Konzernergebniss Novartis Pharmabereich rückläufig - Restrukturierungen sollen 1,6 Milliarden Dollar einsparen

Redakteur: Marion Wiesmann

Novartis erzielte 2007 ein moderates Wachstum - beeinträchtigt durch die Division Pharmaceuticals in den USA. Das Unternehmen reagiert auf die aktuelle Lage mit einem straffen Sanierungsplan.

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Qualitätskontrolle bei Novartis
Qualitätskontrolle bei Novartis
( Bild: Novartis )

Dank des Verkaufs des Ernährungsgeschäfts Medical Nutrition und Gerber verzeichnet Novartis im vergangenen Jahr einen Reingewinn von 12 Milliarden Dollar. Doch der Reingewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen sank um vier Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar.

Das operative Ergebnis aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen sank um elf Prozent, beeinflusst durch einmalige Aufwendungen in Milliardenhöhe: So verbuchte Novartis eine Konzernrückstellung für Umweltsanierungen über 590 Millionen Dollar und 444 Millionen für die Sanierungsmaßnahme „Forward“. Bereinigt um diese Aufwendungen entstand ein moderates Wachstum des operativen Ergebnisses um zwei Prozent.

Pharmaceuticals bleibt Sorgenkind

Der umsatzstärkste Geschäftsbereich Pharmaceuticals ist mit (bereinigt) fünf Prozent Umsatzeinbruch gleichzeitig das größte Sorgenkind des Konzerns. Auf Grund der Konkurrenz durch Generika für Lotrel, Lamisil, Trileptal und Famvir und des Verkaufsstopps für Zelnorm ging der Nettoumsatz in den USA um acht Prozent zurück. In Europa und Lateinamerika wurden jedoch zweistellige Zuwächse erzielt. Der Umsatz des Blutdruckmedikaments Diovan übertraf erstmals fünf Milliarden Dollar. Das Krebsmedikament Glivec/Gleevec erzielte einen Umsatz von mehr als USD 3 Milliarden. Zudem verzeichnete Novartis 15 Zulassungsgenehmigungen in den USA und der EU - darunter Exforge, Rasilez/Tekturna, Lucentis, Exjade und Xolair. Das Unternehmen rechnet mit weiteren Nettoumsatzeinbussen in den USA im ersten Halbjahr 2008. Eine neue Wachstumsphase wird im zweiten Halbjahr erwartet.

Mit Generika und Impfstoffen erfolgreich

Die Generikatochter Sandoz verzeichnete 2007 mit einem Nettoumsatz von 1,039 Milliarden Dollar hingegen ein Plus von 41 Prozent. Dieses Wachstum ist laut Novartis besonders auf USA und Osteuropa zurückzuführen.

Und auch das Geschäft mit Impfstoffen in der Division Vaccines and Diagnostics stimmt das Novartis-Management freudig: Auf vergleichbarer Jahresbasis legte der Nettoumsatz um 25 Prozent zu – einschliesslich des ungeprüften Nettoumsatzes in den vier Monaten vor der Akquisition des US-Impfstoffherstellers Chiron im Mai 2006. Auch das operative Ergebnis der Division Consumer Health verbesserte sich um 19 Prozent. Novartis führt das auf die Umstellung des Portfolios und geografische Expansion zurück.

Sanierungsprogramm soll 1,6 Milliarden Dollar einsparen

Gerade in den USA rechnen Analysten für 2008 mit dem schwächsten Zuwachs seit mehreren Jahrzehnten. Diesen Prognosen begegnet Novartis mit „Forward“ , einem umfangreichen Restrukturierungsprogramm, das im Dezember 2007 gestartet wurde und 2008 und 2009 umgesetzt werden soll. Novartis erwartet für 2010 eine jährliche Kostenersparnis von 1,6 Milliarden Dollar vor Steuern. Der geplanten Effizienz- und Produktivitätssteigerung fallen 2500 Stellen zum Opfer.

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