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DOSSIER K 2007 Positive Bilanz der Kunststoffmesse K 2007

| Redakteur: Jon Augestad

In Düsseldorf kehrt nach dem Hochbetrieb der letzten Tage Ruhe ein. Die Messe K ist beendet – ein Rückblick: Ob Kunststoffskulpturen, Konzept-Automobile oder rasante Rollhokey-Shows, die Kunststoffbranche zeigt, was sie kann. Von steigenden Rohstoffkosten oder Erdölknappheit ist auf der K nichts zu spüren, die Nachfrage nach den vielseitigen Werkstoffen ist ungebrochen.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Düsseldorf – Bereits nach den ersten fünf Messetagen der K 2007 fällt die Zwischenbilanz des Veranstalters gut aus. Die Stimmung in den Hallen ist bei Ausstellern und Besuchern blendend, an allen Ständen ist zu spüren, dass sich die Kunststoff- und Kautschukindustrie im Hoch befindet. Durch alle Bereiche der Messe, ob im Rohstoffsektor, bei den Verarbeitern oder den Maschinenproduzenten, zieht sich das gleiche Bild: reger Publikumsverkehr, intensive Verhandlungen (siehe auch Impressionen-Film von der Messe ;). Schon jetzt berichten viele Firmen von bemerkenswerten, zum Teil spontanen Geschäftsabschlüssen. Obwohl die Besucher der K 2007 wieder aus allen Teilen der Welt kommen, steigt wohl der Anteil der innerdeutschen Geschäfte.

Die bisherige Zahlen untermauern den positiven Eindruck der ausstellenden Industrie: 163 000 Fachleute aus über 80 Ländern haben bis Sonntag Abend die K 2007 besucht – das sind 13 500 mehr als im gleichen Zeitraum der Vorveranstaltung. Etwa die Hälfte der Besucher stammt nicht aus Deutschland – knapp zwei Drittel von ihnen sind europäischer Herkunft, ein gutes Drittel ist aus Übersee nach Düsseldorf gekommen.

Auf der K 2007 zeigen noch bis Mittwoch, 31. Oktober, 3130 Aussteller aus 58 Nationen Maschinen und Ausrüstungen für die Kunststoff- und Kautschukindustrie, Rohstoffe sowie Halbzeuge und Technische Teile.

Der Wettbewerb in der Kunststoffindustrie verschärft sich

Die Chemieindustrie ist mit Abstand der wichtigste Zulieferer für die expandierende Kunststoffbranche, und deutsche Chemiekonzerne spielen in der ersten Liga mit. PROCESS analysiert zur Kunststoffmesse K das Umfeld, ermittelt die wichtigsten Markttreiber und stellt Strategien sowie prozesstechnische Innovationen vor.

Die K-Düsseldorf hat den Rang der weltweit bedeutendsten Kontaktbörse nicht nur für die Kunststoff- und Kautschuk-Industrie, sondern auch für die Interessenten aus den wichtigsten Anwendersparten. Experten aus Fahrzeugbau, der Verpackung, Elektrotechnik, Elektronik und Kommunikation, dem Bauwesen sowie der Medizintechnik haben am Rhein Gelegenheit, sich über den aktuellen Stand der Einsatzmöglichkeiten von Kunststoff und Kautschuk zu informieren und zukünftige Trends zu erkennen. Aber auch Nachahmer lockt ein solches HighTech-Treffen an, wie folgender kurzer Film des VDMA zeigt: Problem der Produktpiraterie am Beispiel eines Maschinenbauherstellers .

Aussteller sehen sich gut positioniert

Evonik Industries mit ihrem Geschäftsfeld Chemie präsentiert sich auf der Kunststoffmesse mit einem ganzen Bündel an Produkten für den attraktiven Kunststoffmarkt. „Im Kunststoffmarkt wollen wir bis 2010 eine jährliche Umsatzsteigerung von durchschnittlich fünf Prozent realisieren, bei speziellen Hochleistungskunststoffen teilweise aber auch deutlich darüber hinaus“, sagt Dr. Manfred Spindler, Mitglied der Geschäftsführung der Evonik Degussa. Mit Kunststoffen erwirtschaftete Evonik im Geschäftsjahr 2006 einen Umsatz von 1,9 Mrd. Euro. Der Umsatz soll bis 2010 auf rund 2,3 Mrd. Euro gesteigert werden. „Das Geschäft zählt zu den margenstarken Wachstumsgebieten von Evonik“, so Spindler.

In den vergangenen drei Jahren investierte Evonik rund 420 Millionen Euro in ihre Kunststoffaktivitäten, zum Beispiel mit der Übernahme des 50-prozentigen Anteils des Joint Venture-Partners Cytec an der US-amerikanischen CYRO oder mit der Gründung eines Joint Ventures zur Herstellung des High Performance Polymers PEEK (Polyetheretherketon). Von 2007 bis 2009 soll die Investitionssumme auf rund 550 Millionen Euro gesteigert werden. Einen großen Beitrag zum angestrebten Umsatzwachstum wird die Boom-Region China leisten. Dafür investiert Evonik in das Projekt MATCH (Methacrylates to China) rund 250 Millionen Euro zur Herstellung von Methymethacrylat in Schanghai.

Anlagenbau profitiert von guter globaler Konjunktur in der Kunststoffindustrie

Wie sich Apparatebauer auf den Wachstumsmarkt Kunststoffindustrie einstellen, berichtet Wolfgang Horn, Geschäftsführer der Zeppelin Silos & Systems in Friedrichshafen im Gespräch mit PROCESS.

