Newsticker Juni: Aktuelles aus der Prozessindustrie Orangefarbene Wolke in Ludwigshafen – BASF forscht nach Ursache

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Im ständig aktuellen News-Ticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

Anbieter zum Thema

(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

29.06.2021

Ludwigshafen (dpa/lrs) *11:43 Uhr – Orangefarbene Wolke in Ludwigshafen – BASF forscht nach Ursache

Nachdem eine orangefarbene Rauchwolke über dem Firmengelände des Chemieunternehmens BASF in Ludwigshafen aufgestiegen war, geht die Ursachenforschung weiter. «Die betroffene Anlage wird nun komplett runtergefahren, so dass wir die Ursache für die Betriebsstörung untersuchen können», sagte ein Sprecher des Chemieunternehmens am Dienstag. Am Abend zuvor war die Feuerwehr ausgerückt, nachdem sich Anrufer wegen der Wolke bei der Polizei gemeldet hatten. So war das ungewöhnliche Gebilde am Himmel auch in der Nachbarstadt Mannheim zu sehen.

Messfahrzeuge waren unterwegs, hatten aber keine giftigen Gase festgestellt, wie es von der Feuerwehr Ludwigshafen hieß. Nach einer ersten Einschätzung habe es sich bei der Wolke um nitrose Gase gehandelt. Als nitrose Gase werden Stickoxide bezeichnet. Beim direkten Einatmen sind sie giftig. Die BASF bestätigt, dass nitrose Gase «unter Bildung einer weithin sichtbaren braunen Abgasfahne» aufgrund einer Betriebsstörung ausgetreten waren. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. Die Gase seien über einen Kamin in 50 bis 60 Metern Höhe ausgetreten und hätten sich dort verdünnt.

Wie es am Dienstag weiter von der BASF hieß, dürfte außerdem beim Herunterfahren der betroffenen Anlage eine geringe Menge nitroser Gase freigesetzt worden sein. Bei diesem kontrollierten Prozess drohe allerdings keine Gefahr für die Menschen, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Tübingen (dpa) *12:12 Uhr – Curevac rechnet sehr bald mit Ergebnissen der finalen Impfstoffstudie

Der Vorstandsvorsitzende des Tübinger Impfstoffentwicklers Curevac, Franz-Werner Haas, rechnet sehr bald mit finalen Ergebnissen der zulassungsrelevanten Studienphase. «Es wird nicht länger als eine Woche oder zehn Tage dauern. Wir rechnen kurzfristig mit den Ergebnissen», sagte Haas am Montagabend in Tübingen bei einer Pressekonferenz mit Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Staatsministerin Annette Widmann-Mauz (beide CDU), der Wahlkreisabgeordneten für Tübingen-Hechingen.

Curevac hatte kürzlich bekanntgegeben, dass sein Corona-Impfstoffkandidat der ersten Generation nach einer vorläufigen Auswertung über eine Wirksamkeit von rund 47 Prozent verfügt. Damit wäre der Impfstoff deutlich weniger wirksam als andere Impfstoffe.

Haas zeigte sich weiter überzeugt davon, den Impfstoff zur Zulassung bringen zu können. «Wir planen auch heute noch mit einer Zulassung dieses Impfstoffs.» Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA in Amsterdam hatte im Februar ein schnelles Prüfverfahren für den Impfstoff der Tübinger Firma gestartet.

28.06.2021

Ludwigshafen (dpa/lrs) *23:13 Uhr – Orangefarbene Wolke bei BASF in Ludwigshafen

Wegen einer orangefarbenen Rauchwolke über dem Firmengelände des Chemieunternehmens BASF in Ludwigshafen ist am Montagabend die Feuerwehr ausgerückt. Messfahrzeuge seien innerhalb des Stadtgebietes unterwegs gewesen, hätten aber keine giftigen Gase festgestellt, sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr Ludwigshafen am späten Abend. Nach einer ersten Einschätzung aufgrund der Farbe der Rauchwolke habe es sich um nitrose Gase gehandelt. Sie könnten je nach Konzentration gefährlich sein oder auch nicht. Als nitrose Gase werden Stickoxide bezeichnet. Beim direkten Einatmen sind sie giftig. Auch in Mannheim war die Wolke zu sehen.

Das Unternehmen teilte am Abend mit, aufgrund einer Betriebsstörung seien nitrose Gase «unter Bildung einer weithin sichtbaren braunen Abgasfahne» ausgetreten. Verletzt wurde niemand. Die Gase seien über einen Kamin in 50 bis 60 Metern Höhe ausgetreten und hätten sich dort verdünnt, erläuterte ein Firmensprecher. Die BASF-Umweltmesswagen seien innerhalb und außerhalb des Werksgeländes unterwegs gewesen und hätten keine erhöhten Messwerte festgestellt. Die Ursache für den Zwischenfall werde noch untersucht. Die nitrosen Gase seien ein Nebenprodukt, das auch bei jeder Verbrennung entstehe.

Bad Vilbel (dpa) *10:12 Uhr – Stada übernimmt weitere Sanofi-Marken

Der Pharmakonzern Stada setzt seine Einkaufstour fort. Die Hessen übernehmen vom Konkurrenten Sanofi die Rechte an 16 rezeptfreien Markenprodukten, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Über die finanzielle Dimension der Übernahme, die im dritten Quartal abgeschlossen werden soll, wurde Stillschweigen vereinbart. Es handelt sich um Mittel gegen Grippe und Erkältung, zur Hautpflege und zur Nahrungsergänzung.

Nach der Übernahme durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven im Jahr 2017 hat der Konzern aus Bad Vilbel bei Frankfurt zuletzt rund eine Milliarde Euro für Zukäufe ausgegeben. Der Umsatz war auch dank der Zukäufe im vergangenen Jahr währungsbereinigt um 18 Prozent auf gut 3 Milliarden Euro gestiegen. Unter dem Strich war der Gewinn wegen hoher Einmaleffekte und Rückstellungen aber von 313 auf 182 Millionen Euro gesunken. Stada setzt auf rezeptfreie Markenartikel, Nachahmer-Medikamente (Generika) und Spezial-Pharmazeutika.

26.06.2021

Hannover/Wiesbaden (dpa) *07:30 Uhr – Pflege-Zusatzversicherung für über 500.000 Chemie-Beschäftigte

Mehr als eine halbe Million Beschäftigte der Chemie- und Pharmaindustrie in Deutschland haben ab der neuen Woche Anspruch auf eine brancheneigene Pflege-Zusatzversicherung. Die Arbeitgeber zahlen dabei Extra-Prämien für die Arbeitnehmer, um die Kosten im Fall späterer Pflegebedürftigkeit über die Leistungen der gesetzlichen Pflegekassen hinaus besser abzudecken. Das Modell war in der letzten Tarifrunde zwischen der Gewerkschaft IG BCE und dem Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) Ende 2019 vereinbart worden. Es greift von Donnerstag (1. Juli) an nun in einer ersten Stufe.

Die Basisleistung ist ein «fest vereinbartes Pflege-Monatsgeld» von 300 Euro, sollte ambulante Versorgung nötig werden. Für stationäre Pflege sind es 1000 Euro pro Monat. Eine gesonderte Gesundheitsprüfung müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Eintritt in die Zusatzversicherung nicht vornehmen lassen.

Grundsätzlich dürfen alle rund 450.000 Tarifbeschäftigten «Careflex» nutzen. Voraussetzung ist eine Mindestzeit von einem halben Jahr im Betrieb. Hinzu kommen können schrittweise etwa 130.000 außer Tarif Bezahlte und leitende Angestellte - zum Start sind es aus dieser Gruppe zunächst 90.000. Am Ende soll die überwiegende Zahl aller Belegschaftsmitglieder in den gut 1900 deutschen Chemie- und Pharmaunternehmen über das neue Konzept pflegeversichert sein.

