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Innovation-Award Offenes Ohr für frische Ideen: Das sind die Innovations-Champions 2015

| Autor / Redakteur: Dominik Stephan* / Dominik Stephan

Der PROCESS-Innovation-Award kürt die Innovations-Champions 2015  –  Ein Handy, dass Pumpen versteht? Ein virtueller Chromatografieprozess? Ein innovativer Werkstoff? Wer glaubt, dass alle wesentlichen Erfindungen in der Prozessindustrie gemacht sind, irrt gewaltig. Diese und viele andere Entwicklungen haben das Potenzial, die Branche umzukrempeln. Wir haben auf der Achema 2015 die Innovations-Champions gesucht – mit überraschendem Ergebnis…

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Von der Idee zum preisgekrönten Produkt: Auch der siebte Innovation-Award bot ein Feuerwerk an spannenden Entwicklungen.
Von der Idee zum preisgekrönten Produkt: Auch der siebte Innovation-Award bot ein Feuerwerk an spannenden Entwicklungen.
( © bahram7 - Fotolia )

Wo bleiben die Innovationen? Während in der virtuellen Welt digitale Geschäftsmodelle den Markt um­krempeln, scheinen die Mühlen in der Prozessindustrie langsamer zu mahlen. Detailverbesserungen, Effizienzsteigerungen und Kombinationen bewährter Verfahren sind nicht selten das höchste der Gefühle. Vielbeschworenen Visionen wie das Internet der Dinge oder die Baukasten-Anlage bleiben häufig Luftschlösser.

Im Hintergrund hingegen wird längst an der Zukunft gearbeitet: Komponentenhersteller und Verfahrensentwickler lassen im Labor und Technikum die grauen Zellen rauchen. So wurde die Achema 2015 zur Muskelschau der Entwickler: Neue Werkstoffe, innovative Maschinen oder clevere Simulationslösungen zeigten, wozu die Branche in der Lage ist.

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Guided Innovation Tours auf der Achema 2015

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Vom Smartphone zur Anlage

Von der Fehlersuche per Smartphone bis zur kompletten Destillationsanlage – Innovationen kommen in allen Größen und Formen. Deswegen hatte der PROCESS-Innovation-Award einmal mehr ein Ohr auf der Schiene: Welche Neuentwicklungen überzeugen durch Wirtschaftlichkeit, Innovationsgrad oder Marktpotenzial?

Zum siebten Mal hatte die Jury aus PROCESS-Redaktion und unabhängigen Spezialisten – wie Ex-Bayer-Technology-Services-Manager Dr. Norbert Kuschnerus, Dr. Thomas Zimmer, dem Vizepräsident des europäischen ISPE-Arm oder Dr. Friedrich-Wilhelm Henneke, langjähriger Leiter des Pumpenzentrums der BASF – sich zum Ziel gesetzt, die Innovations-Champions zu küren. Keine leichte Aufgabe, angesichts fast 100 Einreichungen aus allen Bereichen der Prozessindustrie.

Überraschungen inklusive

Dabei war manche Kategorie für eine Überraschung gut: So konnte sich im konservativen Pumpenumfeld eine Entwicklung durchsetzen, die zeigt, wie mobile Endgeräte direkt im Anlagenbetrieb einen Mehrwert schaffen. Die Sonolyzer-App der Pumpenspezi- alisten von KSB macht das Smartphone zum Diagnosetool – und das auf die denkbar einfachste Art: Wenn man mit dem Smartphone das Laufgeräusch einer ungeregelten Pumpe aufnimmt, kann die App nur anhand des Geräuschprofils eine Zustandsdiagnose für Pumpe abgeben und direkt auf mögliche Fehler oder ineffiziente Betriebszustände hinweisen. Und das alles ohne Kenntnis individueller Kennlinien oder weiterer technischer Daten sowie hersteller­unabhängig.

„Mit dem KSB Sonolyzer kommt somit Industrie 4.0 und das Internet der Dinge auch in bestehende Anlagen, in denen Pumpen bereits seit Jahrzehnten in oft intransparenter Weise ihren Dienst verrichten“, erklärte Juror und Laudator Dr. Jörg Kempf die Entscheidung. Damit lässt sich ein enormes Optimierungspotenzial erschließen – mit einem Gerät, dass sowieso beinahe jeder in der Tasche trägt.

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