Pumpenplatz auf der Hannover Messe 2014 Pumpen-Parade in Hannover – PROCESS präsentiert ausgewählte Highlights

Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Von Kreiselpumpen in all ihren Spielarten bis zur Drehkolben- und Exzenterschneckenpumpe, vom Kugelhahn bis zum Pulsationsdämpfer: In Halle 15 auf Stand G43 der Hannover Messe findet der Pumpenbetreiber branchenübergreifend (fast) alles, was sein Herz begehrt. 29 Aussteller kann er hier in einem Rutsch besuchen und sich informieren. Zur besseren Orientierung stellen wir vorab ausgewählte Highlights vor.

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(Bild: STEFAN MESITSCHEK)

Es ist nichts Besonderes: Messen sind ein gern genutzter Ort, um Premieren zu feiern, nicht anders in der Woche vom 7. bis 11. April in Hannover. Das Besondere in Halle 15, Stand G45: Hier findet der Pumpen-Interessierte „seine“ Produktneuheiten bequem und geballt auf 800 Quadratmetern. Der Pumpenplatz hat sich als Kompetenzzentrum für Pumpen, Pumpensysteme und Komponenten auf der Hannover Messe etabliert. Ein ausgiebiger Rundgang über den Stand – und man zieht mit einer Fülle von neuen Erkenntnissen wieder von dannen. Wir haben im Vorfeld bei dem einen und anderen Aussteller in die Messekisten geguckt und verraten Ihnen bereits vorab einige Produkt-Highlights (siehe auch Bildergalerie).

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Bürstenloser Akku-Motor als Pumpenantrieb

Mit dem FBM-B 3100 präsentiert Flux-Geräte nach eigenen Angaben den weltweit ersten bürstenlosen Akku-Motor für Pumpen. Konzipiert wurde er für die kleine, dichtungslose Fasspumpe Combiflux. Das Duo überzeuge durch eine für diesen Pumpentyp ausgesprochen hohe Förderleistung und sorge für größtmögliche Flexibilität in der Anwendung, vespricht der Hersteller. Abhängig von der jeweiligen Pumpenausführung, lassen sich über die stufenlos regulierbare Drehzahl Förderströme von 12 bis 60 l/min erzielen. So kann z. B. bei höchster Drehzahl ein 200-Liter-Fass in nur drei Minuten entleert werden. Bei niedrigster Drehzahl lassen sich sogar 10 x 200-Liter-Fässer entleeren – und das mit nur einer Akku-Ladung. Ist der Lithium-Ionen Wechselakku leer, lässt er sich schnell und einfach austauschen und innerhalb von nur 30 Minuten wieder aufladen.

Die Pumpe Combiflux eignet sich besonders zum Abfüllen kleinerer Mengen z.B. auch aus schwer zugänglichen und enghalsigen Gebinden. Sie ist in drei Materialien erhältlich (Polypropylen, Polyvinylidenfluorid und Edelstahl). Durch das Baukastenprinzip lassen sich bereits mit dem Kollektormotor FEM 3070 nacheinander verschiedene Combiflux-Pumpen in unterschiedlichen Behältern betreiben.

Der neue Akku-Motor bringt nun noch mehr Mobilität und eröffnet neue Einsatzmöglichkeiten. Denn aufgrund der Netzunabhängigkeit eignet er sich insbesondere auch für Einsätze, bei denen eine Kabelverlegung problematisch oder unerwünscht ist, Stromnetze instabil sind oder gar kein Netzanschluss vorhanden ist, z.B. im Freien.

Der Motor arbeitet ohne Kohlebürsten und stellt damit einen wartungsfreien Antrieb dar. Zusammen mit weiteren Eigenschaften wie hoher Förderstrom, Netzunabhängigkeit und wechselbarer Akku ergibt sich für den Anwender ein deutliches Plus in Sachen Flexibilität und Wirtschaftlichkeit.

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Prozessdosierpumpen mit erweitertem Leistungsbereich

Prominent präsentiert auf der Hannover Messe die Hydraulikmembran-Prozessdosierpumpe Hydro/4. Sie ergänzt die Typen Hydro/2 sowie Hydro/3 und erweitert damit den Einsatzbereich der Baureihe um erheblich höhere Leistungsbereiche. Ausgestattet ist die Neue mit einer Mehrschichtmembran aus PTFE. Mit einem Pumpenkopf aus den Werkstoffen Edelstahl, PVDF oder Hastelloy C ist die Prozessdosierpumpe universell in vielen Applikationen einsetzbar. Sie deckt den Leistungsbereich von 130–1450 l/h bei 25 bar bis 7 bar ab.