Der vom Arbeitgeber übernommene Pro-Kopf-Monatsbeitrag beläuft sich in der Grundvariante auf 33,65 Euro. Falls ab Anfang 2024 Erhöhungen oder veränderte Leistungen beschlossen werden sollen, bedarf dies der Zustimmung eines Treuhänders, der IG BCE und des Arbeitgeberverbands.

Die Zusatzversicherung selbst wird von einem Konsortium gemanagt. Beschäftigte können die Leistungen freiwillig weiter aufstocken und Familienmitglieder mitversichern. Dann sind allerdings zusätzliche Gesundheitsprüfungen erforderlich.

24.06.2021

Tübingen (dpa) *15:53 Uhr – Curevac sieht sich inzwischen als kommerzielles Pharma-Unternehmen

Die Tübinger Firma Curevac sieht sich mittlerweile mehr als kommerzielles Pharma-Unternehmen - und weniger als vorrangig durch Forschung geprägte Biotech-Firma. Gründe dafür seien vor allem die zahlreichen Kooperationen mit großen Pharma-Unternehmen etwa bei der Zusammenarbeit für die Entwicklung und Produktion von Corona-Impfstoffen, wie Vorstandschef Franz-Werner Haas bei der Online-Hauptversammlung mit Investoren am Donnerstag in Tübingen sagte.

Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 als Start-up gegründet und hat sich auf die sogenannte mRNA-Technologie spezialisiert. Neben Corona-Impfstoffen entwickelt Curevac etwa auch Impfstoffe gegen Tollwut oder Gelbfieber sowie Mittel zur Krebsbekämpfung.

Potsdam (dpa/bb) *17:12 Uhr – Wasserstoffcluster Ost-Brandenburg im Aufbau

Das geplante Wasserstoffcluster Ost-Brandenburg soll im Land Industrie- und potenzielle Erzeugungsstandorte für grünen Wasserstoff vernetzen. Ziel sei auch, die Infrastruktur in diesem Bereich in Richtung Osteuropa voranzutreiben, sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) am Donnerstag.

Ministerium und die Wirtschaftsförderung des Landes koordinierten das Vorhaben. Beteiligt sind nach den Angaben unter anderem das Stahlunternehmen Arcelor Mittal, die Chemieunternehmen BASF und PCK und die Energieversorger Ewe und Enertrag und sowie die Leag.

Saarbrücken (dpa/lrs) *12:49 Uhr – Bund gibt 20 Millionen Euro für pharmazeutische Forschung frei

Rund 20 Millionen Euro für das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) hat der Haushaltsausschuss des Bundestages jetzt freigegeben. Sie sind der erste Teil von insgesamt 47 Millionen Euro, die das HIPS bis 2026 bekommen soll, teilte die Staatskanzlei des Saarlandes am Donnerstag mit. Das Geld soll zur Finanzierung eines Erweiterungsbaus und zur weiteren Stärkung der Forschung eingesetzt werden.

Die 47 Millionen Euro waren im November 2020 vom Haushaltausschuss als zusätzliche Bundesmittel beschlossen worden. Im gleichen Zeitraum stellt das Land zusätzlich 23 Millionen Euro bereit, so dass sich die Gesamtkosten für den geplanten Ausbau über eine Laufzeit von fünf Jahren auf 70 Millionen Euro belaufen. Mit den Mitteln sei «der Weg frei für einen kraftvollen Ausbau der pharmazeutischen Forschung made in Saarland», teilte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) mit.

München (dpa) *11:18 Uhr – Wacker Chemie: Produktionspläne für Curevac-Impfstoff stehen

Trotz des Rückschlags für den Corona-Impfstoffkandidaten von Curevac hält Wacker Chemie an seinen Produktionsplänen für das Mittel fest. Aktuell gebe es keine Änderungen, die Verträge stünden, sagte eine Wacker-Chemie-Managerin am Donnerstag. Mitte Juni hatte Curevac Studiendaten vorgelegt, die eine deutlich geringere Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten zeigen als bei bereits zugelassenen Vakzinen. Allerdings sieht das Tübinger Unternehmen dennoch weiter gute Chancen auf eine Zulassung.

Wacker hat in den Niederlanden eine Produktion für den mRNA-Impfstoff aufgebaut. Bereits zur Jahresmitte könnte den Angaben nach die nötige Geschwindigkeit erreicht werden, um 100 Millionen Dosen pro Jahr herzustellen. Und selbst wenn es mit der Auftragsproduktion für Curevac nichts werden sollte, wären die finanziellen Folgen eher gering, hieß es am Donnerstag. Die Produktionsplattform könne auch zur Herstellung von Impfstoffen anderer Hersteller oder ganz anderer mRNA-Medikamente genutzt werden.

Berlin (dpa) *09:41 Uhr – Merkel verteidigt Patentschutz für Corona-Impfstoffe

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich erneut klar gegen eine Aussetzung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe ausgesprochen. In ihrer Regierungserklärung im Bundestag plädierte sie am Donnerstag im Bundestag dafür, die Produktion von Impfstoffen für ärmere Länder über eine verstärkte Lizenzvergabe zu erhöhen.

Die USA hatten die Aussetzung der Patente ins Gespräch gebracht, um die Produktion von Impfstoffen für ärmere Länder zu erhöhen. Neben Deutschland sind auch Großbritannien und die EU-Kommission dagegen.

23.06.2021

Salzburg (dpa) *17:34 Uhr – Salzburger Großmolkerei durch Cyberangriff lahmgelegt

Österreichs drittgrößte Molkerei ist Hackern zum Opfer gefallen. Die Produktion von Salzburgmilch stehe seit Dienstagnacht still, gab die Firma am Mittwoch bekannt. Durch den Cyberangriff seien alle IT-Systeme ausgefallen. Sämtliche Unternehmensbereiche wie Produktion, Logistik und Kommunikation seien betroffen. Die Salzburgmilch verarbeitet pro Jahr knapp 290 Millionen Kilogramm Milch. Die Produkte werden zu 46 Prozent exportiert.

London (dpa) *17:24 Uhr – Pharmakonzern Glaxo Smith Kline treibt Umbaupläne voran

Der britische Pharmakonzern Glaxo Smith Kline (GSK) treibt seine Pläne für eine Aufspaltung voran. Mitte kommenden Jahres will sich das Unternehmen vom Großteil seiner Beteiligung am Geschäft mit verschreibungsfreien Medikamenten über ein direktes Listing an der Londoner Börse trennen, wie GSK am Mittwoch mitteilte.

Der Schritt ist die wohl entscheidende Etappe beim tiefgreifenden Konzernumbau, den die seit 2017 amtierende Chefin Emma Walmsley angestoßen hatte. Er soll der «neuen GSK» mittelfristig mehr Umsatztempo und eine höhere Profitabilität bescheren. Die Anteilseigner müssen sich nun allerdings erstmals seit 20 Jahren auf eine geringere Dividende einstellen.

Der gleichzeitig mit der Veranstaltung veröffentlichte Mittelfristausblick sieht nunmehr ein währungsbereinigtes Umsatzplus von im Schnitt mehr als fünf Prozent jährlich zwischen 2021 und 2026 vor. Dabei setzt der Konzern vor allem auf ein starkes Erlöswachstum mit Impfungen und Spezialtherapeutika. Nicht in den Prognosen inbegriffen seien dabei mögliche Einnahmen mit Covid-19-Bezug.

Zudem sieht GSK nach eigenen Berechnungen mit bestimmten Medikamenten, die derzeit bereits in fortgeschrittenen klinischen Studien getestet werden, die Chance auf einen Spitzenumsatz von mehr als 20 Milliarden Pfund jährlich. 2031 sollen die Erlöse zu konstanten Wechselkursen auch deshalb bei mehr als 33 Milliarden Pfund (umgerechnet rund 38,5 Milliarden Euro) liegen.

