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Personalpolitik Permanent auf dem Prüfstand – die Personalentwicklung im Wandel

| Autor / Redakteur: Dr. Albrecht Müllerschön / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Quo vadis Personalentwicklung? Diese Frage stellt sich aktuell so vehement wie noch nie. Denn die meisten Unternehmen wissen heute noch nicht, wie viele Mitarbeiter und welche Kompetenzen sie in einigen Jahren brauchen. Deshalb ist eine langfristig orientierte Personalentwicklung kaum noch möglich.

Wohin geht die Reise in der Personalentwicklung? Eines steht fest: bei den Personalentwicklern ist Umdenken gefragt!
Wohin geht die Reise in der Personalentwicklung? Eines steht fest: bei den Personalentwicklern ist Umdenken gefragt!
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

„Wir betreiben eine strategische Personalentwicklung.“ „Unsere Personalentwicklung orientiert sich an den strategischen Zielen des Unternehmens.“ Solche Sätze waren über viele Jahre hinweg sozusagen die Kernaussagen der Personalentwickler in (Groß-)Unternehmen, wenn man mit ihnen über ihre Arbeit sprach. Und in ihnen dokumentierte sich zugleich ihr Selbstverständnis – nämlich strategische Partner der Unternehmensführung beim Erreichen der Unternehmensziele zu sein.

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Seit einigen Jahren vernimmt man solche Aussagen seltener. Und die oft auf viele Jahre, teils sogar Jahrzehnte angelegten Führungs- und Managemententwicklungsprogramme, die die firmeninternen Personalentwickler so gerne, voller Stolz präsentierten – als Belege für ihre strategische Arbeitsweise? Sie wurden inzwischen in den meisten Unternehmen auf Eis gelegt.

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Entsprechendes gilt für die Weiterbildung in den Unternehmen. Sie ist heute viel weniger an einer langfristigen Kompetenzentwicklung orientiert als noch vor einem Jahrzehnt. Sie fokussiert sich heute weitgehend darauf, akute Kompetenzdefizite zu beheben, die sich zum Beispiel aus dem Einführen neuer Technologien, dem Verändern von Abläufen in der Organisation oder Marktveränderungen ergeben.

VUCA-Welt erschwert langfristige Planung

Die zentrale Ursache hierfür ist: In der sogenannten VUCA-Welt (volatility, uncertainty, complexity, ambiguity) von heute können Unternehmen nur noch bedingt einschätzen, wie sich ihr Markt in den nächsten fünf oder gar zehn Jahren entwickelt, welche Problemlösungen dann aufgrund des technischen Fortschritts möglich sind und welche Auswirkungen sich hieraus für ihr Geschäftsmodell ergeben.

Entsprechend kurzfristig sind ihre Strategien. Sie stehen sozusagen permanent auf dem Prüfstand. Deshalb können sich in der VUCA-Welt auch viele Personalentscheidungen, die heute sinnvoll erscheinen, in zwei, drei Jahren als falsch erweisen.

Das bringt viele Unternehmen in folgendes Dilemma: Einerseits müssen sie eine vorausschauende Personalpolitik betreiben, um sicher zu stellen, dass sie auch in einigen Jahren noch die benötigten Mitarbeiter mit den erforderlichen Kompetenzen haben; andererseits können sie heute oft noch nicht sagen, wie viele Mitarbeiter sie in drei, fünf oder gar zehn Jahren brauchen und welche Kompetenzen diese dann benötigen.

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