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Phosphor aus Klärschlamm Pilotanlage für Phosphor-Rückgewinnung geht in Betrieb

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Im Großklärwerk Nürnberg ist heute eine Pilotanlage in Betrieb gegangen, mit der ein neues Verfahren erprobt wird, das Phosphor aus Klärschlamm zurück gewinnen soll. Die vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit 4,2 Millionen Euro geförderte Anlage setzt auf das Metallurgische Phosphorrecycling-Verfahren.

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„Unser Ziel, das Wirtschaftswachstum weitgehend vom Ressourceneinsatz zu entkoppeln, werden wir nur erreichen, wenn wir die Ressourceneffizienz in Produktion und Konsum steigern und eine entsprechende Kreislaufwirtschaft aufbauen“, sagte Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), bei der Inbetriebnahme der Pilotanlage.
„Unser Ziel, das Wirtschaftswachstum weitgehend vom Ressourceneinsatz zu entkoppeln, werden wir nur erreichen, wenn wir die Ressourceneffizienz in Produktion und Konsum steigern und eine entsprechende Kreislaufwirtschaft aufbauen“, sagte Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), bei der Inbetriebnahme der Pilotanlage.
(Bild: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung)

Nürnberg – Für Klärschlamm werden derzeit alternative Verwertungsmöglichkeiten gesucht. Grund dafür sind die bevorstehenden Novellierungen der Klärschlamm- bzw. Düngemittelverordnung. Die Bundesregierung beabsichtigt, die Klärschlammausbringung zu Düngezwecken stark einzuschränken, um so Trinkwasser und Meere besser zu schützen. Zugleich soll Phosphor, der für die Landwirtschaft ein unerlässlicher Mineraldünger ist, als Rohstoff aus dem Abwasserstrom zurückgewonnen werden.

Die Rückgewinnung von Phosphor bei gleichzeitiger Verwertung und energetischer Nutzung des Klärschlamms sei ein gutes Beispiel dafür, wie innovative Forschungsprojekte in die Anwendung kommen können. Bis etwa zur Hälfte des deutschen Phosphorbedarfs könnte aus dem in Deutschland anfallenden Klärschlamm gedeckt werden und so die Abhängigkeit von ausländischen Phosphorproduzenten reduzieren. Phosphor findet nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in vielen technischen Bereichen Verwendung.

Kupolofen ist Herzstück der Anlage

Grundlage der halbtechnischen, vom BMBF geförderten Pilotanlage ist das sogenannte Metallurgische Phosphorrecycling-Verfahren. Das Herzstück der Anlage ist ein sogenannter Kupolofen, der üblicherweise zur Herstellung von Gusseisen aus Schrott und Roheisen verwendet wird: In ihm wird der Klärschlamm bei Temperaturen von bis zu 2000 °C eingeschmolzen. Die Technologie wird erstmalig in dieser Größenordnung und für die Verwertung von Klärschlamm erprobt.

In dem vom BMBF mit 4,2 Millionen Euro geförderten Vorhaben arbeiten unter der Leitung der Klärschlammverwertung Nürnberg zwei Wirtschaftspartner sowie vier Forschungseinrichtungen zusammen. Die Pilotanlage ist Teil der BMBF-Fördermaßnahme „Zukunftsfähige Technologien und Konzepte für eine Energieeffiziente und Ressourcenschonende Wasserwirtschaft“ in dem BMBF-Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA)“.

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