Im vergangenen Jahr hatte der Konzern inklusive des vor der Abspaltung stehenden Geschäfts mit verschreibungsfreien Medikamenten seinen Umsatz um lediglich 3 Prozent auf rund 34 Milliarden Pfund erhöht.

Madrid (dpa) *14:49 Uhr – Biontech-Gründer erhalten Prinzessin-von-Asturien-Preis

Die Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci sowie fünf weitere Entwickler von Impfstoffen gegen das Coronavirus erhalten den angesehenen spanischen Prinzessin-von-Asturien-Preis in der Sparte Forschung und Technik. Neben dem deutsch-türkischen Ehepaar seien auch der US-amerikanische Biochemiker und Immunologe Philip Felgner, die in den USA lebende ungarische Biochemikerin Katalin Karikó, der US-Immunologe Drew Weissman, der kanadische Zellbiologe Derrick Rossi und die britische Impfstoffforscherin Sarah Gilbert ausgezeichnet worden, teilte die Stiftung «Fundación Princesa de Asturias» am Mittwoch in Oviedo in Nordspanien mit.

«Das Jahr 2020 begann mit dem Ausbruch einer Pandemie, die das tägliche Leben und die Weltwirtschaft veränderte, und endete mit einer außergewöhnlichen Demonstration der Fähigkeit der Wissenschaft, das Problem mit den ersten Impfstoffen gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 in den Griff zu bekommen», begründete die Jury der Stiftung ihre Entscheidung.

Der Mediziner Sahin (55) und die Medizinerin Türeci (54) lernten sich in den 1990er Jahren am Universitätsklinikum im saarländischen Homburg kennen. Die Kinder türkischer Einwanderer heirateten 2002 und gründeten etwa sechs Jahre später Biontech. Sahin ist heute Vorstandschef, Türeci medizinischer Vorstand des Mainzer Biotechnologieunternehmens.

Die Prinzessin-von-Asturien-Preise gelten als die «spanischen Nobelpreise». Sie sind nach der spanischen Thronfolgerin Leonor (15) benannt, werden alljährlich in acht Sparten vergeben und sind mit jeweils 50 000 Euro dotiert. Jeder Gewinner erhält auch eine Skulptur von Joan Miró. Leonor und ihr Vater, König Felipe VI., überreichen die Auszeichnungen Ende Oktober in Oviedo.

Frankfurt *10:01 Uhr – Achema bis mindestens 2027 in Frankfurt

Die Messe Frankfurt und die Dechema verlängern ihre Zusammenarbeit. Bis mindestens 2027 wird das Frankfurter Messegelände Austragungsort der Achema, Weltforum und Internationale Leitmesse der Prozessindustrie, bleiben. Die Achema hat einen Turnus von drei Jahren. Die für 2021 geplante Veranstaltung musste pandemiebedingt verschoben werden und findet vom 4. bis 8. April 2022 statt; die folgenden Veranstaltungen finden 2024 und 2027 statt.

22.06.2021

Mainz/München (dpa) *16:20 Uhr – Biontech bereitet schnelle Reaktion auf neue Virus-Varianten vor

Biontech geht von einer Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs auch gegen die zuletzt aufgetretenen Virus-Varianten aus. «Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Anpassung unseres Impfstoffs an kursierende Varianten notwendig ist», sagte Vorstandschef Ugur Sahin am Dienstag auf der Online-Hauptversammlung des Unternehmens. Biontech arbeite an flexiblen Verfahren in den Bereichen Technologie, Produktion und Zulassung. Um vorbereitet zu sein und schnell reagieren zu können, falls eine dritte Dosis zur Auffrischung bestehender Impfungen oder eine Anpassung an einen neuen Virusstamm erforderlich werden sollte, analysiere Biontech ständig die Wirksamkeit des Impfstoffs auch gegen neu auftretende Varianten, erklärte Sahin. Seit einigen Monaten verfolge das Unternehmen einen «Prototyp-Ansatz», der dies erleichtern solle.

Das Wissen über neue Varianten des Sars-Cov2-Virus nehme stetig zu, sagte Sahin weiter. Es sei zu beobachten, dass die Immunität von Geimpften mit der Zeit nachlasse und neue Varianten entstünden. «Ich gehe davon aus, dass eine dritte Impfung für die Auffrischung der Immunität von einem hohen Wert sein könnte», erklärte der Biontech-Chef. «Allerdings wissen wir noch nicht, wann und wie oft eine Auffrischimpfung erforderlich sein wird.»

Nach Sahins Worten planen des Mainzer Unternehmen und der US-Partner Pfizer in diesem Jahr eine Produktionskapazität von drei Milliarden Corona-Impfdosen. Im nächsten Jahr soll diese Zahl noch einmal gesteigert werden. Mindestens 50 Prozent davon will Biontech selbst produzieren.

21.06.2021

Saint-Cloud, Frankreich (ots/PRNewswire) *12:41 Uhr – Ethypharm übernimmt Altan Pharma

Ethypharm gibt den Abschluss der endgültigen Vereinbarung zur Übernahme von Altan Pharma bekannt. Altan Pharma ist ein Spezialpharmaunternehmen, das injizierbare Arzneimittel für den Einsatz im Krankenhaus entwickelt, herstellt und vertreibt.

Dank der starken Präsenz von Altan Pharma in Spanien wird Ethypharm nach Abschluss der Transaktion, die für die zweite Jahreshälfte 2021 erwartet wird, eine vollständige kommerzielle Abdeckung der fünf wichtigsten europäischen Märkte erreichen. Ethypharm wird außerdem von einem erweiterten Portfolio an hochwertigen injizierbaren Produkten für Krankenhäuser und einer reichhaltigen Pipeline an F&E-Projekten profitieren, die perfekt zu seinem bestehenden Critical-Care-Geschäft passe.

18.06.2021

Köln (dpa/lnw) *07:57 Uhr – Feuer in Kölner Chemiewerk

In einem Kölner Chemiewerk hat es in der Nacht zum Freitag gebrannt. An einer Rohrleitung sei Flüssiggas ausgetreten, sagte Martin Halama, Geschäftsführer der Deutschen Infineum. Die Werkfeuerwehr habe die Berufsfeuerwehr eingeschaltet. Es sei niemand verletzt worden.

Letztlich habe man die Leitung abgesperrt, den Inhalt kontrolliert abbrennen lassen und die Umgebung mit Wasser geschützt. Die Brandursache sei noch unklar. «Wir müssen jetzt schauen, was da ist.» Eine Gefahr für die Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt bestanden. Das Werk liegt in einem großen Gewerbegebiet.

Der Verkehr auf der nahen Autobahn 1 habe nicht unterbrochen werden müssen. Die Schadenshöhe könne noch nicht beziffert werden. Das hänge auch davon ab, ob nur eine Leitung betroffen sei, oder benachbarte Rohrleitungen auch etwas abbekommen hätten. Der Schaden sei aber nicht massiv. Die Produktion des Werks sei vorsorglich unterbrochen worden. Das Unternehmen stellt Schmiermittel-Additive für Motorenöle her.

17.06.2021

Washington (dpa) *18:28 Uhr – USA investieren 3,2 Milliarden in Entwicklung antiviraler Medikamente

Die USA wollen 3,2 Milliarden US-Dollar (etwa 2,6 Milliarden Euro) in die Entdeckung und Entwicklung antiviraler Medikamente zur Behandlung der durch das Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 investieren. Der US-Immunologe Anthony Fauci stellte die Pläne am Donnerstag bei einem Briefing der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses in Washington vor.

