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PROCESS WebTV ProcessNet: erste gemeinsame Jahrestagung von Dechema und VDI-GVC

Redakteur: Frank Jablonski

Vorträge und Diskussionen bestimmten die erste ProcessNet-Jahrestagung. Zu sehr aktuellen Themen wie der Steigerung der weltweiten Energieeffizienz geben Organisatoren, Forscher und Vertreter aus der Politik ihre Einschätzungen ab, wie die Berichte von PROCESS WebTV zeigen.

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PROCESS WebTV hat die erste gemeinsame Jahrestagung von Dechema und VDI-GVC begleitet.
PROCESS WebTV hat die erste gemeinsame Jahrestagung von Dechema und VDI-GVC begleitet.
( Archiv: Vogel Business Media )

Aachen – Der Chemie kommt zukünftig eine noch größere Bedeutung bei der Erzeugung und Wandlung von Energie zu. Sie wird damit mehr und mehr zur Schlüsseltechnologie bei der Steigerung weltweiter Energieeffizienz. Das ist das Resümee der ersten ProcessNet-Jahrestagung, einer Initiative von Dechema und VDI-GVC. Die Jahrestagung hat vom 16. bis 18. Oktober 2007 in Aachen stattgefunden – ein Überblick.

Das Generalthema der Jahretagung „Chemie und Technik für Energie, Mobilität und Gesundheit“ wird in Aachen in vielfältiger Weise vorgestellt: vier Plenarvorträge, 43 Übersichts- und Tandemvorträge, 129 Fachvorträge und 180 Poster zeigen neueste Entwicklungen und Forschungsergebnisse aus der chemischen Reaktionstechnik, der Partikeltechnik, der Prozess- und Anlagentechnik bis hin zur Sicherheitstechnik.

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Highlight sind die Beiträge der vier Querschnittsthemen Prozessintensivierung, nachwachsende Rohstoffe, Nanotechnologie und Lebensmitteltechnologie. Sie haben fachübergreifenden Charakter und sind entsprechend matrixartig im Programm verteilt. Die Verantwortlichen für das Programm und weitere Organisatoren treffen sich am Vorabend im Krönungssaal der Stadt Aachen und wechseln hier traditionell das Fach: in diesem Fall folgen sie den Ausführungen des Philosophen Prof. Peter Sloterdijk zum Thema Globalisierung. Diesen Rahmen nutzte PROCESS WebTV, um erste Stimmen der Organisatoren einzufangen.

Am Morgen des ersten Tages ist eines der viel diskutierten Themen die Katalyseforschung. Sie ist eng mit sehr vielen effizienzsteigernden Maßnahmen in der Chemieproduktion verbunden und wurde lange Jahre als Instrument eher vernachlässigt. Zu billig waren scheinbar noch Energie und Rohstoffe. Auch für das Unternehmen des Vorsitzenden der VDI Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen, Achim Noack, ist die Katalyseforschung mittlerweile ein entscheidender Schlüssel für viele Ressourcen sparende Schritte. Der Geschäftsführer von Bayer Technology Services bestätigt daher auch deren Bedeutung im PROCESS-Interview und betont darüber hinaus wie wichtig der Gedankenaustausch und somit ProcessNet als Netzwerkplattform mit Brückenfunktion zwischen Chemikern und Ingenieuren ist.

Gemeinsamkeiten werden betont

Dass Chemiker und Ingenieure nun unter einem gemeinsamen Dach viel besser als bisher kooperieren können, sieht auch Dr. Alfred Oberholz, Vorsitzender der Dechema, als wichtigen Vorteil der neuen Organisation. Er erklärt im Gespräch mit PROCESS welche Erwartungen er an das ProcessNet-Netzwerk knüpft. Denn die Chemie sei die Schlüsselindustrie, energiepolitische Probleme lösen zu helfen, beispielsweise in der Brennstoffzellentechnologie und bei neuartigen Fahrzeugtechnologien.

Auch das „Urgestein“ der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (Dechema), Prof. Gerhard Kreysa, sieht nur positive Argumente der neuen Gemeinsamkeiten. Aus seiner erfahrenen Sicht – Kreysa ist seit 1992 Geschäftsführer der Dechema und schon seit 40 Jahren Mitglied – sei jetzt eine Entwicklung zu Ende geführt worden, die schon zu Zeiten der Gründung der Dechema angedacht gewesen sei. Sein Statement gegenüber PROCESS WebTV sehen Sie hier.

