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11. Schüttgut-Forum

Pulver, Granulate & Co. auf dem Weg durch den Prozess

| Redakteur: Sabine Mühlenkamp

Neuigkeiten aus dem Brand- und Explosionsschutz

Der zweite Tag stand im Zeichen des Brand- und Explosionsschutzes, den Dr.-Ing. Alexey Leksin, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bergischen Universität Wuppertal, Fakultät für Maschinenbau und Sicherheit und Leiter des Steinbeiss-Transferzentrums, eröffnete. Er machte auf ein Wissensdefizit über die Brandgefahr im Fließbett aufmerksam. So ist die Gefährdungsbeurteilung von quasi-stationären Stäuben, also Stäube, die weder aufgewirbelt noch abgelagert sind, extrem schwierig. Eine solche Situation findet man bei Weitem nicht nur in Wirbelschichten vor, sondern vieles spricht dafür, dass es auch in Filteranlagen zu einem quasi-stationären Zustand kommt, etwa beim Abreinigen. An seinem Institut wurden daher umfangreiche Untersuchungen zur Brennfähigkeit von Stäuben im quasi-stationären Zustand untersucht und eine dementsprechende Prüfapparatur entwickelt. In diesem Zusammenhang wird derzeit auch die VDI 2263 Blatt 1 modifiziert und eine neue Brandverhaltenszahl BVZqs eingeführt. Vom Brand- zum Explosionsschutz führte Carlo Saling von Rembe, der von seinen Erfahrungen bei Filterherstellern berichtete. Dabei ist es für Saling immer noch unverständlich, dass beim Explosionsschutz zwar an die Entlastung, etwa durch Berstscheiben gedacht wird, aber nicht an die Entkopplung.

Klaus Rabenstein von Herding stellte den neuen Starrkörperfilter vor, der mittlerweile weit über 200 Explosions-Versuche über sich hat ergehen lassen. „Die Filterflächenbelastung bei der Explosion entspricht mehr als der 100-fachen einer normalen Filtration“, so Rabenstein. Dennoch bleibt der Starrkörperfilter unberührt. Damit ist der Starrkörperfilter als Flammensperre ein wirksames Schutzsystem nach Atex.

Wenn das Schüttgut im Stau steht

Ein weiteres Schutzelement präsentierte Andreas Kühn von Ebro Armaturen. Die baumustergeprüften Taktschleusen von Ebro sind eine Alternative zur Zellradschleuse. Sie befördern nicht nur das Produkt von einem Bauteil zum nächsten, sondern eignen sich auch als passive Explosionsentkopplung.

Zum Abschluss des Vormittags berichtete Stefan Genz, Dec, über aktuelle Veränderungen, die sich durch die Reach-Verordnung ergeben. Durch Reach müssen jetzt weit mehr Produkte geschlossen gehandelt werden als früher, z.B. wenn Zwischenprodukte verarbeitet werden, für die keine vollständige Reach-Registrierung erfolgen soll. „Das spart zwar Geld, aber ich muss Bedingungen einhalten“, so Genz. Bleibt die Frage: „Wie kommt man von einem offenen Prozess zu einem geschlossenen und dies bei vertretbarem Aufwand?“

Event-Tipp der Redaktion Das 12. Schüttgut-Forum findet auch 2018 wieder im Rahmen der Förderprozess-Foren statt. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Eventseite. Programm, Erfahrungsaustausch und Rahmen des Forums sind top, wie uns Teilnehmer dieser Nutzwertveranstaltung bestätigen. Unsere Bildergalerien zum letztjährigen Event zeigen Impressionen der Veranstaltung sowie die Referenten des Schüttgut-Forums.

Kurz vor Ende schickte Siegfried Ott, Schmidt Spedition, das Schüttgut auf die Reise, wobei er über die wachsenden Anforderungen in der Branche sprach. Schon heute fehle massiv der Nachwuchs, zudem erschweren steigende Schwankungen der Auftragsmenge von bis zu ±50 Prozent pro Tag und eine Reduzierung der Flexibilität durch feste Time-slots bei Be- und Entladung die Situation. „Just-in-time führt heute zu Just-in-Stau“, so sein Blick auf deutsche Straßen. Mobile Lagersilos waren nur eine zukunftsweisende Alternative zum Handling mit verpackter Ware, die Ott vorstellte.

Fest steht, die Anforderungen in der Schüttgut-Welt werden nicht kleiner. Daher merken Sie sich den Termin für die nächsten Förderprozess-Foren mit dem 12. Schüttgut-Forum schon heute vor – am 15. und 16. November 2018 in Würzburg.

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