Das «Antivirale Programm für Pandemien» bringe führende Wissenschaftler aus der akademischen Forschung und der Industrie zusammen, um die Entwicklung neuer antiviraler Medikamente zu beschleunigen. Pharmaunternehmen wie Pfizer, Roche oder Merck arbeiteten bereits an solchen Substanzen, sagte Fauci. Finanziert werden soll das Programm mit Mitteln aus dem «amerikanischen Rettungsplan», einem billionenschweren Maßnahmenbündel, das der Kongress im März verabschiedet hatte.

Antivirale Medikamente stellten auch eine weitere «Verteidigungslinie» gegen besorgniserregende Varianten und künftige Bedrohungen durch Viren mit «pandemischem Potenzial» dar, führte Fauci fort. Für viele solche Viren gebe es noch immer nur wenige Behandlungsmöglichkeiten. Fauci nannte als Beispiele die Familien der Filoviren, zu der etwa das Ebolavirus zählt, oder der Flaviviren, zu der das Dengue-, das Westnil- und das Zikavirus gehören.

Während in der Corona-Pandemie im Rekordtempo gleich mehrere Impfstoffe zugelassen wurden, fehlt noch immer ein Mittel, das das Virus spezifisch bekämpft. Bei Klinik-Patienten wird bislang vor allem das entzündungshemmende und lange bekannte Kortikoid Dexamethason eingesetzt. Es soll eine überschießende Immunreaktion bremsen, die bei Covid häufig auftritt. In Deutschland gehört es zu den in der nationalen Leitlinie empfohlenen Medikamenten zur stationären Therapie von Covid-Patienten.

16.06.2021

Tübingen (dpa) *23:48 Uhr – Börsenwert von Curevac nach Studienenttäuschung halbiert

Der Börsenkurs des Tübinger Biotech-Unternehmens Curevac ist im nachbörslichen US-Handel am Mittwoch um mehr als die Hälfte abgesackt. Bei der sogenannten Phase 2b/3-Studie für den Corona-Impfstoffkandidaten wurde laut Unternehmen eine Wirksamkeit von lediglich 47 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung jeglichen Schweregrads erzielt. Die vorgesehenen statistischen Erfolgskriterien der zulassungsrelevanten Studie wurden damit nicht erreicht.

München (dpa) *17:56 Uhr – Wacker Chemie wird noch optimistischer für 2021

Wacker Chemie wird erneut optimistischer für das laufende Jahr und hebt seine Prognose weiter an. Weil sich das Geschäft gut entwickele, gehe der Konzern jetzt von noch mehr Umsatz und noch mehr Gewinn aus, teilte Wacker Chemie am Mittwoch überraschend in München mit. Demnach erwartet der Konzern für 2021 einen Umsatz von etwa 5,5 Milliarden Euro, das wäre ein Anstieg von mehr als 17 Prozent. Bisher war Wacker Chemie von einem Anstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich ausgegangen.

Auch das operative Ergebnis könnte noch deutlicher steigen: Das Management rechnet jetzt mit einem Anstieg von mindestens 35 Prozent und maximal 65 Prozent. Damit läge das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 2021 zwischen 900 Millionen Euro und 1,1 Milliarden Euro. Zuvor sollte der Anstieg nur bei 15 bis 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr liegen. Die Aktie der Münchener reagiert unter dem Strich auf die Neuigkeiten und ging mit mehr als einem Prozent Minus aus dem Handel.

Ludwigshafen (dpa) *16:48 Uhr – BASF schiebt Börsengang von Wintershall Dea weiter auf

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF schiebt den Börsengang seiner Mehrheitsbeteiligung Wintershall Dea aus Kassel weiter auf. Als Begründung führt das Management die aktuellen Marktbedingungen an. Deshalb werde der Konzern den Gang aufs Parkett auf einen späteren Zeitpunkt verschieben, teilte BASF am Mittwoch in Ludwigshafen mit, ohne einen genauen Zeitpunkt dafür zu nennen. Die Aktie des Chemiekonzerns gab am Nachmittag nach.

Eigentlich war der Börsengang von Wintershall Dea für die zweite Jahreshälfte dieses Jahres geplant. Es ist nicht das erste Mal, dass das Vorhaben aufgeschoben wird. Ursprünglich sollte der Schritt bereits im zweiten Halbjahr 2020 erfolgen, wegen sehr niedriger Preise für Öl und Gas war BASF aber von diesem Plan abgekommen.

15.06.2021

Hannover (dpa) *18:26 Uhr – Deutsche Öl- und Gasförderung weiter rückläufig

Die Förderung von Erdöl und Erdgas in Deutschland ist weiter rückläufig. Gegenüber 2019 sank die Erdölproduktion im vergangenen Jahr um 1,4 Prozent auf 1,9 Millionen Tonnen und die Rohgasförderung um 15 Prozent auf 5,6 Milliarden Kubikmeter, wie das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie am Dienstag in Hannover mitteilte. Dabei spielten nicht nur die natürliche Erschöpfung der Lagerstätten, sondern auch Wartungsarbeiten an der Erdgasaufbereitungsanlage in Großenkneten bei Oldenburg eine Rolle.

Die deutsche Erdölproduktion trug noch zu zwei Prozent zur Deckung des inländischen Verbrauchs bei. Beim Erdgas wurden 5,2 Prozent des Verbrauchs aus deutscher Förderung gedeckt.

Das meiste Erdöl wird in Schleswig-Holstein gefördert, gefolgt von Niedersachsen. Beim Erdgas ist Niedersachsen die zentrale deutsche Förderregion. In beiden Ländern lagern auch die meisten Öl- und Gasvorkommen. Dabei hat die Summe der sicheren und wahrscheinlichen Reserven beider Rohstoffe weiter abgenommen.

Gräfelfing (DGAP-Adhoc) *18:09 Uhr – PharmaSGP-Gruppe erwirbt OTC-Markenportfolio von GSK

Die PharmaSGP, eine Tochtergesellschaft der PharmaSGP Holding, hat heute mit der Glaxo Smith Kline Gruppe einen Vertrag zur Übernahme eines Produktportfolios mit vier etablierten OTC-Marken in acht Ländern unterzeichnet. Fokus des Portfolios sind die Phytoarzneimittel der Marke Baldriparan(R), der führenden OTC-Marke in Deutschland für natürliche Baldrian-Schlafmittel in der Apotheke1.Zusätzlich erwirbt die PharmaSGP mit Formigran(R), Spalt(R) und Kamol(R) drei weitere bekannte OTC-Marken in der strategisch wichtigen Kategorie "Schmerztherapie". Insgesamt erzielte dieses Markenportfolio 2020 in acht Ländern einen Umsatz von über 15 Mio. EUR. Hierzu trugen neben dem Heimatmarkt Deutschland auch die Märkte Österreich, Schweiz, Frankreich, Ungarn, Polen, Tschechien und Slowakei bei.

Der vereinbarte Kaufpreis liegt bei rund 80 Mio. EUR. Zusätzlich werden entgeltlich die entsprechenden Produktlagerbestände übernommen. Der Vorstand der PharmaSGP Holding rechnet mit einem Vollzug der Transaktion Ende August 2021.

Wedel/Hamburg (dpa/lno) *15:00 Uhr – Astrazeneca verlegt Firmenzentrale von Wedel nach Hamburg

Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca will den Sitz seiner Deutschlandzentrale von Wedel (Kreis Pinneberg) ins unmittelbar benachbarte Hamburg verlegen. «Die Planung dafür läuft bereits seit über zwei Jahren. Der genaue Zeitpunkt des Umzuges steht noch nicht fest», sagte eine Unternehmenssprecherin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Zuvor hatte das «Hamburger Abendblatt» berichtet.

