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Großanlagenbau Risikobereitschaft hilft dem deutschen Großanlagenbau

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Gegen den immer schärfer werdenden Wettbewerbsdruck im Großanlagenbau hilft deutschen Anbietern eine hohe Kompetenz im Risikomanagement. Das ergab eine gemeinsame Studie der Unternehmensberatung Management Engineers und der VDMA Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau.

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Der Wettbewerbsdruck hat zugenommen und wird weiter steigen (detaillierte Grafiken zur Umfrage finden Sie in der Bildergalerie).
Der Wettbewerbsdruck hat zugenommen und wird weiter steigen (detaillierte Grafiken zur Umfrage finden Sie in der Bildergalerie).
(Bild: Gemeinsame Umfrage ME und VDMA 2012)

Frankfurt - Der Wettbewerbsdruck im Großanlagenbau hat in den vergangenen drei Jahren erheblich zugenommen. Zu dieser Einschätzung kommen die Unternehmensberatung Management Engineer und die VDMA Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau (AGAB). Basis ist eine Umfrage unter 160 Top-Managern des deutschen und europäischen Großanlagenbaus: 92 Prozent der Befragten sagen, der Konkurrenzdruck habe sich seit 2009 spürbar verstärkt – und sogar 97 Prozent sehen eine nochmalige Verschärfung in den kommenden fünf Jahren.

Vor allem Anbieter aus Ostasien heizen den Kampf um Marktanteile an. Die chinesischen Großanlagenbauer sind die derzeit stärksten Herausforderer auf dem Weltmarkt und werden es auch in näherer Zukunft sein. Zuletzt besonders in den Wettbewerbsfokus gerückt sind allerdings die südkoreanischen Anlagenbauer: Verspürten bei der Referenzumfrage 2011 erst gut die Hälfte der Teilnehmer zunehmenden Wettbewerbsdruck von dieser Seite, sind es heute bereits 83 Prozent. Den Unternehmen aus Südkorea gelang dies sowohl durch den Ausbau ihres Produktportfolios als auch durch eine regionale Expansion.

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Zahl der weltweiten Projekte geht deutlich zurück

Das veränderte Wettbewerbsumfeld zeigt Wirkung auf wesentliche Kennzahlen des deutschen Großanlagenbaus. Während die Hitrate – also das Verhältnis von erhaltenen Aufträgen zu abgegebenen Angeboten – von 33 Prozent im Jahr 2009 auf erwartete 27 Prozent im Jahr 2017 sinken wird, nehmen die durchschnittlichen Angebotskosten – gemessen als Anteil am Auftragswert – im gleichen Zeitraum um ein Drittel zu. Hierfür verantwortlich ist nicht nur die wachsende internationale Konkurrenz, sondern auch der Umstand, dass die Zahl der Projekte heute weltweit rund ein Viertel niedriger ist als noch in den Boomjahren 2007 und 2008.

„Der deutsche Großanlagenbau muss auf diese Herausforderung umfassend reagieren. Maßnahmen, die an den klassischen Projektelementen Preis, Qualität und Zeit ansetzen, gehören ebenso dazu wie Anstrengungen zur Verbesserung der Managementkompetenzen“, so die Einschätzung von Helmut Knauthe, Sprecher der AGAB und Mitglied der Geschäftsführung der ThyssenKrupp Uhde. „Mit einem erwarteten Ergebnispotenzial von bis zu 20 Prozent bezogen auf die Projektdeckungsbeiträge kommt dem Projekt-Risikomanagement als Instrument zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit besondere Bedeutung zu.“

Marc Artmeyer, Anlagenbauexperte bei Management Engineer, identifiziert darüber hinaus weitere Erfolgsfaktoren speziell für deutsche Unternehmen: „Unsere Umfrage zeigt, dass sich solche Anbieter, die über besondere Kompetenzen als Technologiegeber und im Detail Engineering verfügen, einem vergleichsweise geringeren Wettbewerbsdruck ausgesetzt sehen. Auch bewältigen sie zeitliche Risiken im Projektgeschäft deutlich besser als die Konkurrenz. Gleichwohl müssen auch sie künftig ein noch stärkeres Augenmerk auf ihr Projekt-Risikomanagement legen.“

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