IT-Business Rechte und Pflichten bei Open-Source-Lizenzen beachten

Autor / Redakteur: Claudia Otto / Matthias Back

Im Zuge der NSA-Affäre interessieren sich immer mehr Unternehmen für Open-Source-Software. Doch bevor man sich für eine Lösung entscheidet, sollte man wissen, was es im Umgang mit Open-Source-Lizenzen zu beachten gilt. Denn so ersparen sich Unternehmen unangenehme Überraschungen.

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Open Source ist nicht gleich gratis: Es geht nicht darum, kostenlose Software zu nutzen, sondern offene.
Open Source ist nicht gleich gratis: Es geht nicht darum, kostenlose Software zu nutzen, sondern offene.
(Bild: Maksim Kabakou - Fotolia.com)

Bei Open-Source-Software liegt der Quellcode komplett offen vor und kann von jedermann gelesen und geprüft werden. Geheime Hintertüren, durch die Daten ungewollt ausgelesen und versendet werden, sind damit erschwert. Als Folge der Snowden-Enthüllungen spielen deshalb immer mehr Unternehmen mit dem Gedanken, Open-Source-Lösungen beispielsweise für die Kommunikation einzusetzen.

Dabei sehen sie sich aber einer schwer überschaubaren Anzahl von Lizenzen gegenüber, die sich hinsichtlich Rechten und Pflichten teilweise erheblich unterscheiden. Der Open-Source-Spezialist Metaways aus Hamburg erläutert, worauf es bei Open-Source-Lizenzen ankommt.

1. Open Source ist nicht gleich gratis

Fast alle Open-Source-Lizenzen sind auch für den Einsatz im kommerziellen Bereich kostenfrei. So erlaubt beispielsweise die weit verbreitete GNU General Public Licence (GPL), die Software uneingeschränkt zu nutzen. Dennoch geht es bei Open Source nicht darum, kostenlose Software zu nutzen, sondern offene.

Das Geschäftsmodell ist ein anderes als bei proprietärer Software. Der Vorteil für Anwenderunternehmen: Da sie in aller Regel nicht für die Lizenzen bezahlen müssen, können sie besser in Services wie Beratung, Implementierung, Integration, Optimierung, Wartung oder Support investieren.

2. Vorsicht bei Wiederveröffentlichungspflicht

Bei vielen Open-Source-Lizenzen, etwa der GPL, geht das Recht der beliebigen Veränderung mit der Pflicht einher, diese Veränderungen wieder zu veröffentlichen und auch anderen Nutzern zur Verfügung zu stellen. Passt ein Unternehmen eine Software mit einer solchen Lizenz an seine individuellen Geschäftsprozesse an, riskiert es, dass Mitbewerber Einblick in das eigene Geschäftsmodell erhalten oder die modifizierte Software selbst nutzen.

3. auf Urheberrecht achten

Unternehmen sollten darauf achten, dass der Anbieter der Open-Source-Software das Urheberrecht dafür innehat. Das ermöglicht es ihm, die Lösung gleichzeitig unter beliebig vielen verschiedenen Lizenzen zu veröffentlichen. Eine Lösung, die bereits unter GPL veröffentlicht ist, kann so zusätzlich mit einer geeigneten Lizenz angeboten werden.

Diese kann den Anwender dann etwa von der Pflicht befreien, vorgenommene Modifikationen an der Software zu veröffentlichen. Angesichts der Vielzahl an Anbietern sollten Anwender generell darauf achten, einen vertrauenswürdigen Partner zu wählen. Er muss Rechtssicherheit gewährleisten können, so dass keine Forderungen von Seiten Dritter drohen.

Laut Cornelius Weiss, Team Leader Software Engineering bei Metaways, vertrauen immer mehr Unternehmen auf Open Source. Sie sollten sich aber vorab genau über ihre Rechte und Pflichten informieren. Auf Experimente sollten man sich jedenfalls nicht einlassen, denn das könne viel Ärger verursachen und sehr teuer werden. Weiss rät, sich einen erfahrenen Partner zu suchen, der Rechtssicherheit bieten kann.

Der Beitrag wurde zuerst auf unserem Schwesterportal MM Maschinenmarkt veröffentlicht.

* Weitere Informationen: Metaways Infosystems GmbH, 20457 Hamburg, Melanie Stelljes, Tel. (0 40) 31 70 31-0, m.stelljes@metaways.de

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