Der neue Standort ermögliche es dem Konzern, weiter zu wachsen und moderne Arbeitsformen umzusetzen, so die Sprecherin weiter. «Mit dieser Form des Arbeitens in Kombination mit einem modernen, zentral gelegenen Standort möchten wir unseren Mitarbeitenden einen attraktiven Arbeitsplatz bieten und zeitgleich für mögliche neue Talente noch interessanter werden.» Schon jetzt wohnten viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Hamburg und pendelten nach Wedel.

Bereits zum Jahresende wird Astrazeneca zudem das Werk in Wedel, in dem Medikamente verpackt werden, schließen. Auch dieser Schritt ist mit Blick auf die Produktnachfrage bereits 2019 entschieden worden, wie die Sprecherin weiter sagte. Von dem Ende der Produktion - der Astrazeneca-Impfstoff gegen Covid-19 wird dort nicht hergestellt oder abgefüllt - seien 175 Mitarbeiter betroffen. Ein Sozialplan und Interessensausgleich werde bis Ende 2021 umgesetzt.

Leuna (dpa/sa) *11:33 Uhr – Projekt für grünes Methanol startet in Leuna

In Leuna ist ein Projekt zur Herstellung von grünem Methanol gestartet. Im Hydrogen Lab könne Methanol aus kohlenstoffarm produziertem Wasserstoff und abgetrenntem Kohlendioxid hergestellt werden, teilten die Projektpartner am Dienstag mit. Beteiligt sind der Energiekonzern Total, das Elektrolyseunternehmen Sunfire, das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen (IMWS) und das Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP). Grünes Methanol sei ein wichtiger Ansatz zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgasemissionen, heißt es in der Mitteilung. Total produziert den Angaben zufolge in Leuna auf Basis fossiler Rohstoffe aktuell rund 700 000 Tonnen Methanol pro Jahr und ist damit der größte Methanolproduzent in Europa.

14.06.2021

Gaithersburg (dpa) *15:20 Uhr – Studie: Corona-Impfstoff von Novavax schützt vor Covid-19

Ein Impfstoff-Kandidat des US-Herstellers Novavax bietet nach Unternehmensangaben einen hohen Schutz vor Covid-19. Die Wirksamkeit des Impfstoffs NVX-CoV2373, der zweimal gespritzt werden muss, liege nach den Ergebnissen einer Phase-3-Studie bei 90,4 Prozent, teilte Novavax am Montag mit. Das bedeutet, dass bei den Probanden der geimpften Gruppe rund 90 Prozent weniger Erkrankungen auftraten als bei den Teilnehmern der Kontrollgruppe. Der Schutz vor mittelschweren und schweren Erkrankungsverläufen lag demnach sogar bei 100 Prozent.

Generell sei die Impfung gut vertragen worden, hieß es weiter. Teilnehmer berichteten demnach über zeitweilige Schmerzen an der Einstichstelle sowie Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen. An der Studie hatten 29 960 Menschen ab 18 Jahren in den USA und Mexiko teilgenommen.

NVX-CoV2373 ist im Gegensatz zu den bisher zugelassenen Impfstoffen weder ein mRNA-Impfstoff - wie die Präparate von Biontech und Moderna - noch ein Vektor-Impfstoff wie der von Astrazeneca: Das Vakzin enthält winzige Partikel, die aus einer im Labor hergestellten Version des Spike-Proteins von Sars-CoV-2 bestehen.

Die Entwicklung des Impfstoffs war von der US-Regierung finanziell stark gefördert worden. Im dritten Quartal des Jahres wolle man eine Zulassung beantragen, hieß es von Novavax. In der EU läuft seit Februar ein beschleunigtes Prüfverfahren. Dieser sogenannte Rolling-Review-Prozess wird so lange fortgesetzt, bis ausreichend Daten für einen formellen Zulassungsantrag vorhanden sind.

Bis Ende 2021 könnten rund 150 Millionen Dosen des Impfstoffes hergestellt werden, teilte Novavax mit. Da die USA allerdings bereits ausreichend Impfstoff zur Verfügung haben, wird erwartet, dass das Novavax-Präparat vorrangig anderswo eingesetzt werden wird.

Saerbeck, Deutschland (ots/PRNewswire) *09:03 Uhr – Enapter startet die Entwicklung der Elektrolyseur-Massenproduktion

Grünen Wasserstoff so günstig wie möglich zu machen und damit die Energiewende vorantreiben - das hat sich der Elektrolyseur-Hersteller Enapter zum Ziel gesetzt. Dafür will das Unternehmen seine Produktionskapazitäten signifikant steigern. Dem Bau der ersten Massenfertigungsanlage geht nun die Entwicklung der dafür benötigten Maschinen voran, die die Produktion der Elektrolyseure in Zukunft automatisieren.

Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung & Energie des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt den Ansatz zur Maschinenentwicklung für die Massenproduktion nun mit insgesamt rund 9.36 Millionen Euro. Bis zu 66 Mitarbeiter*innen arbeiten an dem Projekt. Sie sind Teil der mehr als 300 Arbeitsplätze, die am Enapter Campus in der Klimakommune Saerbeck, NRW, entstehen sollen.

Begleiten wird das Projekt die FH Münster, die vor allem im Bereich der Elektrochemie wissenschaftliches Know-how beisteuert. Die neue Fertigungsanlage ermöglicht dabei nicht nur die Massenproduktion der Komponenten der AEM Elektrolyseure, sondern auch die automatisierte Montage und Prüfung der fertigen Elektrolyseur-Module.

11.06.2021

Mainz (dpa/lrs) *12:04 Uhr – Rheinland-Pfalz baut Biotechnologie-Standort mit 100 Millionen aus

Mehr als 100 Millionen Euro für die Lebenswissenschaften in den nächsten zehn Jahren und der Mainzer Universitätspräsident Georg Krausch als Koordinator: die Landesregierung will Rheinland-Pfalz zum weltweit führenden Standort der Biotechnologie ausbauen. Die 100 Millionen Euro sollen mit Bundes- und privaten Mitteln verdoppelt werden und weitere zehn Millionen Euro in der gerade begonnenen Wahlperiode als Schwerpunktinvestition hinzukommen. Das kündigten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Wissenschaftsminister Clemens Hoch (beide SPD) am Freitag in Mainz an.

Dies bedeute zugleich gute qualifizierte Arbeitsplätze. Die Biotechnologie-Branche in Deutschland entwickele sich dynamisch. Allein in Mainz sei die Zahl der Beschäftigten in Forschung und Entwicklung von 2135 (2017) auf mehr als 3000 (Mitte 2020) gestiegen.

Ein Musterbeispiel dafür, dass aus Kooperation Großes entstehe, sei Curatime, sagte Dreyer. Der Zusammenschluss aus dem gemeinnützigen Forschungsinstitut für Translationale Onkologie, der Unimedizin und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) habe es zusammen mit 14 anderen von 117 Anträgen in die Endauswahl des Zukunftsclusterwettbewerbs des Bundesforschungsministeriums geschafft. Hoch verwies auf weitere Schwerpunkte an den Unis in Trier und der Technischen Hochschule in Bingen.

10.06.2021

Erlangen (dpa/lby) *15:16 Uhr – Explosion bei Chemie-Experiment an Uni – Studierender verletzt

Bei einem missglückten Chemie-Experiment ist ein Studierender an der Universität Erlangen leicht verletzt worden. Feuerwehr und Rettungsdienst rückten am Donnerstag mit mehreren Fahrzeugen aus, nachdem die automatische Brandmeldeanlage sie nach der Explosion alarmiert hatte. Das Unigebäude wurde geräumt.

Glücklicherweise sei es nur eine kleine Explosion gewesen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Sanitäter behandelten die verletzte Person und brachten sie wegen des Verdachts einer Rauchvergiftung vorsorglich ins Krankenhaus. Die Feuerwehr machte die chemischen Stoffe unschädlich, die bei dem Experiment verwendet wurden. Die Ursache für die Verpuffung war zunächst unklar.