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Standardmäßig sind die Prozesspumpen mit einem in der Hydraulik integrierten, festeingestellten Überdruckventil sowie einer Mehrschichtmembran mit Membranbruch-Signalisierung ausgestattet. Die Reproduzierbarkeit der Dosierung ist bei definierten Bedingungen und korrekter Installation besser ±1 % im Hublängenbereich von 20–100 %.

Energieeinsparung von mehr als 15 %

Auch die Motordosierpumpe Sigma Steuerungstyp hat Prominent komplett überarbeitet. So bietet die abnehmbare Bedieneinheit in der praktischen Anwendung zusätzlichen Bedienkomfort. Damit kann die Pumpe schnell und einfach in jede spezifische Applikation eingebaut werden.

Erstmals kann die neue Sigma Bewegungs- und Geschwindigkeitsprofile in Kombination mit dem Energiebedarf erfassen. Sie erkennt den Kraftbedarf und steuert die Energiezufuhr entsprechend der spezifischen Anforderungen der gewünschten Anwendung. In der Summe ergebe das eine Energieersparnis von über 15 % bei Volllastbetrieb im Vergleich zu konventionellen Pumpensteuerungen, so Prominent, im Halb- und 2/3-Lastbetrieb sogar eine Einsparung bis 30 %.

Dosierprofile für optimale Dosierergebnisse

Für ein optimales Dosierergebnis kann über Dosierprofile das Dosierverhalten der Pumpe an die Besonderheiten der Chemikalie oder der Applikation angepasst werden. Die an das Medium angepassten Dosierprofile schonen durch bedarfsgerechte Chemikaliendosierung die Umwelt und reduzieren die Kosten für Chemikalien. Last not least erhöhen die integrierte Membranbruch-Signalisierung, die Sicherheitsmembran und die integrierte Überdrucküberwachung die Prozesssicherheit und schützen ebenfalls die Umwelt.

Der Feldbus lässt grüßen: Um kommunikative Dosierpumpen geht’s auf der nächsten Seite.

Kommunikative Dosierpumpen bieten Prozesssicherheit

Das Dosieren ist eine Kernaufgabe in der Chemie-, Verfahrens- und Wasseraufbereitungstechnik. Insbesondere kommt es darauf an, bei durch den Prozess vorgegebenen Bedingungen (Druck, Temperatur, Durchfluss) das flüssige Medium in einer definierten Menge oder in einem zeitbezogenen Durchsatz exakt zuzuführen – das erfordert Präzisionsarbeit. Das High-end-Modell DDA der Dosierpumpen-Baureihe Smart Digital wurde von den Grundfos-Entwicklern für komplexe und anspruchsvolle Anwendungen konzipiert, bei denen höchste Prozesssicherheit an erster Stelle steht. DDA-Pumpen dosieren beispielsweise ausgasende Medien ebenso wie Kleinstmengen bis minimal 2,5 ml/h. Sie gelten als Pumpen der Wahl insbesondere dann, wenn der Betreiber eine umfassende Prozesskontrolle wünscht.

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Das ist mit der erweiterten Feldbus-Kommunikation nun noch umfassender möglich. Dazu steht entweder eine interne E-Box (sie wird zwischen Pumpe und Fußplatte eingeklickt) oder ein externes CIU-Modul zur Verfügung. DDA-Dosierpumpen können auf diese Weise in folgende Feldbus-Systeme eingebunden werden: Profibus DP, Profinet IO, Modbus TCP, Modbus RTU, Grundfos Remote Management.

DDA-Dosierpumpen eignen sich ideal für die Einbindung in komplexe Dosierprozesse mit Feldbusanbindung, weil sie über eine integrierte Dosierüberwachung (FlowControl) verfügen. Diese Überwachung identifiziert die häufigsten Ursachen von Dosierfehlern wie defekte Ventile, Luftblasen, Kavitation oder Überdruck. Solche Fehler zeigt das System als Klartext im Display an oder leitet die Meldung via Feldbus weiter – eine zeitraubende Fehlersuche wie bei herkömmlichen Dosierpumpen entfällt. Dank der integrierten Durchflussmessung (AutoFlowAdapt) muss der Betreiber auch keine zusätzlichen Kosten für die entsprechende Messtechnik aufbringen. Die aktuelle Messung des Dosiervolumenstroms wird im Display angezeigt, über den Analogausgang ausgegeben oder kann per Feldbus übertragen werden.

