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Insolvenz

Petroplus stellt Insolvenzantrag

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Petroplus, Betreiber von fünf Raffinerien in Deutschland meldet Insolvenzverfahren an. (Bild: Wikimedia/PROCESS)
Petroplus, Betreiber von fünf Raffinerien in Deutschland meldet Insolvenzverfahren an. (Bild: Wikimedia/PROCESS)

Der schweizer Rohölverarbeiter Petroplus hat Dienstag Vormittag das Insolvenzverfahren beantragt. Nachdem Verhandlungen mit Banken und Kreditgebern gescheitert sind, musste das finanziell angeschlagene Unternehmen die Notbremse ziehen und will in der Schweiz so schnell wie möglich Nachlassstundung beantragen.

Zug/Schweiz – Petroplus hat sich mit seiner Konzernstrategie verhoben und muss nun in die Insolvenz. Die Höhe der Schulden ist noch nicht absehbar. Momentan hat der Konzern Anleihen und Wandelanleihen im Nominalwert von mehr als zwei Milliarden Dollar ausstehen. Nach Firmenangaben wurden 1,75 Milliarden Dollar als Folge des Scheiterns der Kreditverhandlungen fällig gestellt. Konzernchef Jean-Paul Vettier erklärte das Scheitern mit den schwierigen Bedingungen auf den europäischen Kreditmärkten und in der Raffineriebranche. Momentan steht der Aktienkurs nach steilem Fall um 82,99 Prozent bei 25 Rappen.

Über 2500 Arbeitsplätze in Gefahr

Petroplus, mit Hauptsitz Zug in der Schweiz, beschäftigt europaweit über 2500 Mitarbeiter und hat sich auf das Raffinieren von Erdölprodukten spezialisiert. Insgesamt betreibt der Konzern fünf Raffinerien in Ingolstadt, Antwerpen/Belgien, Cressier/Schweiz, Petit Couronne/Frankreich und Coryton/Großbritannien, die insgesamt 667.000 Barrel Erdöl pro Tag verarbeiten. Petroplus hat neben der Raffinerie Ingolstadt noch bayerische Vertriebs-Standorte in Nürnberg, Regensburg und Bergkirchen bei München.

Petroplus in Ingolstadt produziert weiter

Die Raffinerie in Ingolstadt wurde heute Morgen durch eine Pressemitteilung der Petroplus Holding AG informiert. Die rund 330 Mitarbeiter am 128 Hektar großen Standort erhielten unmittelbar Bescheid, im Anschluss wurde am Amtsgericht Ingolstadt das Insolvenzverfahren angemeldet. Die Raffinerie hat eine Gesamtkapazität von 110.000 Barrel pro Tag und wird über eine 753 Kilometer lange, transalpine Pipeline vom italienischen Hafen in Triest beliefert. Momentan läuft die Produktion in Ingolstadt auf halber Kapazität weiter und Kunden werden nach Unternehmensinformationen normal beliefert. Die Pleite der Petroplus Holding reißt die Raffinerie in Deutschland mit in die Insolvenz, obwohl laut eigenen Angaben „die Raffinerie und das Marketing in Deutschland gut aufgestellt“ sind. Aktuell wird in Ingolstadt noch Rohöl verarbeitet, wie lange die Produktion allerdings weiter läuft ist unklar.

Weitere Informationen zur Insolvenz von Petroplus und dem größten Standort Coryton/England können auf unserer internationalen WebsitePROCESSworldwidegelesen werden.

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