Essen (dpa) *15:01 Uhr – Evonik arbeitet an neuem Transportmechanismus für mRNA-Medikamente

Der Spezialchemiekonzern Evonik kooperiert mit der US-Universität Stanford bei der Suche nach neuen Möglichkeiten, mRNA-basierte Medikamente an die richtigen Stellen im Körper zu transportieren. Ziel der auf drei Jahre angelegten Zusammenarbeit mit den Forschern in Kalifornien ist die Entwicklung einer Technologie, die über die bisherigen Möglichkeiten von Lipid-Nanopartikeln hinausgeht, wie Evonik am Donnerstag in Essen mitteilte.

Hierzu werde ein polymerbasiertes System entwickelt, das das Unternehmen lizenzieren und vermarkten werde. So sollen die Anwendungsmöglichkeiten von mRNA-Therapeutika erweitert werden, um künftig auch Krankheiten wie Krebs und Aids besser bekämpfen zu können.

Im Erfolgsfall würde Evonik damit sein Produktangebot rund um die mRNA-Transporttechnologie vergrößern und den Portfolioumbau der Sparte Nutrition & Care hin zu Systemlösungen vorantreiben. In der Sparte soll der Anteil solcher Systemlösungen von heute 20 Prozent bis 2030 auf mehr als 50 Prozent steigen.

Aktuell produziert Evonik bereits Lipid-Nanopartikel (LNP) für den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer. Aktuell werde Evoniks zugängliches Marktpotenzial für LNP-basierte Liefersysteme bis 2026 auf über 5 Milliarden US-Dollar geschätzt, hieß es weiter. Allerdings nimmt der Wettbewerb in diesem Bereich auch zu.

St Gallen, Schweiz (TE Communications) *09:02 Uhr – Bidens Lockerung von Sanktionen gibt Auftrieb für chinesische Chemieindustrie

US-Präsident Biden änderte das Verbot amerikanischer Investitionen in chinesische Unternehmen, von denen angenommen wird, dass sie mit dem chinesischen Militär in Verbindung stehen, und untersagte amerikanische Investitionen in 59 chinesische Unternehmen. Insbesondere Sinochem und Chemchina unterliegen nicht dem aktualisierten Verbot, was dazu führte, dass die Anleihen von Chemchina auf die Nachricht hin anzogen.

Baku, Aserbaidschan (ots/PRNewswire) *03:12 Uhr – Baku beginnt mit dem Bau eines strategischen Düngemittelterminals

Baku International Sei Trade Port CJSC hat den Beginn des Baus eines Düngemittelterminals in seiner neuen Anlage in Aalt, Aserbaidschan, bekannt gegeben. Der strategische Terminal wird gemeinsam von der aserbaidschanischen Regierung und dem Hafen von Baku finanziert. Er soll bis Ende 2022 in Betrieb genommen werden.

Die Investitionsentscheidung resultierte aus einer Machbarkeitsstudie, die ein erhebliches Potenzial für den Umschlag von Düngemitteln aus den zentralasiatischen Binnenländern über Aserbaidschan in westliche Märkte aufzeigte. Drei ressourcenreiche Staaten Zentralasiens - Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan - verfügen über Produktionskapazitäten für verschiedene Düngemittel, darunter Harnstoff, Schwefel und Kaliumkarbonat, die 6,6 Millionen Tonnen jährlich übersteigen. Alle drei Länder haben stark in den Bau von Produktionsanlagen für Düngemittel investiert, um das potenzielle Exportvolumen zu erhöhen. Die kürzlich eingeweihte Düngemittelfabrik Garabogaz am Ostufer des Kaspischen Meeres in Turkmenistan kann allein 1,2 Millionen Tonnen Harnstoff pro Jahr produzieren, davon mehr als 90 Prozent für den Export.

Der neue Düngemittelterminal soll eine Kapazität von 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr haben. Die Anlage wird über zwei Lagerhallen mit einer Gesamtkapazität von 60.000 Tonnen und Fördersysteme verfügen, um die verschiedenen Düngemitteltypen direkt in die Lagerhallen oder in Waggons/Schienenbunker an einer neu konzipierten Waggonverladestation zu entladen. Die Hafenbehörde plant, den Terminalbetrieb über eine langfristige Konzession zu verpachten und steht derzeit in Verhandlungen mit potenziellen Bietern.

Calgary (dpa) *00:46 Uhr – Umstrittenes Pipeline-Projekt Keystone XL endgültig gescheitert

Das seit vielen Jahren von Umweltschützern bekämpfte Öl-Pipeline-Projekt Keystone XL ist von seinen Betreibern endgültig abgeblasen worden. Nach Prüfung der verbleibenden Optionen und Rücksprache mit der Regierung der kanadischen Provinz Alberta sei das Vorhaben beendet worden, teilte die TC Energy Corporation am späten Mittwoch (Ortszeit) in Calgary mit. Damit endet ein langer und zäher Konflikt zwischen der Ölindustrie und Umweltschützern, der auch Gerichte und die Politik in den USA und Kanada intensiv beschäftigte.

Die Entscheidung des Unternehmens und der kanadischen Provinz kommt wenig überraschend. US-Präsident Joe Biden hatte die von Vorgänger Donald Trump erteilte Erlaubnis für den Bau nach seinem Amtsantritt wieder zurückgenommen. Biden folgte damit der Linie von Ex-Präsident Barack Obama, der das Projekt, bevor Trump ins Amt kam, bereits wegen Umweltbedenken untersagt hatte. Keystone XL sollte ein bestehendes Pipeline-System ergänzen, um mehr Öl in die USA zu bringen. Umweltschützer fürchteten klimaschädliche Treibhausgase und Lecks.

09.06.2021

Frankfurt/Main (dpa) *10:00 Uhr – Chemiebranche nach gutem ersten Quartal für 2021 noch optimistischer

Nach einem guten ersten Quartal rechnet die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie im Gesamtjahr 2021 mit noch besseren Geschäften als zuletzt erwartet. Die Branche prognostiziert nun ein Produktionsplus von 4,5 (bisher 3) Prozent und ein Umsatzwachstum von 8 (5) Prozent auf rund 206 Milliarden Euro. Profitieren dürften die Hersteller nach Einschätzung des VCI auch von Preissteigerungen um voraussichtlich 3,5 Prozent.

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres setzte die Branche ihren Aufwärtstrend fort. Produktion und Umsatz lagen wieder über Vorkrisenniveau. Insgesamt lag die Chemie- und Pharmaproduktion in Deutschland um 1,1 Prozent höher als im Vorquartal und um 0,8 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz der Branche stieg im Vergleich zum Vorquartal um 3,6 Prozent auf 51,3 Milliarden Euro. Das erste Quartal 2020 wurde damit um 1,1 Prozent übertroffen. Die Zahl der Arbeitsplätze blieb stabil bei 464 400.

08.06.2021

Stuttgart (dpa/lsw) *15:09 Uhr – Landesgesundheitsminister: Curevac-Impfstoff nicht vor August

Die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Tübinger Firma Curevac dauert länger als geplant. Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) bestätigte am Dienstag in Stuttgart, dass sich das Verfahren weiter verzögern wird. Zuletzt hatte es geheißen, man rechne mit einer Zulassung im Juni. Lucha sagte, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe in der Gesundheitsministerkonferenz mitgeteilt, «dass wir nach der derzeitigen Situation leider erst realistisch im August erwarten können, dass der Curevac-Impfstoff zulassungsfähig appliziert werden kann oder zugelassen wird.» Der Grünen-Politiker erklärte, dass es bei der von Curevac durchgeführten klinischen Studie zu dem Vakzin «Komplikationen» gebe.

