Suchen

Best Practice in der Getränkeindustrie

Plug-and-Produce auf Basis von Module Type Package (MTP) schafft Plus an Flexibilität

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

„MTP wird in Zukunft vieles erleichtern“

„MTP wird in Zukunft vieles erleichtern“, prophezeit Patrick Eickhoff, Projektmanager für Softwareentwicklung bei Gea. „Früher haben wir zu unseren Skids eine ellenlange Datenaustauschliste bzw. Hardware-Kontaktbeschreibung ausgeliefert. Den jeweiligen Systemintegrator mussten wir entsprechend anleiten, wie er das im übergeordneten System abbilden kann. Das führt naturgemäß zu Reibungsverlusten.“

Bildergalerie

Bildergalerie mit 7 Bildern

Mit MTP setzt Gea nun einen Beschreibungsstandard ein, der es dem Maschinenbauer erlaubt, alle notwendigen Informationen, Moduleigenschaften, Zustandsbeschreibungen, Schnittstellen, ja sogar Lage-, Farb- und Größeninformationen von Bedienbildelementen standardisiert zu übermitteln. „Für uns als Skid-Hersteller ergibt sich daraus der große Vorteil, dass wir das im Modul sitzende Prozesswissen nun gebündelt und eindeutig übergeben“, erläutert Klomfas. „Künftig legen weitestgehend wir fest, welche Informationen unserer Maschinen beim Kunden visualisiert werden.“

Kollege Eickhoff ergänzt: „Neben dem mechanischen Factory-Acceptance-Test können wir in Zukunft auf unseren Prüfständen auch protokollieren, wie Meldungen und Alarme aussehen. Der Endanwender profitiert also direkt von unserem Prozess- und Engineering-Wissen. Das sorgt für weniger Aufwand und mehr Planungssicherheit.“

Kunden als Gewinner

Die Vorteile für Endanwender sind zahlreich. So ergibt sich eine anlagenweit einheitliche Visualisierung und Bedienung – selbst bei Einsatz von Modulen unterschiedlicher Hersteller. Mit MTP wird die Bedien- und Beobachtungsoberfläche nach anwenderspezifischen Vorgaben einheitlich generiert. Das übergeordnete System orchestriert dann die eingesetzten Einzelkomponenten. Dazu stellen die Module ihre verfahrenstechnische Funktion als Dienst zur Verfügung und das Leitsystem ruft diesen Service jeweils entsprechend dem Gesamtprozess ab.

Dieses Zusammenspiel führt zu ganz neuen Dimensionen an Flexibilität: Prozessabläufe lassen sich ohne großen Engineering-Aufwand abwandeln und Produktionsmengen lassen sich durch Hinzufügen bzw. Entfernen von Modulen höchst wirtschaftlich verändern. Anpassungen an Markterfordernisse sind somit sehr kurzfristig und einfach möglich. „Endkunden profitieren von mehr Flexibilität bei gleichzeitig wesentlich geringerem Zeit- und Kostenaufwand im Engineering, der Inbetriebsetzung oder bei Produktions- bzw. Prozessanpassungen“, zählt Uwe Börner auf, der bei Siemens als Corporate Account Manager für Gea zuständig ist.

Praxiserprobte Vorteile

„Bereits heute gewinnen wir Gea-intern durch den Einsatz von MTP“, berichtet Wiemann. „Wir sind ja nicht nur Modulhersteller, sondern auch Anlagenbauer. Gea liefert schlüsselfertige Anlagen, die mit einer Vielzahl unserer Komponenten ausgerüstet sind. Wir treten also ebenfalls als Systemintegrator auf und werden mit MTP in Zukunft Anlagenprojekte sehr viel schneller realisieren können.“

Die Kooperation mit Siemens hilft bei der raschen Umsetzung solcher Ziele: „Wir arbeiten eng mit der Produktentwicklung zusammen“, berichtet Eickhoff. „Die Wege sind kurz, Herausforderungen werden in unternehmensübergreifender Teamarbeit gemeistert und alle gewinnen: Siemens profitiert von unserem Wissen um Kundenanforderungen. Wir können auf diese Wünsche wiederum noch besser eingehen und bei konkreter Nachfrage nach MTP-fähigen Modulen stabile Lösungen liefern, die wir gemeinsam mit dem Systemhersteller unserer Steuerungen entwickelt haben.“

Herberg fasst das erste Ergebnis der Kooperation mit Siemens in Sachen MTP zusammen: „Mit „Plug & win“ zu Plug-and-Produce! Unsere Separatoren waren auch vor 25 Jahren bereits vorbildlich automatisiert. Den Fortschritt mit Einführung von MTP sehen wir vor allem in einem deutlichen Plus an Kompatibilität. Ein strukturierter Datenaustausch führt zu mehr Transparenz und damit für Anwender zu mehr Möglichkeiten und weniger Kosten.“

Tipp der Redaktion: Folgen Sie uns auf eine Zeitreise zu den Höhepunkten der Prozessindustrie und entdecken Sie die Meilensteine aus Chemie-, Pharma- und Verfahrenstechnik: Sowohl Siemens als auch Gea haben als Vordenker und Impulsgeber in den Kategorien Digitalisierung/Industrie 4.0 bzw. Trenntechnik überzeugt:

Wissen ist Wettbewerbsvorteil Ob Branchennews, innovative Produkte, Bildergalerien oder auch exklusive Videointerviews. Sichern auch Sie sich diesen Informationsvorsprung und abonnieren Sie unseren redaktionellen Branchen-Newsletter „Food & Beverage kompakt“<

* Der Autor ist Marketing Manager for Digital Enterprise, Siemens AG, Karlsruhe.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45909782)