Prolist Prolist unter dem Dach von eCl@ss

Autor / Redakteur: Hasso Drathen / Dr. Jörg Kempf

Ab 1. Januar 2013 werden die Prolist-Inhalte von eCl@ss gepflegt und in das Klassifikationssystem integriert. Damit stand die letzte Prolist-open-Veranstaltung am 15. November 2012 in Karlsruhe nicht nur unter dem Leitmotiv „Technologie, Anwendung, Organisation, Workshop“, sondern gab auch einen Rückblick über zehn Jahre Prolist-Aktivität und einen Ausblick über wichtige weitere Schritte.

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Prolist-open-Veranstaltung am 15. November 2012 in Karlsruhe: Durch den Übergang von Prolist zu eCl@ss soll eine neue Tür aufgestoßen werden, um die Potenziale der NE 100 in Zukunft stärker zu nutzen.
Prolist-open-Veranstaltung am 15. November 2012 in Karlsruhe: Durch den Übergang von Prolist zu eCl@ss soll eine neue Tür aufgestoßen werden, um die Potenziale der NE 100 in Zukunft stärker zu nutzen.
(Bild: Prolist international)

Vor zehn Jahren wurde aus dem Namur-Arbeitskreis 1.2 „Merkmale“ die Namur-Projektgruppe „Merkmalleisten“ (Prolist), in der Anwender und Hersteller versuchten, eine gemeinsame Sprache zur Übertragung von Geräte-Daten und Daten des Geräteeinbauortes zwischen Geräte-Herstellern und CAE-Systemen zu entwickeln. Nach fünf Jahren erfolgreicher Grundlagen-Arbeit entstand daraus der Verband Prolist International, der drei wesentliche Stoßrichtungen hatte:

  • die Weiterentwicklung und Vervollständigung des Datenmodells auf Basis der NE 100,
  • die internationale Normung der Merkmalleisten in IEC 61987 und anderen Normen sowie
  • die Anwendung der Merkmalleisten in der praktischen Arbeit.

Auch wenn die Arbeiten einen gewissen Reifegrad erreicht haben, so sind sie längst nicht abgeschlossen. Die Technologie wurde erfolgreich entwickelt und die ersten Werkzeuge, die nach NE 100 arbeiten, wie Prodok, Pro-Spec und Pro-View, sind auf dem Markt verfügbar. Die vollständige Überführung der Inhalte der NE 100 in IEC-Normen wird allerdings noch ein paar Jahre dauern, obwohl einige Normen bereits abgeschlossen sind und weitere sich in unterschiedlichen Entwurfsstadien befinden.

Es zeigt sich, dass der Durchbruch sowohl bei Herstellern, Anwendern und CAE-Firmen noch nicht geschafft ist. Dabei ist der Nutzen bei allen Partnern unbestritten, jedoch die Vorleistungen für eine Anwendung stellen eine große Hürde dar.

Was Neueinsteiger beachten sollten

Das Ziel – geringere Kosten, geringerer Zeitaufwand und höhere Qualität im Anfrageprozess, Planungsprozess und Instandhaltungsprozess von Feld- und Schaltraumgeräten – ist nur erreichbar, wenn die Gerätedaten elektronisch übertragen werden können. Dazu ist eine standardisierte Gerätebeschreibung mit digitalen Merkmalen erforderlich, wie sie in der NE 100 V3.2 beschrieben sind und in der Normenreihe IEC 61987 standardisiert werden. Neueinsteigern sowohl auf Anwenderseite als auch auf Herstellerseite wird empfohlen, auf diese Version 3.2 aufzusetzen, hat sie doch ihre Betriebsbewährung in einem Pilotprojekt erfolgreich bestanden.

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