Zuvor hatte «Business Insider» berichtet, dass Spahn in der Konferenz berichtet habe, dass die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) «nicht vor August» mit einer Zulassung des Curevac-Mittels rechne. Bei der Studie gebe es noch nicht genug Teilnehmer. Noch Ende Mai hatte es demnach in internen Lieferprognosen der Bundesregierung geheißen, dass bis Ende Juni 1,4 Millionen Dosen von Curevac kommen, bis Ende September 9,4 Millionen und im letzten Quartal 28,9 Millionen. In den aktualisierten Prognosen von Juni tauche Curevac nun für dieses Jahr gar nicht mehr auf.

07.06.2021

Neu Delhi (dpa) *16:38 Uhr – Feuer in indischer Chemieanlage – mindestens 15 Tote

Bei einem Brand in einer Chemiefabrik in Indien sind mindestens 15 Arbeiter gestorben. Mindestens zwei weitere Menschen dürften noch im Gebäude sein, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Zunächst war unklar, was den Brand verursachte. Das Feuer in der Stadt Pune sei nach mehreren Stunden unter Kontrolle gebracht worden.

04.06.2021

Mailand (ots/PRNewswire) *16:40 Uhr – Nextchem erhält Engineering-Auftrag von Total Energies für Bio-Jet-Anlage

Maire Tecnimont gibt bekannt, dass ihre Tochtergesellschaft Nextchem einen Auftrag von Total Energies zur Durchführung eines FEED und zur Bereitstellung von technologischem Know-how zur Umsetzung einer Anlage für nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) in Grandpuits, Frankreich, erhalten hat, die 400.000 Tonnen/Jahr verarbeiten kann. Das Projekt ist Teil des Plans, die Grandpuits-Raffinerie in eine Null-Rohöl-Plattform umzuwandeln. Dazu soll auch eine Bio-Raffinerie gehören, in der Nextchem bereits Europas erste Anlage zur Herstellung von kompostierbaren und biologisch abbaubaren Kunststoffen mit einer Kapazität von 100.000 Tonnen/Jahr entwickelt.

Die Bio-Jet-Anlage, die 2024 in Betrieb genommen werden soll, wird die Rolle von Nextchem in der Netto-Null-Strategie von Total Energies als wesentlicher Bestandteil der Null-Rohöl-Plattformentwicklung der Grandpuits-Raffinerie, bekannt als "Projet Galaxie", stärken.

Das "Projet Galaxie" wird Bio-Jet-Kraftstoffe mittels der Behandlung tierischer Fette aus Europa und mit gebrauchtem Speiseöl herstellen. Diese neue Einheit wird an Frankreichs Roadmap für nachhaltige Biokraftstoffe in der Luftfahrt angepasst, die ein Ziel von 2 % bis 2025 und von 5 % bis 2030 vorsieht.

Münster (ots) *12:02 Uhr – BMWi nominiert GET H2 Wasserstoffprojekte für EU-Förderung

Mit 8 Mrd. Euro Fördergeldern von Bund und Land soll der Aufbau der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland vorangetrieben werden. 230 Anträge waren im Programm „Wichtige Projekte von gemeinsamem europäischem Interesse“ (IPCEI) eingegangen. Auf der Shortlist, die Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer veröffentlicht haben, sind die GET H2 Partner mit ihren Projekten sehr stark vertreten.

An 19 der 62 Projekte, die für eine Förderung in Frage kommen, sind Partnerunternehmen der Initiative GET H2 maßgeblich beteiligt. Insbesondere im Bereich Infrastruktur (8 von 14 Projekten) und Erzeugung (8 von 19 Projekten) sind die GET H2 Partner stark vertreten. Mit auf der Shortlist sind auch sechs Bausteine aus einem Konsortialprojekt der GET H2 Partner bp, Evonik, Nowega, OGE, RWE, Salzgitter AG und Thyssengas. Die Unternehmen wollen dabei Erzeugung, Transport, Speicherung und industrielle Nutzung von grünem Wasserstoff über eine grenzüberschreibende Infrastruktur zwischen Lingen, Ruhrgebiet, der niederländischen Grenze und Salzgitter verbinden.

Die Partner von GET H2 begrüßen die Richtungsentscheidung des BMWi, mit der Shortlist einen starken Fokus auf die Vernetzung zentraler Projekte und auf Industriezweige mit hohem CO2-Einsparpotenzial zu legen. Der praxisorientierte, vertrauensvolle Austausch innerhalb der Initiative GET H2 hat schon im Vorfeld dazu beigetragen, dass durch die Partner Projekte eingereicht wurden, mit denen die gesamte Wertschöpfungskette im Bereich Wasserstoff abgebildet und effizient vernetzt wird.

02.06.2021

Teheran (dpa) *20:16 Uhr – Großbrand in Ölraffinerie in Teheran

In einer Ölraffinerie in der iranischen Hauptstadt Teheran ist es am Mittwoch zu einem Großbrand gekommen. Einsatzkräfte konnten nach zwei Stunden das Feuer unter Kontrolle bringen, wie ein Sprecher der Anlage dem Staatssender IRIB sagte. Tote und Verletzte gab es demnach nicht. Die Raffinerie Schahid Tondgujan im Süden der Hauptstadt werde wohl eine Weile stillgelegt werden.

Auslöser des Brands war die Explosion einer Gasölleitung. Spekulationen über einen Sabotageakt wies der Sprecher zurück. Es gebe eine technische Ursache, die in den nächsten Tagen genauestens geprüft werde. Bis dahin sei auch das Ausmaß der Schäden noch unklar.

Alle Krankenhäuser in der Nähe der Raffinerie waren in Alarmbereitschaft wegen möglicher Schwerverletzter. In mehreren Stadtteilen im Süden Teherans waren laut Augenzeugen riesige Rauchwolken zu sehen.

Hallein (dpa) *14:16 Uhr – Chemieunfall an österreichisch-bayerischer Grenze endet tödlich

Bei einem Chemieunfall in einer österreichischen Fabrik an der Grenze zu Bayern ist ein Arbeiter ums Leben gekommen. Nach einem Austritt von Schwefeldioxid sei der Mann an der Unfallstelle gestorben, teilte das Zellstoffwerk Austrocel Hallein mit. In den Morgenstunden wurden Anwohner in Hallein aufgerufen, in Innenräumen zu bleiben sowie Fenster und Türen zu schließen. Bis zum Vormittag wurde diese Warnung jedoch wieder aufgehoben.

Die bayerische Polizei im nahen Bad Reichenhall sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass dort keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden habe. Auf der österreichischen Seite der Grenze durften die Anwohner zwar wieder ins Freie. Die Behörden in Hallein empfahlen jedoch weiterhin, Kellerräume zu meiden, da das schwere Gas Schwefeldioxid dorthin absinken könnte.

Planegg (dpa) *14:00 Uhr – Milliardenübernahme: Morphosys kauft US-Biotechfirma Constellation Pharmaceuticals

Milliardenzukauf für das Biotech-Unternehmen Morphosys: Der MDax-Konzern will den US-Anbieter Constellation Pharmaceuticals für 34 Dollar je Aktie in bar übernehmen, wie Morphosys am Mittwoch in Planegg bei München mitteilte. Dies entspreche einem Eigenkapitalwert von 1,7 Milliarden Dollar (1,4 Mrd Euro). Die Übernahme sei bereits von den Führungsgremien beider Unternehmen genehmigt worden und werde voraussichtlich im dritten Quartal abgeschlossen, hieß es weiter.

