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Pumpen-Forum 2013

Pumpen-Forum mit vertieftem Blick auf Food- und Pharma-Anwendungen

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Wobei er dazu aufruft, bei den beiden Punkten Energieeffizienz und Funktionalität über Prioritäten nachzudenken: Wichtig sei doch in erster Linie, dass die Abwasserpumpe ihren Job erfülle, erst dann stelle sich die Frage, wie energieeffizient die Pumpe das erledige. Hintergrund sind Überlegungen in Brüssel, das in der Abwassertechnik für besonders kritische Medien gern eingesetzte Freistromrad wegen dessen geringen Wirkungsgrads auf die schwarze Liste zu setzen...(Herr wirf Hirn, mag da mancher Klärmeister stöhnen).

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Interessant waren die Ergebnisse einer mehrjährigen Forschungsarbeit an einem "gläsernen Pumpwerk" und einer realen Pumpstation zur Vermeidung von Störungen, insbesondere mit Blick auf Verstopfungsereignisse in Abwassersystemen. Die wesentlichen Verstopfungsarten wurden über eine Situationsanalyse erkannt und im Versuch über eine im Ganzen nachgebildete Pumpstation simuliert. Im nächsten Schritt konnten sich anbahnende Verstopfungen mit geeigneter Sensorik diagnostiziert und schließlich mit aktiver Reaktion (Änderung der Drehzahl-Sequenz) erfolgreich bekämpft bzw. beseitigt werden. Das ist kein akademisches Luftschloss: Die Produktidee "Diagnose mit aktiver Reaktion für Abwasserpumpstationen" wird bereits aktiv vermarktet, wie Thamsen berichtet. Von der Uni direkt in die Praxis, so sollten möglichst viele Forschungsprojekte enden.

Verdrängerpumpen können alles fördern

Prof. Dr. Eberhard Schlücker von der Universität Erlangen-Nürnberg bleibt bei seinem Credo: "Mit Verdrängerpumpen kann man alles fördern". Er empfiehlt aber zu prüfen, ob die gewählte Pumpe im optimalen Wirkungsgradbereich arbeitet. Für ihn sind der Wirkungsgrad und die Energieeffizienz einer Pumpe stets auch ein Maß für deren Funktionsfähigkeit für die gestellte Aufgabe: Je mehr zugeführte Energie "verloren“ gehe, desto weniger eigne sich die Pumpe für die Förderaufgabe. Wichtig dazu der Hinweis, dass Pumpen bei unterschiedlichen Viskositäten ein spezifisches Wirkungsgrad-Optimum aufweisen.

Fazit: Das massive Outsourcing von Engineering-Planungsleistungen jeder Art hat bei vielen Betreiber-Unternehmen internes Pumpen-Know-how gekostet. Das rächt sich mittlerweile, es macht die Betreiber abhängig von den Herstellern. Die Einschätzung "Ist doch nur 'ne Pumpe" war und ist falsch, gerade in Zeiten zunehmender Kosten für den Betrieb der Pumpen und auch angesichts des als richtig und vorteilhaft erkannten Anlagen-Systemdenkens.

* Der Autor arbeitet als freier Mitarbeiter für PROCESS. E-Mail-Kontakt: redaktion@process.de.

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