Worldwide China Indien

Pastillierungssysteme

Pastillieren im Reinraum: vom Labormaßstab bis zur Hochleistungsanlage

| Autor / Redakteur: Alexander Stark / Alexander Stark

Das Verfahren liefert gleichmäßige Pastillen bei einer stabilen und staubfreien Produktion.
Bildergalerie: 2 Bilder
Das Verfahren liefert gleichmäßige Pastillen bei einer stabilen und staubfreien Produktion. (Bild: Ipco/Busch)

Schmelzen und viskose Flüssigkeiten auf einem Stahlband zu verfestigen, hat viele Vorteile: Es ist ein staubarmes Verfahren, das sehr gleichmäßig Granulate erzeugt. Mit GMP-konformen Konzepten für seine Pastillierungssysteme unterstützt Ipco besonders Hersteller von Lebensmitteln, Kosmetika und Arzneimitteln.

Good Manufacturing Practice (kurz: GMP) bildet für Lebensmittel- und Pharmahersteller die Basis für höchste Qualitätsstandards. Durch die Orientierung an den Richtlinien und Vorschriften, die dieser Leitfaden umfasst, stellen Unternehmen sicher, dass ihre Produktion im Einklang mit internationalen Standards und auf hohem Qualitätsniveau stattfindet. Zu den Anforderungen gehört insbesondere die Gewährleistung einer sauberen und hygienischen Produktionsumgebung.

Diesen Prinzipien folgt Ipco beim hygienischen Design seiner Rotoform-Pastilliersysteme für Lebensmittel, Kosmetika und Pharmaprodukte. So pastillieren diese Anlagen beispielsweise Fettsäuren und Fettalkohole, um sie als Tenside in Seifen und Reinigungsmitteln oder als Weichermacher, Verdickungsmittel und Emulgatoren in Cremes oder Salben zu verarbeiten. Weitere Anwendungen für hygienesensible Produkte sind Kakaomasse, Schokolade, Käse, Gelatine, Sau­cen, Suppenkonzentrate, Sorbit, Karamell und vieles mehr.

Die Ansprüche unterscheiden sich je nach Branche und Produkt. Deshalb beginnt jeder Auftrag mit der Entwicklung eines Konzepts, das gemeinsam mit dem Kunden erstellt wird. So sind die Rotoform-Maschinen nicht standardmäßig GMP-konform. Je nach Produkt und Vorgabe wird daher zunächst ein realistischer Anforderungskatalog erarbeitet, der für die Erfüllung der GMP-Regeln notwendige Maßnahmen enthält. Den individuellen Anforderungen entsprechend, werden die Anlagen dann nach den Vorgaben der Kunden gebaut. Dabei wird beispielsweise für eine optimale Reinigbarkeit und Zugänglichkeit gesorgt.

Hochwertige Pastillen

Die Rotoform-Technologie deckt ein breites Spektrum an Viskositäten ab und ermöglicht die Herstellung von Pastillen unterschiedlichster Größe. Durch das Verfahren werden auf produktive Art und Weise chemische Schmelzen zu rieselfähigen, gleichmäßigen Pas­tillen verfestigt, die sich einfach fördern, lagern, dosieren und mischen lassen. Unterschiedliche Produktviskositäten können verarbeitet und verschiedene Pastillengrößen durch einfaches Auswechseln des rotierenden Außenrohrs und der Düsenleiste produziert werden. Indem die Pastillen direkt aus der Schmelze verfestigt werden, entfallen die Energie- und Maschinenkosten nachgelagerter Zerkleinerungs-, Brech- oder Mahlprozesse. Dank kurzer Kühlzeiten entweichen bei diesem umweltfreundlichen Verfahren keine Schadstoffe in die Atmosphäre. Außerdem sorgt der Prozess für staubfreie Produktionsbedingungen.