Chemikalien-Verbrauch online überwachen

Für die einfache und schnelle Integration in Profibus- oder Profinet-Systeme offeriert Grundfos kostenfrei vorprogrammierte Funktionsblöcke; diese reduzieren die Integrationszeit deutlich. An das CIU 271-Modul (Grundfos Remote Management) kann der Betreiber bis zu sechs DDA-Dosierpumpen anbinden und über eine vorinstallierte Internetseite überwachen und fernbedienen. Auf diese Weise ist es beispielsweise möglich, den Verbrauch an Chemikalien online zu überwachen; auch eine Optimierung wie das Einstellen der Dosiermenge ist möglich.

Die CIU-Module und die E-Box lassen sich auch nachträglich (ab Softwareversion 2.5) an DDA-Dosierpumpen anbinden. Die wichtigsten Vorteile der erweiterten Feldbus-Kommunikation:

  • Fernüberwachung/Ferneinstellung von DDA-Dosierpumpen;
  • höhere Auflösung des Eingangssignals = genauere Dosierung;
  • Auslesen der Klartext-Fehlermeldungen der Dosierüberwachung;
  • kompakte Bauweise durch einklickbare E-Box;
  • die Kommunikationsmodule sind nachrüstbar;
  • einfache Installation und Inbetriebnahme durch vorprogrammierte Funktionsblöcke (Profibus / Profinet);
  • hoher Schutzgrad (IP65) für raue Umgebungsbedingungen.

Um robuste Drehkolbenpumpen und magnetgekuppelte Pumpen dreht es sich auf der nächsten Seite.

Robuste Drehkolbenpumpen für schwierige Bedingungen und Medien

In Bereichen mit beengten Platzverhältnissen oder für mobile Einsätze bietet sich die kompakte und robuste Tornado-Drehkolbenpumpe von Netzsch an. Dank ihres großen freien Kugeldurchgangs handhabt sie auch stückige Medien ohne Verstopfungsgefahr. Mit einer Förderleistung bis 1000 m³/h bewältigt die Pumpe beispielsweise selbst große Abwassermengen.

Beim Modell T2 gibt es auch die Möglichkeit den Motor oberhalb des Förderraums anzuflanschen, wodurch eine der kürzesten Pumpen auf dem Markt entsteht. Diese Bauform ist besonders geeignet, auch auf einem Transportanhänger (Tornado Mobil) oder einer Fahrvorrichtung montiert und mobil von Einsatzort zu Einsatzort verfahren zu werden.

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Der Riementrieb der T2 gewährleistet einen sehr ruhigen Lauf, einen ölfreien Betrieb und vermeidet einen Totalschaden, wie er bei konventionellen Synchronisationsgetrieben auftreten kann. Das Besondere des Riementriebs liegt im Doppelzahnriemen, der Kraftübertragung und Synchronisation der Kolben in einem ermöglicht.

Ausführung und Werkstoffauswahl der Drehkolbenpumpe können jeweils den Medieneigenschaften und Förderaufgaben angepasst werden. Auf diese Weise wird ein langer, verschleißarmer Betrieb sichergestellt. Darüber hinaus arbeiten die Pumpen drehrichtungsreversibel und in ihrem Fördervo-lumen proportional zur Drehzahl. Letzteres führt zu einer hohen Dosiergenauigkeit.

Die Tornado wurde mit Fokus auf eine unkomplizierte Wartung und Reinigung konstruiert. Beispielsweise lassen sich nach Lösen des Pumpendeckels die Drehkolben und der Gehäuseeinsatz einfach demontieren, da ein freier Zugriff auf den Pumpenraum von Flansch zu Flansch gewährleistet ist. Die Flansche der Rohrleitungen müssen dazu nicht gelöst werden. Die Befestigung der Kolben erfolgt außerhalb des Pumpenraums.

Magnetgekuppelte Kreiselpumpen auf dem Vormarsch

Nach der Anfangseuphorie in den 90ger Jahren und anschließender Stagnation erschließen sich magnetgekuppelte Kreiselpumpen zunehmend neue Anwendungsfelder. Üblicherweise werden Wellendurchführungen durch einfachwirkende Gleitringdichtungen abgedichtet, die eine funktionsbedingte Leckrate aufweisen. Diese ist in vielen Fällen weder erwünscht noch zulässig. Vor allem toxische, umweltgefährdende und explosive Förderflüssigkeiten benötigen hermetische Wellenabdichtungssysteme. Die Lösung wird in vielen Fällen eine Magnetkupplung sein.

