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Pumpen-Forum 2013

Pumpen-Forum mit vertieftem Blick auf Food- und Pharma-Anwendungen

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Matthias Back

Impressionen vom Pumpen-Forum 2013 in Würzburg.
Impressionen vom Pumpen-Forum 2013 in Würzburg. (Bild: PROCESS/Stephan)

Das Würzburger Pumpen-Forum – es findet in diesem Jahr bereits zum 11. Mal statt - hat seinen festen Platz in der Pumpen-Community. Der einfache Grund: Es ist lehrreich. Das liegt nicht zuletzt am Moderator Dr.-Ing. Friedrich-Wilhelm Hennecke (ehemals BASF), der sehr genau darauf achtet, wen er als Referenten einlädt.

Deshalb wird der Nutzwert aus den Vorträgen und Diskussionen in aller Regel von den meisten Teilnehmern geschätzt und anerkannt – das erklärt auch die vielen "Wiederholungstäter", also Unternehmen, die immer wieder Mitarbeiter zum Forum entsenden. In diesem Jahr konnte der Veranstalter – die Redaktion PROCESS und das Veranstaltungsmanagement des Vogel-Verlags – beim Pumpen-Forum 70 Teilnehmer begrüßen. Insgesamt sammelten die zeitgleich stattfindenden vier Veranstaltungen der Förderprozess-Foren (thematisch gegliedert in Pumpen, Schüttgut, MSR und Ex-Schutz) 190 Teilnehmer. Auch die 20 Unternehmen auf der begleitenden Fachausstellung bezeugen die Bedeutung dieser Veranstaltung.

Thematisch war der erste Tag des Pumpen-Forums auf die im Grunde immer gleichen, doch immer wieder herausfordernden Fragen ausgerichtet: Wie gelingt es, Pumpen in technischer Hinsicht auszuwählen, dann anforderungsgerecht auszulegen und anschließend wirtschaftlich zu betreiben? Dass es dabei leider nicht allein um die Pumpe selbst geht, sondern dass diese mit ihrer Peripherie – der Produktionsanlage - interagiert, kommt erschwerend hinzu. Das ist, wie in jedem Jahr auf dem Pumpen-Forum zu sehen und zu hören ist, keineswegs trivial.

Doch viele Betreiber verfügen gar nicht mehr über das notwendige Know-how, um Pumpen praxisgerecht zu planen und zu warten. Den Hauptgrund dafür sieht Stefan Leuchtenberger - Geschäftsleiter Technik der Pumpentechnik Bass GmbH – im Verschlanken und Outsourcen von internen Fachabteilungen in den 1990er Jahren, bei dem viel Wissen abfloss. Deshalb seien die wenigsten Mitarbeiter von Betreibern im Umgang mit Pumpen geschult. Die Folge, so Leuchtenberger in seinem Referat "Es ist doch nur 'ne Pumpe", sind immer mehr Schäden durch Trockenlauf oder einen "Betrieb im eigenen Saft" (O-Ton Leuchtenberger). Ein weiterer Klassiker: Das Anziehen von Packungen, bis diese absolut dicht sind.

Wer dem Beitrag von Andreas Eiletz (EagleBurgmann Germany) aufmerksam gefolgt ist, dem wird dieser kapitale Fehler nicht passieren: Hier war zu erfahren, dass eine Stopfbuchse tropfen muss, dass selbst eine Gleitringdichtung nicht ohne kleine Leckagen ihren Job zu erfüllen vermag. Eilitz behandelte in seinem Vortrag die klassischen Technologien zum Abdichten einer Kreiselpumpe (Stopfbuchspackungen, Gleitringdichtungen, Magnetkupplungen, Spaltrohrmotoren).

Trends in der Gleitringdichtungstechnik sieht Eilitz neben der verstärkten Nachfrage von gasgeschmierten Gleitringdichtungen - der Klassiker ist mit einem Anteil von 80 % natürlich nach wie vor die flüssigkeitsgeschmierte GLRD - auch im zunehmenden Einsatz vormontierter Cartridge-Einheiten (übrigens auch der Tatsache geschuldet, dass es beim Betreiber mehr und mehr an geschultem Personal mangelt - siehe Vortrag Stefan Leuchtenberger). Auch werden für den Food- und Pharmaeinsatz vermehrt sterile Dichtungen nachgefragt. Wie könnte es anders sein: auch das Thema Energieeffizienz spielt bei der Wahl von Dichtungen eine Rolle. Sein genereller Rat: Die Dichtungsauswahl sollte immer zuerst nach dem Medium und dann nach dem konstruktiven Aufbau erfolgen.

Abwasserpumpen: Energieeffizienz oder Funktionalität?

Der Beitrag von Prof. Dr.-Ing. Paul Uwe Thamsen ("Anforderungsgerechte Auslegung von Pumpsystemen") stand ebenfalls ganz unter dem großen Leitthema "Fehlervermeidung". Thamsen vertritt den Systemansatz, insbesondere bei schwierig zu fördernden Medien. Am Beispiel des Abwasserpumpsystems für eine Großstadt zeigte er, inwieweit sich über eine gute Auswahl der Abwasserpumpe für die spezielle Aufgabe die Energieeffizienz, aber auch die Funktionalität des Pumpsystems definiert. Hierbei gelte es, die Auswahl der "richtigen" Kreiselpumpe in Abhängigkeit der unterschiedlichen Abwasserqualitäten zu treffen. Dies sei immer eine Abwägung zwischen Störanfälligkeit einerseits und Wirkungsgrad der Kreiselpumpe andererseits, so Thamsen. Nur unter Einbeziehung des gesamten Pumpsystems ergebe sich eine wirtschaftliche Gesamtlösung.

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