Anlagenplanung Optimierte Anlagenplanung

Autor / Redakteur: Ingo Kaiser / Matthias Back

Qualitätsverbesserung bei der Anlagenabwicklung, Zeitersparnis bei der PID-Erstellung und globales Engineering – dies sind drei von zahlreichen Vorteilen, die durch den Einsatz von innovativer Engineering-Software bei Zeppelin Systems erzielt wurden. Das Unternehmen steigert dadurch seine Wettbewerbsfähigkeit.

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Zeppelin Systems ist Weltmarktführer in der Planung und dem Bau von Silo- und Logistikanlagen von Schüttgut.
Zeppelin Systems ist Weltmarktführer in der Planung und dem Bau von Silo- und Logistikanlagen von Schüttgut.
(Bild: Zerppelin Systems)

Die Geschichte des Unternehmens Zeppelin Systems GmbH beginnt schon vor über 100 Jahren, als Graf von Zeppelin seine legendären Luftschiffe entwickelte. Nach Beendigung des Luftschiffsbaus bei Zeppelin, gründeten sich hieraus zahlreiche Unternehmen, die in verschiedenen Märkten erfolgreich tätig sind. Dazu zählt auch die Zeppelin Systems, ein führender Hersteller von Anlagen für das Lagern, Fördern, Mischen und Dosieren von hochwertigen Schüttgütern.

Das Unternehmen entwickelt Anlagen und Fördertechnik-Komponenten für die Kunststoff-, Nahrungsmittel-, Pharma- und chemische Industrie sowie für die Gummi-und Reifenherstellung. Dabei ist das Unternehmen Weltmarktführer in der Planung und dem Bau von Silo- und Logistikanlagen. Da jede Anlage individuellen Anforderungen unterworfen ist, entwickelt das Unternehmen jeweils spezielle Lösungen für seine Kunden weltweit.

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Strategische Neuorientierung im Engineering

Das mittelständische Unternehmen startete Ende 2007 mit einem strategischen Projekt im Engineering. Das Ziel war, ein effizienteres und durchgängiges Anlagen-Engineering zu implementieren. Damit sollte die Abwicklung und Planung im Anlagenbau, die Dokumentenverwaltung und das Datenmanagement qualitativ verbessert und kosteneffizienter umgesetzt werden.

„Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir mit Excel und mit einer nicht mehr zeitgemäßen Software die Anlagenplanung realisiert. Deshalb starteten wir mit einem Benchmark von vier renommierten CAE Produkten“, erinnert sich Mark Niestroj, Leiter Engineering bei Zeppelin Systems.

Im ersten Schritt wurden die Anforderungen für die Softwarelösung spezifiziert. Hierzu gehörten beispielsweise Software-Funktionalitäten, Schnittstelle zum ERP-System (Enterprise Ressource Planning), Integration in die bestehende IT-Landschaft, Marktakzeptanz der Software, Entwicklungspotentiale, Kosten und globaler Einsatz der Software.

Gerade der globalen Verwendung der Software kam eine große Bedeutung zu, da die internationale Zusammenarbeit im Engineering zwischen der Zentrale in Friedrichshafen und den Niederlassungen – unter anderem in China, Indien, Brasilien und den USA – kontinuierlich zugenommen hatte.

Erfolgreichen Software-Implementierung beim Anwender

Nach intensiven Vergleichsstudien entschied sich das Unternehmen im Jahr 2008 für die Softwarelösung Comos von Siemens. Die Software überzeugte die Verantwortlichen bei Zeppelin Systems aufgrund der durchgängigen Systemlösungen für die Verfahrenstechnik im Zusammenspiel mit dem Engineering für die mechanischen und elektrotechnischen Komponenten, der Objektorientierung, der einheitlichen Datenbank, der offenen Softwarearchitektur und der Mehrsprachigkeit.

Nach der erfolgreichen Software-Implementierung arbeiten mittlerweile internationale Projektteams mit Comos. Sie verfügen jederzeit über transparente und konsistente Engineering-Daten. Im Vergleich zu früher wurden bei der Anlagenabwicklung und -Planung die Fehlerquote minimiert, die Entwicklungszeit gesenkt und die Kosten reduziert. Zudem gewährleistet die offene Software-Architektur eine einfache Verknüpfung der Engineering-Software mit dem ERP-System.

Die Engineering-Software wird aktuell für die PFD- und PID- Ausarbeitung, sowie für das Erstellen von Komponentenspezifikationen (Datenblätter) genutzt, wobei sukzessiv kundenspezifische Software-Anpassungen vorgenommen werden. Dabei helfen eigene Lösungen, wie z. B. die Verwendung eines Master-/Slave-Systems. Mit diesem lassen sich umfangreiche Master-Spezifikationen an Slave-Objekte weitergegeben oder die softwareeigene Querie-Technologie äußerst effizient nutzen.

Derzeit besitzt das Unternehmen insgesamt 90 Lizenzen, verteilt auf die Abteilungen Auftragsabwicklung, EMSR (nur für die Instrumentierung) und Verfahrenstechnik (Fließbilderstellung).

Die Software wurde mittlerweile in etwa 70 Angebotsprojekten, dem Erstellen einfacher Fließschemata mit Datenblättern und in ca. 120 unterschiedlichen Projekten verwendet – von der Planung einer einfachen Förderstrecke bis hin zu einer komplexen Logistikanlage.

Verbesserter Informationsaustausch zwischen den Abteilungen

Die Qualität des Anlagen-Engineering hat sich seit Verwendung der Software deutlich verbessert. Durch die einheitliche Datenbank und den objektorientierten Ansatz der Software erhöht sich die Transparenz innerhalb des Planungsprozesses. Dies wiederum führt zu verbessertem Informationsaustausch zwischen den einzelnen Fachabteilungen. So werden etwa Änderungen von Spezifikationen in der Komponentenverwaltung sofort übernommen, und diese sind dann für die weitere Bearbeitung sofort sichtbar. In einem sogenannten Log-File, das dem Bauteilobjekt angehängt werden kann, können die Änderung zum besseren Verständnis begründet bzw. kommentiert werden.

Die konsistente Datenhaltung führt auch bei der Anlagenkennzeichnung zu Qualitätsverbesserungen. Eventuell notwendige Korrekturen in der Anlagenkennzeichnung werden durchgängig und automatisch an die dazugehörigen Spezifikationen, Listen und sonstigen Dokumentation weitergegeben.

Die einheitliche Datenbasis und die Verwendung von Arbeitsschichten gibt zudem den Ingenieuren die Sicherheit, dass sie jederzeit mit der aktuellen Version arbeiten. Durch die Verwendung der Querie-Technik in der Engineering-Software ist es relativ einfach, umfangreiche Engineering-Ergebnisse zu überprüfen, was wiederum zu einer einheitlicheren Anlagenabwicklung und -Planung bei Zeppelin Systems führt. (Nach dem Umblättern: Potentiale des integrierten Engineerings nutzen)

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