Hohe Hygieneanforderungen

Beim Maschinenmodell Rotoform 4G hat Ipco für eine Reihe von System- und Designverbesserungen gesorgt, die eine einfachere und schnellere Reinigung ermöglichen. Dabei wird mittels eines Servomotors die komplette Pastilliereinheit in Serviceposition gefahren. Weitere Verbesserungen werden durch den Einsatz von Gleitringdichtungen und wartungsarmen Antriebsriemen, anstelle von Ketten erreicht. Ergänzend dazu liefert der Hersteller neben Edelstahlbändern für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie auch passende Fördersysteme. Diese erfüllen unterschiedliche Hygieneanforderungen, u.a. komplett aus Edelstahl gefertigte Trommeln, lebensmittelkonforme Kunststoffe, eine leicht zu reinigende Konstruktion sowie entsprechende Lager, IP65-Motoren und Instrumente. Die Materialauswahl im Hygienedesign folgt dabei den Richtlinien der European Hygienic Engineering & Design Group (EHEDG), einem Unternehmenszusammenschluss, der sich die Umsetzung von Hygienemaßnahmen in der Lebensmittelproduktion auf die Fahnen geschrieben hat.

Bei kritischen Produkten erfolgt während der Konzepterstellung eine Risikoanalyse. Mögliche Maßnahmen reichen von der Absaugung kritischer Gase, über ex-geschützte Motoren in staubiger Umgebung bis zu Sicherheitsabschaltungen. Die von Ipco konzipierten GMP-Anlagen sind deshalb sehr gut für Prozesse im Reinraum geeignet.

Pastillen vom Band

Der Maschinentyp Rotoform HP (High Performance) basiert auf dem Modell 4G und ist auf die Verarbeitung von hochviskosen Produkten bei hohen Verfestigungsleistungen ausgerichtet. Der Hauptunterschied zwischen diesem und dem 4G-­Standardmodell ist ein modifizierter Produktverteilungskanal bei gleichzeitig erhöhtem Durchmesser des Tropfenformers. Dies sorgt für eine erhöhte Effizienz bei hochviskosen Produkten durch die gleichmäßige Verteilung der Schmelze über die gesamte Breite der Stahlbandanlage. Typische Produkte für diese Anwendung sind: Schokolade, Heißschmelze, Harz oder Schmelzkleber. Für maximale Produktsicherheit in der Pharma- und Lebensmittelproduktion kann auch diese Anlage den FDA- und GMP-­Richtlinien entsprechend gestaltet werden.

Pastillieren im Labormaßstab

Für Laborversuche kommt es weniger auf Hochleistung, sondern auf kompakte Abmessungen und Flexibilität an. Hierfür wurde der Rotoform MI (Mini) entwickelt. Die Anlage ist für den Laboreinsatz konzipiert, um Qualität, Produktionsraten und andere Schlüsselparameter von Produkten während der Entwicklungsphase festzulegen. Die Kapazität ist abhängig von den zu verarbeitenden Produkten und kann bis zu 20 kg/h betragen. Die Vorteile liegen in einem geringen Platzbedarf, hoher Systemvielfalt und der einfachen Bedienung.

Für Kunden, die nicht in eine eigene Anlage investieren möchten, bietet Ipco die Möglichkeit, Testchargen im Productivity Center in Fellbach herzustellen. Rechtfertigt das Produktionsvolumen noch keine eigene Anlage, lässt sich die Produktion an einen Lohnfertiger in Deutschland, den USA oder in Frankreich auslagern. Der französische Partner von Ipco beispielsweise fertigt auch GMP-konform.

Dieses Gesamtkonzept aus maßgeschneidertem Anlagendesign und passenden Leistungen soll es Lebensmittel- und Pharmaproduzenten jeder Größenordnung ermöglichen, optimale Produktionsbedingungen zu schaffen. Dies beginnt bei der Materialauswahl und reicht bis zu den verschiedenen Servicepaketen.

Ergänzendes zum Thema
 
Funktionsweise des Rotoform-Prinzips

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45779641 / Mechanische Verfahren)