Hallein (dpa) *09:33 Uhr – Giftgasaustritt: Chemieunfall an österreichisch-bayerischer Grenze

Nach einem Chemieunfall in einer österreichischen Fabrik an der Grenze zu Bayern wird ein Todesopfer befürchtet. Der Arbeiter konnte noch nicht geborgen werden, wie eine Sprecherin des Zellstoffwerkes Austrocel Hallein der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch sagte. Nach dem Austritt von Schwefeldioxid in den Morgenstunden wurden Anwohner in Hallein aufgerufen, in Innenräumen zu bleiben sowie Fenster und Türen zu schließen. Bis zum Vormittag wurde die Warnung jedoch wieder aufgehoben.

Ob auch grenznahe Gemeinden in Bayern informiert wurden, konnte die Sprecherin nicht sagen. Sie gehe jedoch davon aus, dass nach dem Unfall alles Nötige in die Wege geleitet worden sei, sagte sie. Austrocel stellt Textilfasern aus Holz her und produziert zusätzlich Strom und Fernwärme.

01.06.2021

Brüssel/Amsterdam (dpa) *19:51 Uhr – Biontech/Pfizer kann Impfstoff-Produktion in Belgien hochfahren

Biontech/Pfizer kann in seinem Werk im belgischen Puurs die Produktion von Corona-Impfstoff weiter hochfahren. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA empfahl am Dienstag, dort weitere Herstellungs- und Abfüllungskapazitäten zu genehmigen. Dies werde «erhebliche und sofortige Auswirkungen auf die Versorgung» mit dem Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und deren US-Partner Pfizer in der EU haben, erklärte die EMA.

Biontech/Pfizer bestätigte auf Anfrage, man sei dabei, die Impfstoffkapazität auszuweiten. Die EMA-Empfehlung werde die Bemühungen unterstützen, im laufenden Jahr mehr als 2,5 Milliarden Dosen Impfstoff auszuliefern und im nächsten Jahr möglicherweise noch mehr.

Die EMA stellte bei ihrer Prüfung fest, dass die Fabrik in Puurs durchgängig Impfstoffe hoher Qualität produzieren könne. Dies ermögliche es Biontech/Pfizer, die Mengen der dort hergestellten Impfstoffe zu steigern.

Tübingen (dpa/lsw) *19:00 Uhr – Curevac sammelt weiter Daten für Zulassung

Während seit Monaten Impfstoffe der Konkurrenz verabreicht werden, werden für die Zulassung des Vakzins des Tübinger Biotech-Unternehmens Curevac weiter Daten gesammelt. Sie sollen nach wie vor noch im Juni vorliegen, wie ein Sprecher am Dienstag bekräftigte. «Diese werden es uns ermöglichen, das rollierende Zulassungsverfahren mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA zu finalisieren.» Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Das unabhängige Data Safety Monitoring Board (DSMB) sehe keine Sicherheitsbedenken für den Impfstoff CVnCoV, teilte der Sprecher mit. Zudem habe es bestätigt, dass die Studie weiter fortgesetzt werde, um eine ausreichende Anzahl von Daten für die Durchführung einer statistisch signifikanten Wirksamkeitsanalyse zu sammeln.

Genf (dpa) *17:35 Uhr – WHO erteilt zweitem chinesischen Corona-Impfstoff Notfallzulassung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einem zweiten chinesischen Corona-Impfstoff eine Notfallzulassung erteilt. Es handelt sich um das Präparat der Firma Sinovac. Die WHO bescheinigte dem Impfstoff mit der Zulassung am Dienstag, dass höchste Standards in Bezug auf Wirksamkeit und Herstellung eingehalten werden.

Nach der Beurteilung des unabhängigen WHO-Beraterstabs für Impfstoffe (SAGE) verhindert der Impfstoff bei 51 Prozent der Geimpften jegliche Krankheitssymptome. Bei 100 Prozent wurden eine schwere Covid-19-Erkrankung und ein Krankenhausaufenthalt verhindert.

Mit der Zulassung können UN-Organisationen das Mittel kaufen und verteilen. Darunter ist das internationale Impfprogramm Covax, auf das sich vor allem ärmere Länder bei der Zuteilung von Corona-Impfstoffen verlassen. Der Impfstoff der chinesischen Firma Sinopharm hatte die WHO-Zulassung bereits am 7. Mai bekommen.

Länder, die keine eigene Regulierungsbehörde haben, nehmen die WHO-Entscheidung oft als Grundlage für ihre eigene Zulassung. Für die EU, die USA und andere Länder mit Regulierungsbehörden hat die Notfallzulassung der WHO keine Bedeutung. Sie prüfen Wirkstoffe selbst und entscheiden über eine Zulassung.

Eine WHO-Notfallzulassung (EUL - Emergency Use Listing) gibt es bislang für die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Astrazeneca, Janssen/Johnson & Johnson, Moderna und Sinopharm.

Washington (dpa) *17:04 Uhr – «Baby Powder»-Milliardenurteil gegen Pharmariesen J&J bleibt bestehen

Der US-Konzern Johnson & Johnson (J&J) ist mit seinem Einspruch gegen ein milliardenschweres Schadenersatzurteil wegen angeblich krebserregender Körperpflegeprodukte beim Obersten US-Gericht abgeblitzt. Der Supreme Court entschied am Dienstag, sich nicht mit dem Fall zu befassen und wies die Berufung somit zurück.

Der Pharma- und Konsumgüterkonzern war im Juli 2018 von einer Geschworenenjury zunächst zu Schadenersatz- und Strafzahlungen in Höhe von 4,7 Milliarden Dollar an 22 Klägerinnen verurteilt worden. Im Juni 2020 verringerte ein Berufungsgericht im Bundesstaat Missouri die Summe auf 2,1 Milliarden Dollar (1,7 Mrd Euro).

Geklagt hatten Frauen, die an Eierstockkrebs erkrankt waren. Die Klägerinnen, von denen einige inzwischen gestorben sind, machten J&J-Produkte wie das angeblich mit Asbest kontaminierte Körperpflegepuder «Baby Powder» für ihre Leiden verantwortlich. Sie warfen J&J vor, Gesundheitsgefahren verschwiegen zu haben.

Johnson & Johnson hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Das Unternehmen aus New Brunswick im Bundesstaat New Jersey ist in den Vereinigten Staaten jedoch mit Zehntausenden weiteren Klagen konfrontiert und hat den Verkauf des umstrittenen «Baby Powder» in den USA und Kanada bereits im vergangenen Jahr eingestellt.

Karlsruhe (dpa) *11:23 Uhr – Pharmakonzern Bayer weder in deutschen noch EU-Grundrechten verletzt

Das Bundesverfassungsgericht hat eine Klage aus dem Bayer-Konzern wegen der Zulassung eines fremden Tierarzneimittels für den deutschen Markt nach umfangreicher Prüfung abgewiesen. Die beiden klagenden Tochterunternehmen seien weder in deutschen noch in europäischen Grundrechten verletzt, teilte das Gericht in Karlsruhe am Dienstag mit. Grundgesetz und Grundrechte-Charta der Europäischen Union führten hier zum selben Ergebnis.

Das Medikament, Baytril, stammt im Original von Bayer. Inzwischen sind auch Nachahmerpräparate anderer Hersteller auf dem Markt. In dem Verfahren ging es um den Schutz von Dokumenten zu möglichen Umweltrisiken, die im Jahr 2004 auf Wunsch der britischen Zulassungsbehörden bei Bayer erstellt worden waren. Ein slowenisches Pharmaunternehmen hatte wenig später für die Zulassung seines Generikums in Großbritannien auf die Bayer-Daten zurückgegriffen. Das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wiederum hatte diese britische Zulassung später anerkannt.

Die beiden Bayer-Töchter hatten gegen den so zustande gekommenen Zulassungsbescheid geklagt - die Daten seien Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse. Gerichte bis hoch zum Bundesverwaltungsgericht hatten die Klage allerdings abgewiesen. Nun blieb auch die bereits im Jahr 2014 eingereichte Verfassungsbeschwerde erfolglos.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:47446705)