Konzepte für automobile Zukunft

Unter dem Motto „VisionWorks – Today and Tomorrow“ präsentiert sich Bayer MaterialScience mit Innovationen. Auf dem Stand des Unternehmens in Halle 6 werden auf mehr als 1000 Quadratmetern über 120 Exponate u.a. aus den Bereichen Fahrzeugbau, Elektrotechnik, Elektronik, Kommunikation, Medizintechnik gezeigt. Hinter den umfangreichen und vielseitigen Entwicklungen stehen Produkte und Anwendungen der vier Business Units Polyurethanes, Polycarbonates, Thermoplastic Polyurethanes und Coatings, Adhesives und Sealants.

Auf einem rund 800 Quadratmeter großen Stand präsentieren sich die Business Units Semi-Crystalline Products und Technical Rubber Products von Lanxess mit neuen Produkten und Systemlösungen auf der „K 2007“ in Düsseldorf. Der Spezialchemie-Konzern will den wichtigsten Abnehmerbranchen seine Innovationskraft demonstrieren und unterstreicht, dass er weltweit auf allen Märkten ein kompetenter Entwicklungspartner ist. „Unsere Themen und Exponate spiegeln wider, dass sich nach unserem erfolgreichen Restrukturierungs- und Konsolidierungskurs die verstärkten Investitionen in zielgerichtete Forschung und Entwicklung bereits auszahlen“, erklärt Michael Theobald, Leiter der Abteilung Branding im Bereich Kommunikation von Lanxess.

Die Hersteller von Rohstoffen, Halbzeugen und Technischen Teilen stellen in den Hallen 5 bis 8a aus. Dabei nehmen die Rohstoffproduzenten eine Nettofläche von 34 000 Quadratmetern in Anspruch, der Bereich der Verarbeitung erstreckt sich über 13 500 Quadratmeter. Die neue Halle 8b ist konzipiert als Schnittstelle zwischen den Angebotsbereichen. Rund 57 Prozent der Ausstellungsfläche wird von Firmen belegt werden, die nicht aus Deutschland stammen. Dabei ist Italien traditionell die größte ausländische Ausstellernation, die italienischen Unternehmen werden allein auf fast 30 000 Quadratmetern netto ihre Produkte zeigen. Ebenfalls stark vertreten: die Schweiz, Österreich, Taiwan sowie Frankreich, Großbritannien und die USA. Insgesamt kommen die Unternehmen, die sich an der K beteiligen, aus 58 Nationen aller Erdteile.

Die Exponate der Aussteller werden ergänzt durch eine Sonderschau mit dem griffigen Titel „Kunststoff packt’s!“ Dabei geht es um den Beitrag der polymeren Werkstoffe zu den Grundfunktionen des Verpackens Schutz, Information, Präsentation. Lösungen weit über die reine Produktverpackung hinaus stehen im Mittelpunkt; Hightechmaterialien werden ebenso eine Rolle spielen wie Transport- und Produktionsaspekte, Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Die K 2007 steht unter dem Motto „Turning Vision into Business“.

Vorab gute Zahlen präsentiert

Anlässlich der bevorstehenden Kunststoff- und Kautschukmesse K 2007 präsentierten deren Trägerverbände durchgängig positive Zahlen für das 1. Halbjahr 2007.

Schüttgutwärmetauscher in der Kunststoffindustrie auf dem Vormarsch

In vielen Prozessen kommt der Erwärmung oder Kühlung von granulat- oder pulverförmigen Schüttgütern eine entscheidende Bedeutung zu. Im PROCESS Beitrag werden aktuelle Weiterentwicklungen und Vorteile eines Schüttgutwärmetauschers erläutert.

Neue Produktinnovationen und Trends

Mit dem neuen Mini-Compounder DSE 12/36 bietet Brabender einen Doppelschneckenextruder im Miniaturmaßstab, der neben der Anwendung in der Kunststoffindustrie auch für die Pharmaindustrie zur Entwicklung pharmazeutischer Produkte von Nutzen ist.

S+S Separation and Sorting Technology präsentiert ein neues Mitglied der Magnet-Familie mit dem Namen Safemag. Das Magnetsystem wurde in enger Zusammenarbeit mit Kunden aus der Kunststoffindustrie entwickelt.

Direkte Verarbeitung ohne Vortrocknung: In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Bio-Verfahrenstechnik der Fachhochschule Hannover hat Berstorff ein neues Zweischneckenextruderkonzept zur Herstellung von Naturfasercompounds entwickelt.

Komponenten aus dem Baukastensystem: Das vollautomatische Materialleitsystem Navigator, Trockenlufttrockner der Baureihe EKO mit Öko-Anlagensteuerung und integriertem Touch Panel, das Dosiersystem Graviko sowie mobile Beistelltrockner der KKT-Baureihe präsentiert die Werner Koch Maschinenfabrik.

Intelligentes IT-System verknüpft Zuführsysteme bei der Granulatverarbeitung: Wer Granulate wirtschaftlich verarbeiten will, verlangt mehr als eine Aneinanderreihung von Einzelkomponenten. Lesen Sie, wie Lagern, Trocknen, Beschicken, Dosieren, Wiegen, Mischen und Einfärben zu einer funktionierenden Einheit zusammen finden.

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