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Prozesswasseraufbereitung

Pumpspeicherkraftwerk mit eigenem Kieswerk setzt Maßstäbe in Sachen Energiegewinnung

| Autor/ Redakteur: Klaus Bucher* / Dr. Jörg Kempf

Lesen Sie, wie ein Großprojekt in Vorarlberg Energiegewinnung, Ingenieurkunst sowie Umweltverträglichkeit überzeugend vereint. Insbesondere die Prozesswasseraufbereitung muss dabei hohen Anforderungen genügen.

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Vor beeindruckender Hochgebirgskulisse: Bau des Pumpspeicherkraftwerks Obervermuntwerk II der Vorarlberger Illwerke in Vorarlberg/Österreich mit eigenem Kieswerk (Transbeton, Bludenz) und Leiblein-Wasseraufbereitung
Vor beeindruckender Hochgebirgskulisse: Bau des Pumpspeicherkraftwerks Obervermuntwerk II der Vorarlberger Illwerke in Vorarlberg/Österreich mit eigenem Kieswerk (Transbeton, Bludenz) und Leiblein-Wasseraufbereitung
(Bild: Leiblein)

Das österreichische Bundesland Vorarlberg bietet derzeit im atemberaubenden Flair des Hochgebirges rund um den Vermuntsee in ca. 1750 Metern Meereshöhe nicht nur unverfälschte Natur, sondern auch monumentale Technik vom Feinsten. Entsteht hier doch mit dem Pumpspeicherkraftwerk Obervermuntwerk II das zweitgrößte Kraftwerk des Energieversorgers Vorarlberger Illwerke. Die Leistung der unterirdischen Kraftwerksanlage im Montafon zwischen den Stauseen Silvretta und Vermunt – ausgelegt als Schwesterkraftwerk zum bestehenden Obervermuntwerk – ist mit 360 MW im Turbinen- und Pumpbetrieb definiert.

Mit fünf Baubereichen wird gleichzeitig die Fertigstellung vorangetrieben. Hierbei ist das Areal am luftseitigen Fuß der Staumauer Vermunt, die man auf der Silvretta-Hochalpenstraße vom Montafon in Richtung Paznaun bei Kehre 24 erreicht, das Gebiet mit der größten temporären Baufläche. Diese ist von weitem bereits gekennzeichnet durch hochaufragende Silos der Mischanlage und einem der wohl modernsten Kieswerke in dieser Region.

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In einer Errichtungszeit von nur einem halben Jahr (sonst plant man hierfür mindestens ein Jahr) konnte so der Anlagenbetreiber, die Vorarlberger Transbeton aus dem nahegelegenen Bludenz, die Voraussetzungen für eine gesicherte, umweltverträgliche und winterfeste Betonherstellung realisieren. War doch die Aufbereitung der Zuschlagsstoffe für den Beton aus vor Ort anfallendem Ausbruchsmaterial eine wesentliche Umweltauflage. So können ca. 115.000 Kubikmeter Kavernenausbruch sowie teilweise Gestein aus 8000 Metern Stollen, 500 Meter Schächten, insgesamt ca. 250.000 m³, genutzt werden, ohne dass die CO2–Belastung durch tausende Lkw-Transporte vom Tal her noch eine Rolle spielt.

Gleichzeitig ist der Winterbetrieb gesichert, wenn die Silvretta Hochalpenstraße gesperrt ist und sich die Versorgung in dieser Zeit über die Materialseilbahn von Partenen nach Vermunt auf andere Güter konzentrieren kann. Die Personenbeförderung erfolgt in dieser Jahreszeit über die bestehende Seilschwebebahn zur Bergstation Trominier und in weiterer Folge mit Tunneltaxis zur Baustelle in Vermunt.

Das aufgrund der beengten Platzverhältnisse im Hochgebirge auf ca. 1.750 Metern Meereshöhe sehr kompakt gebaute Kieswerk vereint eine Materialaufbereitungsanlage sowie zwei Betonmischanlagen. Während der für das Kieswerk klassifizierte Gesteinsausbruch über mehrere Brech- und Siebstufen aufbereitet und gewaschen, dann nach Korngrößen sortiert in ein Zwischenlager gelangt, nehmen die Mischanlagen mit den Zuschlagsstoffen die Betonherstellung für Beton höchster Güteklasse wahr. Eine kongeniale, umweltverträgliche Ergänzung erfolgt durch die integrierte Wasseraufbereitungsanlage. Mit diesem Anlagenmodul vom Filterspezialisten Leiblein aus dem baden-württembergischen Hardheim errichtet, wird das anfallende Prozesswasser für das Waschen des Gesteins gereinigt und wiederverwendet.

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