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PROCESS-Pumpenseminar 2008

Pumpen für feststoffhaltige Flüssigkeiten und deren Abdichtung

13.06.2008 | Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Beim PROCESS-Seminar im Juni stand die Pumpe klar im Mittelpunkt.
Beim PROCESS-Seminar im Juni stand die Pumpe klar im Mittelpunkt.

Stationäre GLRD egalisieren sogar einen Versatz der Welle, beispielsweise wenn die Pumpe in Teillast betrieben wird. Wer dem in der Branche gefürchteten ‚Sudden death‘ wirksam gegenhalten möchte, muss zu Spezialausführungen wie stationäre und doppeltwirkende Heavy-duty-Ausführungen greifen. Für besonders hohe Feststoffbelastungen bis 70 Prozent bieten viele Hersteller Sonderausführungen an, beispielsweise eine gespülte GLRD mit integrierten Spülanschlüssen.

Als Grundsätze einer guten GLRD-Konstruktion empfiehlt Scholz:

  • stationäre Ausführung,
  • Federn nicht produktberührt,
  • Gleitflächen gut umspült,
  • möglichst großer, belüfteter, konischer Dichtungsraum,
  • scharfe Kanten vermeiden,
  • Materialquerschnitte maximieren,
  • Turbulenzen minimieren (Rückenschaufeln),
  • Einbringen einer sauberen Flüssigkeit,
  • richtige Werkstoffauswahl.

Der ideale Gleitwerkstoff ist korrosionsbeständig, verschleißfest, formstabil, notlauffähig und wärmeleitend. Mit einem Wort: Eine technische Keramik. Burgmann Industries empfiehlt SSiC-Keramik-Gleitringdichtungen als sehr gute Lösung. Wer noch mehr Wert auf Sicherheit legt: Keramiken mit einer DiamondFace-Beschichtung (Achtung: teuer!) ertragen einen temporären Trockenlauf bis zu 30 Minuten!

Exzenterschnecken- und Drehkolbenpumpen

Nachdem im Seminar somit ausführlich das Thema Gleitringdichtung behandelt worden war, richtete sich der Fokus dann auf die verschiedenen Pumpentypen und deren Abdichtungstechniken. Den Auftakt im „Wettstreit der Systeme“ machte Thomas Böhme von Netzsch Mohnopumpen mit den Abdichtungstechniken bei Exzenterschnecken- und Drehkolbenpumpen. Speziell Exzenterschneckenpumpen gelten schließlich als die Feststoffpumpe schlechthin.

Standarddichtung ist bei Netzsch eine Elastomerbalg-Dichtung von Burgmann. Aber auch die Stopfbuchspackung ist nach wie vor auf dem Markt relevant, obwohl der Personalaufwand zur Wartung beträchtlich ist. Drehkolbenpumpen empfehlen sich laut Böhme bis zu Feststoffgehalten von fünf bis sieben Prozent; sie bieten einen höheren Durchsatz als die typischerweise langsam laufenden Exzenterschneckenpumpen.

Zahnradpumpen

Bei Zahnradpumpen müssen beim Fördern feststoffhaltiger Medien eher die Hydraulik selbst (die Zahnräder) und das Lager im Auge behalten werden, die Gleitringdichtung sei weniger problematisch, so der ‚Vertreter‘ dieses Pumpentyps, Andreas Bachmann von Maag.

Zahnradpumpen kommen beispielsweise in der Polymerverarbeitung zum Einsatz, für den Druckaufbau zwischen Extruder und Werkzeug. Sie werden auch als Transfer-, Austrags- und Boosterpumpe oder zwischen Compounder und Pelletizer eingesetzt. Zur Abdichtung kommen im Grunde alle verfügbaren Dichtungstypen zum Einsatz – Wellendichtringe, Gleitringdichtungen in diversen Ausführungen, Magnetkupplungen, Stopfbuchspackungen und Gewindedichtungen.

Schlauchmembran-Kolbenpumpen und Faltenbalg-Ringkolbenpumpen

Kein Problem mit Feststoffen haben Schlauchmembran-Kolbenpumpen wie sie Feluwa im Programm hat; sie fördern Medien unterschiedlicher Viskosität und Konsistenz (chemisch aggressiv und mechanisch abrasiv, flüssig und hochviskos). Je nach Medium kann der Trockenstoffanteil 80 Prozent betragen – beispielsweise beim Einsatz in der Kohlevergasung.

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