Rohstoffpreis-Entwicklung Preistrends für Öl, Gas und Kunststoffe

Redakteur: Marion Henig

Im Juli hat der Ölpreis seinen Höhenflug unterbrochen. Die Preise liegen nun deutlich unter den bisherigen Höchstständen von fast 150 Dollar pro Barrel. Die Kunststoffpreise hingegen ziehen weiter an.

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Die Rohöl-Preise liegen derzeit deutlich unter den bisherigen Höchstständen von fast 150 Dollar pro Barrel. (Grafik: IKB)
Die Rohöl-Preise liegen derzeit deutlich unter den bisherigen Höchstständen von fast 150 Dollar pro Barrel. (Grafik: IKB)
( Archiv: Vogel Business Media )

Düsseldorf – Laut aktueller Rohstoffpreis-Information der Deutschen Industriebank (IKB) reagiert der Ölpreis derzeit sehr sensibel auf die geopolitischen Unruhen in Nigeria und auf die ersten Vorboten der beginnenden Hurrikan-Saison in den USA. Eine leichte Enstpannung des Ölpreises könnte jedoch aus Sicht der Analysten begonnen haben. Die IKB rechnet dennoch erst im kommenden Jahr mit einer stärkeren Entspannung. Der Gaspreis hat am Spotmarkt dagegen etwas kräftiger nachgegeben, wird sich jedoch auf den europäischen Märkten im Zuge der Ölpreisbindung für die Endverbraucher nochmals erhöhen. Engpässe in der Gasversorgung könnten in den USA durch die Hurrikan-Saison auftreten.

Temporäre Preisausschläge durch gesunkene Rohölvorräte möglich

Die Rohölvorräte der USA sind im Juli kräftig gesunken. Zum Monatsende betrugen sie nur noch rund 295 Millionen Barrel. Dies könnte temporäre Preisausschläge auslösen, denn vor Beginn der Hurrikan-Saison im Golf von Mexiko hat die Risikorelevanz der geringen Bevorratung erheblich zugenommen.

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Kontraktpreise für Kunststoffe ziehen weiter an

Im Juli erhöhten sich die Vormaterialpreise stark. Die Kontraktpreise für Propylen stiegen auf über 1 000 Euro pro Tonne. Die Spotpreise lagen jedoch noch darunter. Die Hersteller konnten ihre Preisaufschläge nicht im gewünschten Umfang durchsetzen. Im Zuge dessen erhöhten sich die Preise für Polypropylen ebenfalls. Die Preise vom Jahresanfang werden leicht überschritten. Weitere Preisanhebungen der Hersteller sind für den August avisiert, daher dürften die Preise nochmals anziehen. Die Kontraktpreise für Benzol legten um 60 Euro pro Tonne zu. Diese liegen noch leicht über den Spotnotierungen. Aufgrund einer guten Caprolactam-Versorgung wurden diese nicht voll an die Polyamid-6 Hersteller weitergereicht. So stiegen die Preise für PA-6 im Juli um 50 Euro pro Tonne. Jedoch werden laut IKB für diese im August nochmalige Preisaufschläge gefordert.

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