Personalpolitik

Permanent auf dem Prüfstand – die Personalentwicklung im Wandel

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Die Funktion der Personalentwickler wandelt sich

Wie die Unternehmen dieses Dilemma (mittelfristig) lösen, ist heute noch nicht vorhersagbar. Klar ist aber: Die Personalentwicklung, ja Personalarbeit insgesamt in den Unternehmen wird sich in den nächsten Jahren dramatisch verändern. Eine ihrer Hauptfunktionen wird es künftig sein, relativ kurzfristig dafür zu sorgen, dass dem Unternehmen die benötigten Mitarbeiter mit den erforderlichen Kompetenzen zur Verfügung stehen.

Ein Indiz hierfür ist die Ausweitung der Leiharbeit. Während sie sich bis vor wenigen Jahren weitgehend auf die Produktionsbereiche beschränkte, ist es heute in den Unternehmen bereits gang und gäbe, dass zum Beispiel auch in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen „Leiharbeiter“ sitzen. Und sogar Bereichs- und Projektleiter-Posten werden zunehmend mit „Leiharbeitern“ besetzt.

Diese „Leiharbeiter“ oder Mitarbeiter auf Zeit werden zwar nicht Leiharbeiter, sondern meist „Interim-Manager“ genannt; sie sind jedoch ein Beleg dafür, dass den Unternehmen eigene Mitarbeiter mit den erforderlichen Kompetenzen fehlen. Diese Entwicklungstendenz wird sich verstärken. Wenig gewagt ist die These: Künftig werden die Unternehmen noch viel häufiger als heute benötigte Kompetenzen auf Zeit einkaufen, statt diese firmenintern aufzubauen.

Mitarbeiter werden stärker in die Pflicht genommen

Ein weiteres Indiz für einen Paradigmenwechsel in der Personalentwicklung ist, dass immer mehr Unternehmen propagieren: Die Personalentwicklungs-Kompetenz muss sich auf die operative Ebene verlagern. Das heißt: Die Mitarbeiter müssen sich zu Selbstentwicklern entwickeln, die selbst dafür sorgen, dass sie auch künftig über die benötigte Kompetenz verfügen.

Diskutiert wurde hierüber unter dem Stichwort „Employability“ bereits seit vielen Jahren. Doch was lange Zeit eher eine akademische Diskussion in Personalentwicklerkreisen war, ist nun in der betrieblichen Realität angekommen. Nahezu übereinstimmend betonen heute fast alle größeren Unternehmen: Unsere Mitarbeiter sind auch selbst für die Entwicklung ihrer Kompetenz verantwortlich – unterstützt von ihren Führungskräften.

Personalentwickler werden firmeninterne Dienstleister

Doch welche Funktion haben künftig dann noch die firmeninternen Personalentwickler? Eine zentrale Aufgabe von ihnen wird es sein, den Mitarbeitern (und ihren Führungskräften) die Tools zur Verfügung zu stellen, die diese zum Entwickeln ihrer Kompetenz brauchen. Hierbei wird es sich im Zuge der Digitalisierung der Unternehmen verstärkt um Online-Tools handeln, wie sie bereits beim Blendend Learning zum Einsatz kommen.

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Eine weitere Kernaufgabe der Personalentwickler wird es sein, für das erforderliche Allignment bei der Kompetenzentwicklung in der Organisation zu sorgen, damit zum Beispiel die Führungskräfte und die Projektmanager im Unternehmen bei ihrer Arbeit weitgehend das Führungs- beziehungsweise Projektmanagement-Verständnis haben und nicht in unterschiedliche Richtungen ziehen.

Diese Kernaufgaben professionell wahrzunehmen, erfordert ein Umdenken bei den Personalentwicklern. Inwieweit ihnen dieses gelingt, wird über das künftige Standing der Personalentwicklung in den Unternehmen mitentscheiden.

Dr. Albrecht Müllerschön ist Inhaber der Müllerschön Managementberatung.
Dr. Albrecht Müllerschön ist Inhaber der Müllerschön Managementberatung.
(Bild: Müllerschön Managementberatung)

Über den Autor

Dr. Albrecht Müllerschön ist Inhaber der Müllerschön Managementberatung in Starzeln (Baden-Württemberg). Der Wirtschaftspsychologe und Lehrcoach ist Autor mehrerer Personal-Fachbücher.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Schwesterportal marconomy.

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