Förderinitiative Nachhaltige Pharmazie

Pharma-Initiative bekämpft Ursachen von Umweltbelastungen

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Hauptsächlich bündelt Merck in der Retrologistik mehrere Stoffströme und bindet sie in neue Prozesse ein: Rückläufe aus dem Verkauf, benutzte Verpackungen, gebrauchte Küvetten-Tests sowie gebrauchte Lösungsmittel und Laborchemikalien. Die Methoden der Chemielogistiker bilden einen ganzen Werkzeugkasten: Verpackungen werden, wo immer möglich, unter Einhaltung hoher Standards gereinigt und dem Prozess wieder zugeführt. Für heterogene Packmittel gibt es dabei spezielle Lösungen. So betreibt Merck in Darmstadt für die aus vielen unterschiedlichen Elementen bestehenden Küvetten-Tests eine eigene Anlage, in der die Packungen auseinandergenommen und in sortenreinen Teilen recycelt werden.

Pfizer verfolgt seit Jahren bereits eine umfassende „Grüne Strategie“. Mit eigenen Klimazielen sowie zahlreichen großen und kleinen Schritten setzt das Unternehmen konsequent auf nachhaltiges und ressourcenschonendes Handeln. Als Vorreiter gilt das Arzneimittelproduktionswerk in Freiburg. Es hat seinen CO2-Ausstoß drastisch reduziert und kann heute mehr als 90 % seiner Energie aus regenerativen Quellen wie der Solarwärme decken. Eine Geothermie-Anlage und eine der größten Holzpellets-Heizungsanlagen in Europa versorgen die Gebäude mit Wärme. Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen bedeutet, wo möglich, Abfall zu vermeiden - und wo er anfällt, sinnvoll mit ihm umzugehen und Reststoffe einer weiteren Verwertung zuzuführen.

Kommunale Kläranlagen vor großen Problemen

Die von der Pharma-Industrie produzierten Arzneimittel helfen dem Menschen - und sie stellen (weil zu oft unsachgemäß über die Toilette entsorgt) die kommunalen Kläranlagen vor große Probleme. Denn mit den herkömmlichen drei Reinigungsstufen können sie nicht alle Arzneimittelrückstände vollständig aus dem Abwasser entfernen. Eine relativ teure, aber sehr effektive Methode, auch Spuren von Arzneimitteln und deren Abbauprodukte zu eliminieren, ist die Ausstattung von Kläranlagen mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe. Solche zusätzlichen Reinigungsschritte sind vor allem eine Ozonbehandlung des Abwassers oder die Aktivkohlefilterung. Nicht nur die Arzneimittelbelastung der Gewässer könnte dabei deutlich reduziert werden, auch zahlreiche andere gewässerbelastende Chemikalien würden entfernt.

In einem Forschungsprojekt des Fraunhofer Instituts für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) und AWAS International ist es gelungen, mit einer Verfahrenskombination aus Aktivkohle-Adsorption und Membranfiltration eine entsprechende technische Lösung zu entwickeln. Dabei werden keramische Membranen mit Kohlenstoff als adsorptiv wirksamer Filtrationsschicht imprägniert. Es ist gelungen, das Antiepileptikum Carbamazepin bis zu Konzentrationen von mehreren mg/l sicher zurück-zuhalten.

Da in der Praxis die im Abwasser auftretenden Konzentrationen im Nanogrammbereich liegen, ist eine lange Standzeit des Membran-Adsorbers zu erwarten. Auch die Desinfektionsleistung des neuen Systems wurde bestätigt: Die Keimbelastung, gemessen als koloniebildende Einheiten an coliformen Bakterien (KBE), wurde auf 0 KBE/100 mg reduziert. Am Ende des Lebenszyklus kann die Aktivkohle ausgebrannt und neu aufgebracht werdend, während sich der Membranträger recyceln lässt.

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