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Chemiekonjunktur 2014 Produktion und Umsatz in deutscher Chemieindustrie legen leicht zu

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Die deutsche Chemieindustrie ist 2014 nach wechselhaftem Geschäftsverlauf letztlich unter ihren Erwartungen geblieben: Bei insgesamt verhalten steigender Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen legten Produktion und Umsatz laut dem VCI um 1,5 % zu. Auch für 2015 rechnet der VCI mit einem ähnlichen Zuwachs der Chemieproduktion. Laut dem Verband müsse die Politik für mehr Innovationsfähigkeit und bezahlbare Energie sorgen.

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Chemieproduktion wächst im Gesamtjahr 2014 um 1,5 Prozent.
Chemieproduktion wächst im Gesamtjahr 2014 um 1,5 Prozent.
(Bild: VCI)

Frankfurt – Im Inland setzte Deutschlands drittgrößte Branche deutlich mehr Produkte ab als im Vorjahr. Gut 7 Milliarden Euro – also 2 % mehr als 2013 – investierte die chemische Industrie hierzulande. Die Hälfte davon entfiel auf die Erweiterung der Produktionskapazitäten. Bei rückläufigen Preisen (-1 %) konnte die Chemie ihren Gesamtumsatz nur leicht ausweiten: Mit 193,6 Milliarden Euro lag der Umsatz 1,5 % höher als im Vorjahr. Der Inlandsumsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 2 % auf 77,8 Milliarden Euro.

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Das Geschäft mit Kunden im Ausland verlief dagegen enttäuschend. Der Auslandsumsatz wuchs insgesamt um 1 % auf 115,8 Milliarden Euro. Dabei konnte das Geschäft mit den NAFTA-Staaten kräftig ausgeweitet werden (+5,5 %). Insbesondere der Handel mit Pharmazeutika lieferte positive Impulse. Die Ausfuhren in die europäischen Staaten konnten nur leicht zulegen (+1,0 %).

Trotz der Krimkrise entwickelte sich der Umsatz mit den osteuropäischen Ländern unterm Strich positiv (+2,0 %). Zwar waren die Chemie- und Pharmaexporte in die Region Russland-Ukraine stark rückläufig (Russland: -6 %, Ukraine: -20 %). In diese beiden Länder gehen aber nur rund 4 % der gesamten deutschen Chemieexporte (Anteil Russlands: 3,3 %). Die Auswirkungen auf die deutsche Chemie hielten sich dadurch in Grenzen.

Trotz der geringen wirtschaftlichen Dynamik haben die Chemieunternehmen erneut über 4000 Arbeitsplätze aufgebaut. Die deutsche Chemie beschäftigt aktuell 442 500 Mitarbeiter (+1 %).

Prognose für 2015

Der VCI rechnet damit, dass sich die wirtschaftliche Stabilisierung in der Eurozone 2015 fortsetzt. Auch in den Märkten außerhalb Europas identifiziert der VCI positive Signale. „Für das deutsche Chemiegeschäft wird es auch im kommenden Jahr moderat aufwärts gehen“, sagt VCI-Präsident Marijn Dekkers.

„Im Inland können wir auf die stabile Nachfrage unserer Kunden aus dem Industrienetzwerk vertrauen. In unserem wichtigsten Auslandsmarkt Europa zieht die Nachfrage weiter an. Das Geschäft mit den USA erweist sich als sehr gut. Damit dürften die Chemieausfuhren auch im kommenden Jahr weiter zulegen. Allerdings bleiben die Wachstumsraten mäßig“, erklärt Dekkers. Mit einer raschen Belebung der Geschäftslage rechnet der VCI in den kommenden Monaten nicht.

So geht die Branche vorsichtig optimistisch ins neue Jahr. Auch für 2015 rechnet der VCI mit einem Zuwachs der Chemieproduktion von 1,5 %. Bei leicht sinkenden Erzeugerpreisen (-0,5 %) könnte der Umsatz um 1,5 % auf über 196 Milliarden Euro steigen. Dabei setzt der Chemieverband in Frankfurt darauf, dass das Geschäft seiner rund 1700 Mitgliedsunternehmen mit Kunden im Ausland etwas stärker wächst (+1,5 %) als im Inland (+1,0 %).

Innovationsfähigkeit des Industrie- und Chemiestandortes stärken

Um den Industrie- und Chemiestandort wettbewerbsfähiger zu machen, sieht VCI-Präsident Dekkers Handlungsbedarf der Politik auf zwei Feldern: Für mehr Innovationsfähigkeit und bezahlbare Energie zu sorgen. „Wer die Innovationskraft der chemischen Industrie nachhaltig stärkt, fördert die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Industrienetzwerkes in Deutschland.“

Dekkers erneuerte in diesem Zusammenhang die Forderung des VCI nach der Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung in dieser Legislaturperiode. Zwei Drittel der 34 OECD-Staaten gewährten einen solchen Bonus bereits und stimulierten damit mehr Forschungsausgaben ihrer Unternehmen und so mehr Wirtschaftswachstum.

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