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App für Schüttgüter One-Stop-Shop für Schüttgut

Redakteur: Sabine Mühlenkamp

Der Weg zur digitalen Baustelle erwies sich in der Vergangenheit als mühsam. Der Wechsel kam erst, als zwei Unternehmer auf eine unkomplizierte App setzten, die ganz ohne Papier auskommt. Gleichzeitig ist damit das punktgenaue Abladen möglich, was eine erhebliche Zeitersparnis mit sich bringt.

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Schüttgut landet punktgenau dort, wo es hingehört – dank genauer Anweisung in der App.
Schüttgut landet punktgenau dort, wo es hingehört – dank genauer Anweisung in der App.
(Bild: Schüttflix)

Als Christian Hülsewig und Thomas Hagedorn vor gut anderthalb Jahren in Gütersloh zusammensaßen, heckten sie einen Plan aus. Der erfahrene Logistiker Hülsewig und der Abbruchprofi Hagedorn philosophierten über die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Baubranche. Insbesondere das Thema Schüttgut ging beiden nicht mehr aus dem Kopf. Der Markt ist stark fragmentiert und zu 100 Prozent analog. Das muss doch auch anders gehen, so die Idee. Schneller, effizienter mit echtem Mehrwert für die gesamte Lieferkette. Schüttflix war geboren. Heute ist die App die erste digitale Drehscheibe für Sand, Kies, Schotter und Schüttgut aller Art und verbindet Lieferanten und Spediteure direkt mit Kunden aus dem Hoch-, Tief- sowie dem Landschaftsbau.

Bestellen, bezahlen, beliefern

Die App funktioniert wie ein Online-Marktplatz. Lieferanten können ihre Produkte einstellen und sie den Kunden zu transparenten Preisen als Angebot anzeigen lassen. Kunden wählen die gewünschte Menge aus und bekommen anhand ihrer eingegebenen Kriterien die Top-5-Angebote in einem Preisvergleich angezeigt. Sie erteilen dann den Auftrag und nach Bestätigung durch den Lieferanten oder Spediteur kann es losgehen. Selbst Großbestellungen von mehreren tausend Tonnen lassen sich so innerhalb von wenigen Minuten sicher disponieren. So ist es möglich, Einzelaufträge mit sehr großen Volumina innerhalb von wenigen Minuten zu disponieren.

Sobald die Lieferung unterwegs ist, wird der Kunde über die App informiert. Die Auslieferung der Ware ist wie beim Paketversand per Livetracking in der App nachverfolgbar. Ein entscheidender Vorteil: Der genaue Abladeort des Schüttgutes kann im Vorhinein mit einem Foto und einer via GPS gesetzten Nadel in einer Karte metergenau angegeben werden. Hat der Spediteur die Ladung abgeladen, bestätigt er die Lieferung mit einem Foto.

Digitale Verwaltung

Ein weiterer Vorteil der App ist die vollständig digitale Verwaltung aller Bestellungen. Ob Angebot, Lieferschein oder Rechnung – alle Dokumente sind in der App sofort und jederzeit einsehbar und können digital unterschrieben werden. Genauso transparent ist auch der Bezahlvorgang: Ist der Erhalt der Ware vom Kunden bestätigt, begleicht Schüttflix die Rechnung bei Lieferanten und Spediteur innerhalb eines Tages über eine Gutschrift in der App. Das gilt auch für den Fall, dass der Kunde mal später zahlt. Schüttflix übernimmt für die Partner das volle Forderungsrisiko.

Bei der Gestaltung der App haben die Entwickler viel Wert auf eine einfache Bedienung gelegt. „Wie beim Shopping per App muss die Bestellung für beide Seiten einfach, intuitiv und transparent sein. Kunden, Lieferanten und Spediteure müssen sich problemlos zurechtfinden“, so Hülsewig. Feedback ist deshalb das A und O zur Weiterentwicklung der App. „Wir versuchen, alle Rückmeldungen möglichst umgehend in die Funktionen und Prozesse der App zu integrieren“, erklärt Hülsewig. „Denn bei uns steht die Nutzerfreundlichkeit an erster Stelle.“ Sollte es dennoch einmal zu Schwierigkeiten geben, steht ein kompetenter Kundendienst bereit, der sich auskennt und sich schnell um die Probleme kümmert.

In vier Stunden vor Ort

Seit dem Start der App 2019 verzeichnet Schüttflix ein monatliches Umsatzwachstum von durchschnittlich 40 Prozent. Mittlerweile sind 2.000 Lieferanten und Spediteure Teil des Partnernetzwerks. Mit mehr als 8.500 Schüttgut-Lkw verfügt das Schüttflix-Netzwerk heute über die größte Schüttgutflotte Deutschlands. Nahezu alle Baustellen in Deutschland können daher innerhalb weniger Stunden mit Schüttgut beliefert werden. „In unserem Heimatbundesland Nordrhein-Westfalen können wir schon jetzt innerhalb von vier Stunden nach Bestellung liefern. Diese Frist wollen wir möglichst schnell in allen Bundesländern einhalten können“, gibt Hülsewig die Richtung vor.

Auch deshalb bauen immer mehr Unternehmen auf den Online-Marktplatz. So möchte der europäische Baukonzern Strabag zur Versorgung seiner Baustellen mit Schüttgut künftig die App nutzen. Ab Januar nächsten Jahres soll die Plattform schrittweise in den rund 200 Strabag-Baubetrieben in Deutschland eingeführt werden. Weitere Baukonzerne starteten ebenfalls mit einer Pilotphase. So geht Schüttflix einen großen Schritt in Richtung digitaler und damit papierloser Baustelle.

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