereinbarung erhält Roche von den beiden Unternehmen die weltweiten Entwicklungs- und Vermarktungsrechte, mit Ausnahme von Japan. Dort wird Meiji das alleinige Vermarktungsrecht behalten. Beta-Lactamase-Hemmer erhalten oder verstärken die Wirkung von Beta-Lactam-Antibiotika. Die Kombination von OP0595 mit einem Beta-Lactam-Antibiotikum hilft bei schweren Infektionen mit Enterobakterien (Enterobacteriaceae), einschliesslich mehrfach resistenter Stämme.

„Es besteht dringender Bedarf an neuen Antibiotika zur Bekämpfung der weltweit zunehmenden Resistenz gegen Antibiotika, die zu beobachten ist“, erklärte Janet Hammond, Leiterin Infektionskrankheiten bei Roche Pharma Research and Early Development (pRED). „Dieser Beta-Lactamase-Hemmer hat das Potenzial für ein breites Wirkspektrum gegen mehrfach resistente Bakterien und könnte eine dringend benötigte Option für Patienten mit schwer zu behandelnden Infektionen sein.“

Sofort- plus Meilensteinzahlung für Meiji und Fedora

Laut der Vereinbarung werden Meiji und Fedora eine Sofortzahlung plus Meilensteinzahlungen bei Erreichen von Entwicklungs-, Zulassungs- und Umsatzzielen erhalten, die sich auf insgesamt bis zu 750 Millionen US-Dollar belaufen können. Zusätzlich stehen Meiji und Fedora gestaffelte Lizenzgebühren für Umsätze mit Produkten zu, die aus dieser Kooperation hervorgehen. Hitoshi Yamaguchi, Managing Executive Officer, Pharmaceutical Development Division von Meiji: „In Anbetracht der umfassenden weltweiten Entwicklungs-, Produktions- und Vertriebskompetenz von Roche freuen wir uns auf eine erfolgreiche klinische Entwicklung, um dieses neuartige Medikament auf den Markt zu bringen.“

„Wir haben durch die Kombination dieses Beta-Lactamase-Hemmers mit bewährten Beta-Lactam-Antibiotika beeindruckende Eliminationsraten bei hochresistenten Bakterienstämmen erreicht“, so Christopher G. Micetich, Gründer und CEO von Fedora Pharmaceuticals. Die Eigenschaften von OP0595 und seine Kombinationsfähigkeit mit neuen oder herkömmlichen Beta-Lactam-Antibiotika würden einen wesentlichen Fortschritt im Kampf gegen die Zunahme von mehrfach resistenten Bakterien versprechen, so Micetich.

Beta-Lactamase-Hemmer und Beta-Lactam-Antibiotika

Das Zeitalter der Antibiotika begann in den 1940er Jahren mit der Entdeckung von Penicillin. Auf die Klasse der Beta-Lactam-Antibiotika, zu der die Penicilline, Cephalosporine, Monobactame und Carbapeneme gehören, entfallen schätzungsweise 65 % der weltweiten Antibiotikaverkäufe. Die Wirksamkeit dieser lebensrettenden Antibiotika ist durch zunehmende Resistenzen von Bakterien bedroht, die über Beta-Lactamase-Enzyme verfügen, mit denen sie die Antibiotika immer häufiger unwirksam machen. Beta-Lactamase-Hemmer werden in Kombination mit Beta-Lactam-Antibiotika verabreicht, um deren Wirksamkeit gegen bakterielle Infektionen, die durch Beta-Lactamase produzierende Erreger verursacht werden, zu erhalten oder zu verstärken.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 43163468)