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Wasseraufbereitung Qualität der Automatisierungstechnik bestimmt die Anlagenleistung

| Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Der Anteil der Automatisierungstechnik in Kläranlagen oder Wasserwerken ist gemessen an den Investitionskosten relativ gering, trägt jedoch maßgeblich zur ihrer Wirtschaftlichkeit bei. Verschiedene Beispiele zeigen, wo die Einsparpotenziale sitzen.

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„Die Instrumentierung erlaubt die Verbesserung der Energieeffizienz unter Anpassung der Regelstrategien“, Uwe Pohl, ABB
„Die Instrumentierung erlaubt die Verbesserung der Energieeffizienz unter Anpassung der Regelstrategien“, Uwe Pohl, ABB
(Bild: ABB )

Zugegeben, auf den ersten Blick klingt ein Anteil von 1-2% für elektrotechnische Komponenten an den Gesamtinvestitionen für den Neubau einer Kläranlage oder eines Wasserwerkes nicht sonderlich hoch. Zwar liegt bei Neubauvorhaben der Anteil der Elektrotechnik bei ca. 8-10%.

„Diese Summe umfasst jedoch sowohl die verbauten Komponenten als auch die notwendigen Dienstleistungen, wie Projektierung, Installation und Inbetriebsetzung. Neben der Automatisierungstechnik beinhaltet diese auch die Energietechnik“, erklärt Dr. Andreas Pirsing, zuständig für das Portfolio-Management für die Branche Wasser&Abwasser bei Siemens und Obmann des VDMA-Arbeitskreises Prozessautomatisierung von Wasseraufbereitungs- und Abwasserbehandlungsanlagen. „Trotz des relativ geringen Wertanteils entscheidet die Qualität der Automatisierung im Anlagenbetrieb ganz maßgeblich über die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit einer Kläranlage oder eines Wasserwerkes.

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Folgerichtig wachsen die Forderungen der Anwender. „Diese wünschen sich hochentwickelte, zuverlässige Technik. Weiter sind hohe Effizienz, niedrige Unterhaltungskosten und gute Performance gefragt“, nennt Michael Rumpf, Branchenmanager Wasser/Abwasser von Krohne entscheidende Schlagworte.

Positive Aussichten

Generell konzentrieren sich die Investitionen im öffentlichen Bereich auf die Erneuerung und Nachrüstung maschinentechnischer Komponenten auf Kläranlagen und Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung. Die Aufträge aus der Industrie resultieren ebenfalls weniger aus dem Bau neuer Produktionsstätten, sondern im Wesentlichen aus Investitionen in moderne Technologien zur Optimierung der Prozesswasserströme.

Anlagen der Wasserwirtschaft sind durch ihre lange Lebensdauer von zum Teil 40-60 Jahren gekennzeichnet. „Um bestehende Anlagen dennoch an veränderte Betriebsbedingungen anpassen zu können, bleibt nur der Einsatz von intelligenten Automatisierungslösungen“, so das Fazit von Pirsing.

Aus diesem Grund wird die Automatisierung in der Regel in Abständen von ca. 10-12 Jahren modernisiert. Auf diese Weise gelingt es den Betreibern häufig, mit verhältnismäßig geringen Investitionen die Anlage auf einem aktuellen Leistungsstand zu halten.

Auch bei Vega sieht man verstärkt Anforderungen an eine hohe Zuverlässigkeit der Geräte. „Um Kosten im laufenden Betrieb zu reduzieren, müssen die Sensoren zuverlässig und wartungsfrei arbeiten“, so Jürgen Skowaisa, Produktmanager für Ultraschall- und Radarmesstechnik bei Vega, der im Bereich der Füllstandmessung klare Vorteile für die Radartechnik sieht. „Vielen Anwendern ist beispielsweise nicht bewusst, dass durch Witterungseinflüsse die Messergebnisse der Ultraschalltechnik verfälscht sein können.“

Dabei sieht Skowaisa vor allem bei der Modernisierung von Kläranlagen Chancen: „Bei Neuanlagen geht es oft nur um die preisgünstigste Messtechnik, die gerade so funktioniert. Viele Anwender haben aber mit dieser Technik schlechte Erfahrungen gemacht.“ Daher sind bei Nachrüstungen eine gute Beratung und eine zuverlässige Messtechnik gefragt, die langfristig die Wirtschaftlichkeit erhöht.

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