Großanlagenbau

Risikobereitschaft hilft dem deutschen Großanlagenbau

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Die Zeit ist das größte Projektrisiko

Die pünktliche Einhaltung von Terminen sehen deutsche Großanlagenbauer – heute und in Zukunft – als ihr größtes Risiko im Projektgeschäft. Eng hiermit verbunden sind Ausführungsrisiken und kalkulatorische Risiken, die ebenfalls besonders hoch eingeschätzt werden. Vor dem Hintergrund enger werdender Terminpläne und Kundenerwartungen nach schlüsselfertiger Festpreislieferung überrascht dies nicht. Andere Unwägbarkeiten, etwa technischer Art oder bei der Projektplanung, haben die deutschen Anbieter offenbar ebenso im Griff wie finanzielle Projektrisiken, die sich durch Absicherungen sinnvoll reduzieren lassen.

Auf mittlere Sicht wird erwartet, dass Risiken, die sich aus dem Projektumfeld ergeben (zum Beispiel Länderrisiken), an Bedeutung gewinnen – eine Einschätzung, die sich aus der Globalisierung deutscher Anlagenbauer erklärt. In diesem Prozess rücken oftmals Länder und Kunden in schwierigem politischem und gesellschaftlichem Umfeld in den Blickpunkt, verbunden mit einer Zunahme möglicher Unwägbarkeiten.

Projektrisiko im Griff behalten

„Der deutsche Großanlagenbau betreibt schon heute ein intensives Management seiner Projektrisiken. Für die Risikoidentifikation ist dabei die Sicherstellung maximaler Transparenz das entscheidende Kriterium“, erläutert Artmeyer. Die gängigsten Instrumente hierfür sind die sogenannte Mitlaufende Kalkulation sowie Lieferantenfortschrittsmessung, interne Reviews, Frühwarnsysteme sowie die Nutzung von Kennzahlen.

In der Risikosteuerung genießen alle Fragen rund um die Vertragsgestaltung und Vertragsabwicklung Vorrang. Diese gelten als harte, zumeist unumstößliche Grundprinzipien. „Bei Vertragsschluss ist unsere Flexibilität bei den Preisen deutlich höher als bei der rechtlichen Ausgestaltung – letztere ist ein Bollwerk in unserem Projekt-Risikomanagement“, so bringt es eines der befragten Unternehmen auf den Punkt. Zudem genießen Mitarbeiterentwicklung und -bindung sowie die Sicherstellung höchstmöglicher Prozessexzellenz ebenfalls Priorität auf diesem Feld.

In Zukunft werden die Unternehmen diese Aktivitäten weiter verstärken müssen, um eine maximale Transparenz und Effizienz ihres Risikomanagements sicherzustellen. „Ein leistungsfähiges Projektmanagement gekoppelt mit höchster Technologiekompetenz ist die Voraussetzung für den deutschen Anlagenbau, seine Wettbewerbsfähigkeit auch in Zukunft erhalten und ausbauen zu können“, lautet das Fazit von AGAB-Sprecher Knauthe.

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