Agrarchemie Pflanzenschutzmittel und Dünger nach wie vor gefragt

Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Der Markt für Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger in Deutschland ist im vergangenen Jahr gewachsen. Zahlen und Hintergründe lieferte der Industrieverband Agrar bei seiner Jahrespressekonferenz.

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Pflanzenschutz-Markt in Deutschland
Pflanzenschutz-Markt in Deutschland
(Bild: IVA)

Frankfurt/M. – Der Markt für Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger in Deutschland ist im vergangenen Jahr gewachsen. Im Pflanzenschutzbereich steigerten die Anbieter ihre Umsätze im Jahr 2014 um 6,2 Prozent auf 1,60 Milliarden Euro (2013: rund 1,51 Mrd. Euro). Bei den Mineraldüngern stieg der Gesamtumsatz im selben Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf jetzt knapp 3,1 Milliarden Euro (2013: 3,0 Mrd. Euro). Diese Zahlen legte kürzlich der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) vor.

Erhöhter Krankheitsdruck bei Kulturpflanzen

Im Pflanzenschutzbereich ist der Umsatzanstieg auf eine ganze Reihe von Faktoren in der vergangenen Saison zurückzuführen. Eine Umsatzsteigerung um fast 11 Prozent war im Fungizid-Segment zu verzeichnen, wo sich laut IVA Preiseffekte und ein erhöhter Krankheitsdruck bei den Kulturpflanzen auswirkten. Auch kleinere Einzeleffekte trugen nach Angaben des Verbands zum Wachstum des Gesamtmarkts bei: So waren im Insektizid-Bereich in Folge des EU-weiten Verbots neonikotinoider Beizen im Herbst verstärkt Mittel für Spritzanwendungen gefragt; das stärkere Auftreten von Nacktschnecken zur Aussaat 2014/15 führte zu einen Nachfrageanstieg bei Molluskiziden (Schneckenmittel).

„Das vergangene Jahr zeigt deutlich: Moderne Pflanzenschutzmittel sind für eine produktive Landwirtschaft unverzichtbar. Die Zahlen spiegeln einerseits den enormen Bedarf der Landwirte; andererseits sind die Zahlen auch trügerisch, weil sie darüber hinwegtäuschen, dass durch teils realitätsferne Zulassungshürden bewährte Produkte verschwinden und neue nicht auf den Markt kommen können“, sagte IVA-Präsident Dr. Helmut Schramm.

Auch für die Entwicklung des Marktes für Mineraldünger wies Prof. Hermann Kuhlmann, Vorsitzender des IVA-Fachbereichs Pflanzenernährung, auf die Nachfrageeffekte hin: „Das Preisniveau auf den internationalen Märkten bestimmt letztlich auch die Preisentwicklung bei Mineraldüngern in Deutschland. Die Höhe der landwirtschaftlichen Erzeugerpreise beeinflusst die Nachfrage nach Düngemitteln und damit auch die Düngerpreise. Die Nachfrage nach Düngemitteln in der laufenden Saison wird in etwa der des Vorjahres entsprechen.“

Erwartete Effekte der Düngeverordnung

Kuhlmann zog ferner Schlüsse aus der Novelle der Düngeverordnung, dem derzeit bestimmenden Regulierungsthema für den Bereich Pflanzenernährung, und aus den mit ihr verbundenen Höchstwerten für Stickstoff-Bilanzüberschüsse: „In Regionen, die ihren Stickstoff-Bedarf hauptsächlich oder zur Gänze mit Mineraldünger decken, werden die landwirtschaftlichen Betriebe keine Schwierigkeiten haben, den maximal erlaubten Flächenbilanzüberschuss von 60 kg N/ha einzuhalten. Viehstarke Regionen werden dagegen Probleme bekommen. Sie müssen entweder ihre Tierbestände reduzieren oder Gülle in Ackerbauregionen exportieren. Gülleexport in Ackerbauregionen wird dort wahrscheinlich zu einer geringeren mineralischen Stickstoffdüngung führen.“

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