Hierbei erfolgt die Kraftübertragung nicht mechanisch, sondern über ein Magnetfeld: der Außenmagnet sitzt auf der Motorwelle, der Innenrotor auf der Pumpenwelle. Ein Spalttopf trennt den Pumpeninnenraum von der Atmosphäre. Die Vorteile dieses Dichtungssystems sind absolute Leckagesicherheit, Verschleiß- und Wartungsfreiheit sowie eine hohe Betriebssicherheit. Insofern eignen sich die Magnetkupplungen nicht nur für kritische Medien – auch für Hochtemperaturanwendungen. Auch die Prozesspumpen von Edur sind jetzt neben anderen Dichtungssystemen mit Magnetkupplungen lieferbar. Aufgrund des Baukastensystems ergibt sich für den Pumpenbetreiber hinsichtlich der Pumpenkonfiguration ein Höchstmaß an Flexibilität:

  • anforderungsgerechte Dichtungssysteme,
  • wahlfreie Pumpenwerkstoffe von Grauguss bis zu Duplexstählen,
  • vielfältige Pumpenbauformen,
  • NPSH-Vorstufen und andere Ausbaumöglichkeiten.

Anforderungsgerechte Pumpenkonstruktionen verbessern auch das Betriebsverhalten in kritischen Anlagenzuständen. Zu beachten sind insbesondere gasende Flüssigkeiten, Überlast und Teillast, Trockenlauf sowie Kavitation. Individuell konfigurierte Edur-Prozesspumpen haben sich auch bei diesen Anforderungen bewährt.

Weiter geht's mit magnetgekuppelten Pumpen für Säuren, Laugen und andere kritische Flüssigmedien

Magnetgekuppelte Pumpen für Säuren, Laugen und andere kritische Flüssigmedien

Die Viking Mag Drive Pumpen – Innenzahnradpumpen mit Magnetkupplung, die Lewa präsentiert – dienen infolge der hermetischen Abdichtung der produktberührten Pumpenteile zur prozesssicheren Förderung gefährlicher Medien. Sie arbeiten bei einem hohen Wirkungsgrad emissions- und leckagefrei sowie sehr betriebssicher.

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Ihr Anwendungsgebiet sind neutrale, aggressive, auskristallisierende, grundwassergefährdende, giftige und/oder explosive Säuren, Laugen oder feststofffreie Lösungsgemische. Außerdem werden sie in allen Prozessen eingesetzt, in denen die Flüssigmedien nicht mit der Atmosphäre in Kontakt kommen dürfen.

Besondere Kennzeichen sind:

  • prozessspezifische Pumpenauslegung durch Werkstoffvielfalt,
  • Prozessoptionen und vier Modellreihen mit bis zu 9 Baugrößen,
  • zeitsparende Installation durch Anschlussvielfalt,
  • hohe Betriebssicherheit durch kurzzeitige Trockenlauffähigkeit,
  • minimaler Wartungsaufwand durch robuste, wartungsfreie Konstruktion und zeitsparendes Entleeren von Leitungen oder Tanks.

Auch Sondermann zeigt in Hannover seine magnetisch gekuppelten Kreiselpumpen Typ RM. Der Spalttopf dichtet die Pumpenkammer hermetisch von dem Antriebsteil ab. Der außen rotierende Antriebsmagnet überträgt das Drehmoment auf den Innenmagneten und somit auf das Laufrad. Die Lagerung des Laufrades erfolgt über Gleitlager und Zentrierwelle aus hochreiner Oxidkeramik (99,7 %) wodurch die Lagerung extrem verschleißfest ist. Andere Lagerwerkstoffe sind möglich.

Zur Kühlung- und Schmierung der Gleitlagerung tritt ein Teil des Fördermediums hinter dem Laufrad in den Spalt zwischen Innenmagnet und Spalttopf ein und tritt nach Durchströmung des Gleitlagers durch spezielle Schmiernuten vorne am Laufrad wieder aus.

Welches Medium auch immer, ob aggressive, leicht brennbare, übelriechende, explosive oder wertvolle bzw. reine Medien, ob in der chemischen, biochemischen oder Galvanik-Industrie, Labortechnik oder medizinischen Anlagen, Sondermann verspricht die richtige Pumpe.

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