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Bilanz Bayer-Konzern

Operativ war 2009 ein starkes Jahr für Bayer

| Redakteur: Marion Henig

Ergebnis im 4. Quartal deutlich über Vorjahr

Im 4. Quartal 2009 zeigte sich Bayer gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich erholt. „Operativ war das 4. Quartal für Bayer in einem sonst stark von der Krise geprägten Jahr ausgesprochen erfolgreich“, sagte Kühn. Der Umsatz ging zwar leicht um 0,6 Prozent auf 7,872 (7,923) Milliarden Euro zurück, wpb. verzeichnete das Unternehmen jedoch ein Plus von 3,4 Prozent. Hierzu trugen alle drei Teilkonzerne bei. Während HealthCare wpb. um 5,9 Prozent wuchs, stieg der CropScience-Umsatz wpb. um 6,2 Prozent. MaterialScience verbesserte sich wb. um 1,0 Prozent. Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Konzerns legte trotz negativer Währungseinflüsse in Höhe von rund 80 Millionen Euro um 11,5 Prozent auf 1,513 (1,357) Milliarden Euro zu, das EBIT vor Sondereinflüssen sogar um 15,7 Prozent auf 817 (706) Millionen Euro. Das Konzernergebnis kletterte um 44,3 Prozent auf 153 (106) Millionen Euro und das bereinigte Ergebnis je Aktie auf 0,90 (0,71) Euro.

Personalabbau: Vereinbarung in Deutschland

Für die weltweit 108.400 Mitarbeiter sind allein im Rahmen des konzernweiten Short-Term-Incentive-Programms über 460 Millionen Euro an variablen Einmalzahlungen vorgesehen – ein Betrag in der Größenordnung der Vorjahre. „Darüber hinaus legen wir auch weiterhin großes Gewicht auf die Sicherung der Beschäftigung“, fügte Wenning hinzu. So habe sich das Unternehmen im Dezember 2009 mit den Arbeitnehmervertretern auf einen umfangreichen Pakt zur Beschäftigungssicherung bis zum Jahr 2012 verständigt. Die Vereinbarungen beinhalten trotz des unsicheren wirtschaftlichen Umfelds unter anderem eine Verlängerung des seit 1997 bestehenden Verzichts auf betriebsbedingte Kündigungen um weitere drei Jahre.Dies gilt für rund 23.000 Beschäftigte in den Teilkonzernen und Servicegesellschaften in Deutschland. Anpassungen über natürliche Fluktuation werde es jedoch geben, in den Industriestaaten werde tendenziell Personal abgebaut werden, in den Wachstumsmärkten hingegen aufgebaut.

Strategische Neuausrichtung und Effizienzsteigerungen zahlen sich aus

Der Vorstandsvorsitzende betonte, dass das starke Jahr 2009 nicht ohne die Anstrengungen der vergangenen Jahre möglich gewesen wäre, in denen Bayer auf Innovation und Wachstum ausgerichtet und wettbewerbsfähig aufgestellt worden sei. Den Auftakt bildete im Jahr 2002 der größte Umbau in der Geschichte des Unternehmens. Hier wurden die strategische Führung des Konzerns vom operativen Geschäft getrennt, klare Verantwortlichkeiten geschaffen und das Geschäft stärker auf die jeweiligen Märkte ausgerichtet. „Diese Organisation hat sich als wichtige Basis für die Maßnahmen der Folgejahre erwiesen“, sagte Wenning.

Das Portfolio wurde auf die Kerngebiete Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien konzentriert. Mit der Übernahme der Schering AG und des Geschäfts mit rezeptfreien Arzneimitteln von Roche wurde der HealthCare-Bereich entscheidend gestärkt. Insgesamt bewegte Bayer seit 2002 mehr als 43 Milliarden Euro für Akquisitionen und Verkäufe, um den Konzern umzubauen.

Ferner wurden seit der Neuorganisation – also von 2002 bis 2009 – Effizienzsteigerungs- und Kostensenkungs-Maßnahmen mit einem Volumen von rund vier Milliarden Euro umgesetzt. „Ohne die Veränderung unseres Portfolios und ohne diese Effizienzsteigerungen hätten wir die Krise zweifellos nicht so gut überstanden“, so Wenning.

