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M&A-Ausblick 2016

Rekordjahr bei den Fusionen in der Chemie- und Pharmabranche

| Redakteur: Matthias Back

Durch den geplanten Tausch des eigenen Selbstmedikationsgeschäfts plus zusätzlich 4,7 Milliarden Euro gegen Sanofis Tiergesundheitssparte Merial steigt Boehringer zum zweitgrößten Player in diesem Segment auf. Vir Lakshman: "Die neuen richtungsweisenden und innovativen Transaktionsmodelle brechen mit altbewährten Mustern, treiben entscheidend die industrielle Transformation und werden zum Katalysator von weiteren grundlegenden Veränderungen in der Branche."

M&A-Aktivitäten im Wert von 74 Milliarden US-Dollar waren im vergangenen Jahr in der globalen Chemieindustrie zu verzeichnen. Dabei belief sich der Gesamtwert der zehn größten Transaktionen bereits auf 51 Milliarden US-Dollar, mehr als eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr. Der Gesamtwert der zehn größten, bisher nur angekündigten Transaktionen in 2015 vervierfachte sich sogar im Vergleich zum vorherigen Jahr auf 149 Milliarden US-Dollar.

Mega-Deal zwischen Dupont und Dow Chemical

Ein ausschlaggebender Grund hierfür ist ein weiterer Mega-Deal. Denn auch im Chemiesektor kommt es zu deutlichen Veränderungen unter den Marktführern: Dow Chemical strebt den Zusammenschluss mit Dupont für 62,1 Milliarden US-Dollar an. Die beiden Global Player ordnen ihre Produkt-Portfolios strategisch neu, indem sie sich zunächst zusammenschließen und dann in drei hochspezialisierte Gesellschaften für die Bereiche Agrarchemie, Hochleistungsmaterialen und Spezialitätenchemikalien aufspalten.

Diese Mega-Fusion könnte auch zu einem Paradigmenwechsel im Agrarchemiegeschäft führen. Im Laufe des Jahres 2015 hatte der Schweizer Konzern Syngenta bereits großes Interesse auf sich gezogen. Nachdem der Saatgut-Weltmarktführer Monsanto (USA) mit seinem 46 Milliarden US-Dollar-Übernahmeangebot auf Ablehnung gestoßen war, ließ das Schweizer Unternehmen Syngenta auch das 42 Milliarden US-Dollar-Angebot des staatlichen chinesischen Chemiegiganten ChemChina ins Leere laufen. Allerdings ist hier das letzte Wort sicher noch nicht gesprochen.

Neue Nummer Eins der Chemie: Dow-DuPont-Mega-Merger unter der Lupe

Dow-DuPont-Merger

Neue Nummer Eins der Chemie: Dow-DuPont-Mega-Merger unter der Lupe

15.12.15 - Dow und DuPont machen ernst mit ihrer Fusion: Nach der Zustimmung des Dow-Aufsichtsrat am heutigen Dienstag steht dem 130-Milliarden-Mega-Merger nichts mehr im Wege. Damit entsteht aus dem Stand der weltgrößte Chemiekonzern, der selbst den bisherigen Platzhirsch BASF vom Thron stößt – doch nicht für lange… lesen

Generell geht der M&A-Trend im Chemiesektor allerdings weg von den Basischemikalien, hin zur Spezialchemie. Vir Lakshman: "Es zeigt sich, dass sich Deals in immer höheren Wertschöpfungsstufen wiederfinden, also in den späteren Schritten der chemischen Verarbeitung bis hin zur Anwendung." Diese margenstarken Geschäftsfelder sind nicht nur bei strategischen Investoren beliebt, sondern ziehen auch Finanzinvestoren an, die sich lukrative Renditechancen erhoffen.

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