Die sehr lösungsorientierte Stimmung der Jahrestagung hat auch die Teilnehmer einer sonst eher trockenen Pflicht-Veranstaltung inspiriert: Eine der interessantesten Diskussionsrunden mit richtungsweisenden Aussagen aus Forschung und Politik hat PROCESS WebTV auf der Pressekonferenz für Sie eingefangen. Prof. Ferdi Schüth, Max-Planck-Institut Mülheim, Prof. Reinhard Zellner, Uni Duisburg-Essen, Dr. Kurt Wagemann, Geschäftsleiter ProcessNet, parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium, Astrid Klug, Achim Noack, Geschäftsführer Bayer Technology Service (BTS) und Hans Jürgen Wernicke, Südchemie erläutern hier energiepolitische Herausforderungen der Zukunft.

Schüler mischen sich unter die Fachleute

Stolz präsentierten sich auch die Teilnehmer des Dechemax-Wettbewerbs. Der Chemienachwuchs wird von den Organisatoren allerdings auch gut behandelt, denn das Thema Nachwuchskräfteförderung ist nicht erst seit dem der Fachkräftemangel Schlagzeilen macht, ein Hauptanliegen der ausrichtenden Vereine. So gingen bundesweit über 7000 Teams an den Start. Über 500 Teams mit etwa 1700 Schülern schafften es bis zur Endauswertung. Das Thema des diesjährigen Wettbewerbs lautete „Kunststück Chemie – wo die Chemie in der Kunst mitmischt“. Nach mehr als zehn Frage/Antwort-Runden via Internet u.a. zu Themen wie Neonröhren, Pyrotechnik oder dem Nachweis von Kunstfälschungen blieben drei Teams übrig. Die glücklichen Nachwuchskräfte präsentieren sich im PROCESS-Gespräch.

Insgesamt zeigt sich die Veranstaltung durchaus als würdig, gewillt und bedeutend genug, die wirklich großen Zukunftsthemen der Gesellschaft anzugehen. Aus diesem Miteinander werden sicher noch viele positive Impulse hervorgehen. Einen abschließenden Überblick gibt der PROCESS WebTV-Impressionenfilm.

Zum Hintergrund von ProcessNet

Die fachliche Arbeit von ProcessNet erfolgt in Fachgemeinschaften. Unter diesem gemeinsamen organisatorischen Dach sind alle Aktivitäten in einschlägigen Ausschüssen, Fachsektionen und Arbeitskreisen beider Institutionen zusammengeführt, um mit gebündelter Kompetenz Problemlösungen an den Schnittstellen verschiedener Fachgebiete noch schneller und effizienter zu erarbeiten. Dies gilt für rein wissenschaftliche Fragestellungen ebenso wie für neue technische Anwendungen. Wegen der notwendigen Interdisziplinarität ist diese Vernetzung innerhalb der Themenbereiche genauso sinnvoll wie zwischen ihnen.

Es haben sich acht Fachgemeinschaften etabliert:

- Chemische Reaktionstechnik

- Fluiddynamik und Trenntechnik

- Partikeltechnik und Produktdesign

- Prozess-, Apparate- und Anlagentechnik

- Sicherheitstechnik

- SuPER Sustainable Production, Energy and Resources

- Werkstoffe, Konstruktion, Lebensdauer

- Bildung und Innovation

Die beiden Trägergesellschaften steuern nach eigenen Angaben zusätzliche Kompetenzen bei. Bei der Dechema sind es neben der organisatorischen Infrastruktur und ihrer Stärke in der Forschungsförderung die umfassenden Biotechnologieaktivitäten, beim VDI sind es vor allem auch die 17 VDI-Fachgesellschaften, die in anderen Branchen zu Hause sind und wichtige Partner für die Chemie darstellen. Das operative Geschäft und die Betreuung aller ProcessNet-Gremien werden von einer Geschäftsstelle geführt, die seit 1. Januar 2007 im Dechema-Haus in Frankfurt am Main ihre Arbeit aufgenommen hat.

Einen detaillierten Einblick in das Vortragsprogramm und Plenarredner erhalten Sie hier auf den Seiten der Dechema.

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