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REACH Glossar

26.05.2008 | Redakteur: Olaf Spörkel

In diesem Glossar sind Erläuterungen und Definitionen von wichtigen Fachbegriffen und Kurzbezeichnungen aus dem Bereich der REACH-EU-Chemikalienverordnung in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

CMR-Stoff: kanzerogene, mutagene oder reproduktionstoxische Substanz

  • Kategorie 1: Beim Menschen nachgewiesen
  • Kategorie 2: Bei Tieren nachgewiesen, beim Menschen vermutet

DU (Downstream User): Nach REACH, Art. 3, Nr. 13 „natürliche oder juristische Person mit Sitz in der Gemeinschaft, die im Rahmen ihrer industriellen oder gewerblichen Tätigkeit einen Stoff als solchen oder in einer Zubereitung verwendet, mit Ausnahme des Herstellers oder Importeurs. Händler oder Verbraucher sind keine nachgeschalteten Anwender. Ein [...] Reimporteur gilt als nachgeschalteter Anwender“

ECHA: Die europäische Agentur für chemische Stoffe mit Sitz in Helsinki. Die Agentur ist die zentrale Meldestelle für die REACH-Verordnung. Bei ihr müssen die Vorregistrierungen elektronisch eingereicht werden.

Hersteller: Natürliche oder juristische Person, die einen Stoff in der EU produziert

Identifizierte Verwendung: Verwendung eines Stoffes als solcher oder in einer Zubereitung oder Verwendung einer Zubereitung, die ein Akteur der Lieferkette, sei es auch nur zur eigenen Verwendung, beabsichtigt oder die ihm schriftlich von einem unmittelbar nachgeschalteten Anwender mitgeteilt wird

Importeur: Natürliche oder juristische Person mit Sitz in der EU (siehe Hersteller), die für die Einfuhr verantwortlich ist

IUCLID (International Uniform ChemicaL Information Database): Software-Anwendung, die vor allem Unternehmen der Chemieindustrie und Regierungsbehörden zur Verfügung steht, um die Daten der chemischen Stoffe zu erfassen, zu speichern, zu pflegen und auszutauschen. IUCLID wird vom Europäischen Chemikalienbüro (ECB) innerhalb des Instituts für Gesundheit und Konsumentenschutz der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission entwickelt und gewartet. IUCLID ist kostenlos,

M/I: Manufacturer/Importer; Hersteller/Importeur; Produzent/Importeur

N, R50-53: Als sehr giftig für Wasserorganismen erkannt, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben

Nicht-Phase-in-Stoffe: Neue Stoffe, die nach Inkrafttreten der REACH-Verordnung entweder in der EU hergestellt oder in diese importiert werden

PBT: Persistent, bioakkumulierend und toxisch (schwer abbaubar, reichern sich in Lebewesen an, wodurch in Geweben giftige Konzentrationen erreicht werden können)

Phase-in-Stoffe: zu den Phase-in-Stoffen gehören

  • EINECS-Stoffe
  • Stoffe, die in der EU hergestellt, aber nicht in den 15 Jahren vor Inkrafttreten der REACH-Verordnung in Verkehr gebracht wurden (z.B. Stoffe, die der Forschung und Entwicklung dienen)
  • No-longer-Polymere, die vor Inkrafttreten von REACH in der EU in Verkehr gebracht wurden

REACH (Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals): Verlangt vom jeweiligen Inverkehrbringer (Hersteller, Importeur), dass er für die Sicherheit seiner Chemikalien selbst verantwortlich ist, dass er die zur Bewertung dessen notwendigen Daten auch selbst beschafft (Beweislastumkehr) und auf dieser Grundlage Vorgaben zum sicheren Umgang mit den Stoffen entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Lieferkette) macht (Risiko-Management).

REACH-Net: Beratungsservice, an dem sich der Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI), die Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie (IG BCE), die Industrie- und Handelskammer zu Köln, weitere namhafte Industrieverbände und -unternehmen, viele REACH-Berater sowie Landes- und Bundesbehörden beteiligen, um insbesondere KMU praxisgerecht bei der Umsetzung der REACH-Verordnung zu unterstützen.

Read-across-Verfahren: Ein strukturell ähnlich gebauter Stoff wird zur Vorhersage der physikalisch-chemischen, toxikologischen und ökotoxikologischen Eigenschaften des fraglichen Stoffes herangezogen.

Sicherheitsdatenblätter (SDB): Sicherheitshinweise für den Umgang mit gefährlichen Substanzen. In Europa und vielen anderen Ländern müssen die Datenblätter vom Inverkehrbringer, Einführer und Hersteller von Gefahrstoffen und von Zubereitungen, die diese Gefahrstoffe über bestimmte Mengengrenzen hinaus enthalten, zur Verfügung gestellt werden.

Stoff: Chemisches Element und seine Verbindungen in natürlicher Form oder gewonnen durch ein Herstellungsverfahren, einschließlich der zur Wahrung seiner Stabilität notwendigen Zusatzstoffe und der durch das angewandte Verfahren bedingten Verunreinigungen, aber mit Ausnahme von Lösungsmitteln, die von dem Stoff ohne Beeinträchtigung seiner Stabilität und ohne Änderung seiner Zusammensetzung abgetrennt werden können

Stoffsicherheitsbericht: Dokumentiert die Stoffsicherheitsbeurteilung. Stuft der Registrant den Stoff als gefährlich oder als einen PBT- oder vPvB-Stoff ein, hat der Stoffsicherheitsbericht Expositionsszenarien, Expositionsbeurteilungen, Expositionsabschätzungen sowie Risikobeschreibungen zu enthalten. Diese müssen die identifizierten Verwendungen des Registranten sowie alle ihm von seinen nachgeschalteten Anwendern schriftlich mitgeteilten Verwendungen abdecken. Ausgenommen hiervon sind nur solche Verwendungen, für die der Registrant die Lieferung des Stoffes an seine nachgeschalteten Anwender, zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt, ablehnt. Der Registrant hat im Falle eines gefährlichen oder eines PBT-/vPvB-Stoffes geeignete Maßnahmen zur angemessenen Beherrschung der Risiken zu ergreifen und empfiehlt diese seinen nachgeschalteten Anwendern über die von ihm gelieferten Sicherheitsdatenblätter

Übergangsfristen der Stoffe: Registrierfristen für präregistrierte Phase-in-Stoffe

  • 1.12. 2010 (CMR Kat. 1 o. 2 oder N, R50/53 * und >/= 100 t/a oder >/= 1000 t/a)
  • 1.6. 1013 (>/= 100 t/a)
  • 1.6. 2018 (>/= 1 t/a)

Vorregistrierfrist: gilt vom 1. Juni 2008 bis 30. November 2008; Phase-in-Stoffe, die nicht innerhalb dieser Zeit vom Hersteller/Importeur vorregistriert werden, können nicht von Übergangsfristen profitieren. Sie müssen stattdessen sofort registriert werden.

Vorregistrierung: Nennung von Stoffname, Name des potenziellen Registranten einschließlich der Kontaktperson, vorraussichtliche Registrierfrist und Tonnageband, Verweis auf ähnliche Stoffe (relevant für read across (s.u.) und zur Bildung von Kategorien)

vPvB: Äußerst persistent und sehr bioakkumulierend

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