Umsatz und Ergebnis sollen bis 2012 kontinuierlich zunehmen

„Wir haben 2009 erfolgreich beendet – und wollen künftig an die positiven Entwicklungen der vorherigen Jahre anknüpfen“, sagte Wenning. Die weltweite konjunkturelle Erholung dürfte sich im Jahr 2010 fortsetzen. Die Auswirkungen des Einbruchs der Weltwirtschaft im Jahr 2009 würden aber noch längere Zeit zu spüren sein. Bayer sei dennoch optimistisch für das Jahr 2010, führte Wenning aus. Der Umsatz soll währungs- und portfoliobereinigt um mehr als 5 Prozent wachsen. Für das EBITDA vor Sondereinflüssen ist eine Steigerung in Richtung 7 Milliarden Euro geplant. Den Einschätzungen liegt dabei ein Euro-US-Dollar-Kurs von 1,40 zugrunde. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll künftig nicht nur als Basis für die Dividendenpolitik genutzt, sondern auch für den Ausblick als relevante und umfassendere Kennziffer herangezogen werden. Für das bereinigte Ergebnis je Aktie erwartet Bayer in diesem Jahr einen Anstieg um etwa 10 Prozent.

„Zur Absicherung unseres langfristigen Wachstums haben wir Investitionen von 1,4 Milliarden Euro in Sachanlagen vorgesehen. Für die Forschung und Entwicklung steht wiederum ein Budget von 2,9 Milliarden Euro zur Verfügung“, sagte Wenning, der sich auch zu den weiteren Perspektiven in den kommenden Jahren äußerte. So rechnet Bayer bis zum Jahr 2012 mit einem kontinuierlichen Umsatzwachstum von wpb. etwa 5 Prozent jährlich. Auch die Aussichten für die weitere Ergebnisentwicklung seien positiv. So soll das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA im gleichen Zeitraum auf eine Größenordnung von 8 Milliarden Euro steigen.

HealthCare plant für das Jahr 2010, zumindest mit dem Markt zu wachsen. Dies entspricht einem währungs- und portfoliobereinigten Anstieg um ca. 5 Prozent. Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA soll ebenfalls steigen. „Auch bis 2012 wollen wir weiterhin zumindest mit dem Markt wachsen und das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA kontinuierlich verbessern“, sagte Wenning.

CropScience rechnet für 2010 mit einem Wachstum leicht über dem Markt. Dies entspricht einem währungs- und portfoliobereinigten Anstieg um ca. 4 Prozent. Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA plant der Teilkonzern leicht zu steigern. Allerdings gestaltet sich das Geschäftsumfeld derzeit schwieriger als erwartet. Bis 2012 soll CropScience zumindest mit dem Markt wachsen und das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA weiter verbessern.

Im MaterialScience-Geschäft geht Bayer von einer weiteren konjunkturellen Erholung aus. Vor diesem Hintergrund plant der Teilkonzern für 2010, den Umsatz währungs- und portfoliobereinigt um mehr als 10 Prozent zu erhöhen. Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA soll erheblich steigen. Im 1. Quartal 2010 erwartet MaterialScience gegenüber dem 4. Quartal 2009 leicht höhere Umsätze. In Anbetracht weiter steigender Rohstoffkosten wird im 1. Quartal 2010 mit einem um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA in der Größenordnung des 4. Quartals 2009 gerechnet. Bis 2012 erwartet MaterialScience – eine fortdauernde konjunkturelle Erholung vorausgesetzt –, beim Umsatz das Vorkrisenniveau von mehr als 10 Milliarden Euro wieder zu erreichen. Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA soll weiter deutlich steigen.

„Wir sehen den Konzern strategisch gut aufgestellt und aufgrund des Innovations- und Wachstumspotenzials unseres Portfolios auf einem erfolgreichen Weg“, fasste Wenning abschließend zusammen. Bayer blicke daher mit Zuversicht in die Zukunft.

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