Steuerhinterziehung und Korruption Pharmabranche im Compliance-Visier des Diplomatic Council

Das Diplomatic Council (DC) hat ein neues DC Global Compliance Forum ins Leben gerufen, das vor allem die Pharmaindustrie ins Visier nehmen will. Das Forum des globalen Think Tank, der die Vereinten Nationen berät, widmet sich vor allem der Bekämpfung der transnationalen Wirtschaftskriminalität mit den Schwerpunkten Steuerhinterziehung, Korruption und Geldwäsche.

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Ein Forum des Diplomatic Council will Steuerhinterziehung, Korruption und Geldwäsche bekämpfen.
Ein Forum des Diplomatic Council will Steuerhinterziehung, Korruption und Geldwäsche bekämpfen.
(Bild: © SZ-Designs - Fotolia)

Berlin, New York/USA – Über das Forum will das Diplomatic Council Unternehmen bei der Entwicklung und Einhaltung von Compliance-Regeln unterstützen und vor den Risiken bei deren Verletzung schützen. Der Vorsitzende Thomas Durchlaub ist im Rang eines DC Business Ambassadors (Wirtschaftsbotschafter) als Chairman des DC Global Compliance Forum im Diplomatic Council engagiert.

„Die aktuelle Gesetzgebung zur Geldwäschebekämpfung auf europäischer und nationaler Ebene sowie die zunehmende Anzahl terroristischer Anschläge auf der ganzen Welt, zuletzt auch in Europa, lassen erwarten, dass die jeweiligen staatlichen Aufsichts- und Strafverfolgungsbehörden die Einhaltung der Anti-Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierung-Compliance energischer vorantreiben werden als je zuvor“, erklärt Durchlaub.

„Pharmahersteller und Pharmahändler, die nicht in das Blickfeld der Strafverfolgungsbehörden geraten wollen, sollten besser darauf achten, dass sie die aktuelle internationale Rechtsprechung zu Compliance-Fragen genau kennen und penibel einhalten“, so Durchlaub. Firmenmitglieder des Diplomatic Council können ihre Compliance-Regularien durch das Forum überprüfen und anpassen lassen. Die Mitgliedschaft in dem globalen Think Tank kann unter www.diplomatic-council.org beantragt werden.

Enge Zusammenarbeit mit der UNO und der Wirtschaft

Das Diplomatic Council arbeitet im Rahmen des Global Compliance Forums eng mit den Kommissionen der Vereinten Nationen zusammen, die sich diesem Themenspektrum verschrieben haben. An erster Stelle ist hierbei die UN Commission on Crime Prevention and Criminal Justice (CCPCJ) zu nennen, die vom Diplomatic Council erst im Mai 2016 im Rahmen einer eigenen Veranstaltung im Vienna International Center (VIC) hinsichtlich aktueller Compliance-Themen beraten wurde.

„Unser Ziel ist es, im Dialog mit den Beteiligten aus der Wirtschaft und Diplomatie Lösungen zu entwickeln, um sich in Zeiten der Globalisierung der Märkte und den damit verbundenen steigenden rechtlichen Anforderungen rechtssicher compliant zu verhalten. Nur auf diese Weise können die Beteiligten auf eine gerechte und transparente Marktwirtschaft hinwirken, die im Übrigen auch eine unabdingbare Voraussetzung für einen nachhaltigen Friedensprozess darstellt“, erklärt Durchlaub.

Konzerne sind vor Gesetzesverstößen nicht gefeit

Die Praxis zeigt nach Einschätzung des Diplomatic Council, dass selbst die größten Konzerne, von denen die Öffentlichkeit traditionell eine ordnungsgemäße Unternehmensführung erwartet, nicht frei von Compliance- und vor allem Gesetzesverstößen sind. Die langfristigen Folgen solcher Vorfälle können derzeitig nur erahnt werden, meint das Diplomatic Council.

„Den maßgeblichen Wirtschaftsbranchen ist gemeinsam, dass die Vielfalt und Komplexität der von Unternehmen zu beachtenden Regelungen – gerade im Zuge der Harmonisierung auf europäischer sowie, in einem geringeren Maße, internationaler Ebene – in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen hat. In diesem Sinne erscheint es in manchen Branchen wie dem Pharmasektor nicht als realitätsfremd, stellenweise von einer Überregulierung zu sprechen“, sagt Durchlaub.

Als Branche mit besonderem Interesse an Compliance-Fragen nennt das Diplomatic Council die Pharmaindustrie, gefolgt von Banken und Versicherungen, dem E-Commerce, der Bau- und Immobilienwirtschaft, dem Transportgewerbe, der Kreislauf- und Abfallwirtschaft sowie der Öffentlichen Verwaltung. Die meisten Pharmaunternehmen sind laut DC von Compliance-Risiken auf mehreren Rechtsgebieten betroffen, etwa im Rahmen von Zulassungen, des Human Resources Managements (z.B. im Hinblick auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das Mutterschutzgesetz, das Teilzeitbefristungsgesetz oder diverse Sozialgesetzbücher), des Arbeitsstrafrechts, des Insolvenzrechts, des Datenschutzrechts sowie des neuen Antikorruptionsgesetzes im Gesundheitswesen.

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