Digital Plant Kongress 2011 Offene Fragen rund um Digital Engineering - mit welchen Vorurteilen der Digital Plant Kongress aufräumen will

Redakteur: Marion Henig

Die digitale Fabrik kommt langsam auch in der Prozessindustrie an. Doch noch sind viele offene Fragen zu klären. Für welche Firmen aus der Prozessindustrie lohnt sich beispielsweise der Einsatz von Digital Engineering-Technologien? Referenten des in Kürze stattfindenden Digital Plant Kongresses standen PROCESS in Kurzinterviews Rede und Antwort.

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Uwe Grundmann spricht auf dem Digital Plant Kongress über "Major Trends in Process-Engineering-Tools" (Bild: ARC)
Uwe Grundmann spricht auf dem Digital Plant Kongress über "Major Trends in Process-Engineering-Tools" (Bild: ARC)

PROCESS: Welche Unternehmen in der Prozessindustrie sollten Digital Engineering-Technologien unbedingt anwenden?

Wilfried Kleiser, Siemens: Digital Engineering ist insbesondere interessant für Unternehmen und Endbenutzer mit großen Invstitionsvorhaben sowie für Planungsbüros für Großanlagen und Generalunternehmer (EPCs).

Ralf Heimberg, Icido: Unternehmen aus dem Mittelstand. Mit Digital Engineering können Sie den dominierenden OEM weiterhin die Stirn bieten und technologisch agil bleiben.

Dr. Jürgen S. Kussi, Bayer Technology Services: Alle zusammen. Damit meine ich im Speziellen gerade auch die Owner/Operator, Kontraktoren, Zulieferer etc.

Philipp Rößler, DE Software & Control : Alle, deren Prozess-Know verloren gehen kann, beispielsweise durch die demografische Entwicklung und denen Fachkräftemangel droht.

Uwe Grundmann, ARC Advisory Group: Ich glaube nicht, dass hier gesagt werden sollte die eine Industrie ja und die andere Industrie nein. Vielmehr sollten sich die Verantwortlichen folgende Fragen stellen: Welche Aufgaben könne effektiver gelöst werden? In welchen Anlagen habe ich durch sinnvollen Einsatz die Sicherheit erhöht? In welchen Industrien wird die Qualität der Produkte entscheidend verbessert? Wo kann die Rückverfolgung zu Gewährleistungsansprüchen auf 100% gebracht werden? Ist durch den Einsatz der Technologien mein Know-how gegen illegale Kopien geschützt?

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Digital Plant Kongress 2011

Auf dem Digital Plant Kongress am 18. und 19. Oktober 2011 referieren Praktiker anhand von Best-Practices über erfolgreiche IT-Strategien in der Prozessindustrie, zeigen welche Rolle Engineering-Tools im Lebenszyklus einer Anlage spielen oder wie die Grenzen zwischen Verfahrenstechnik, Prozessleittechnik und Elektrotechnik gelöst werden können. Nutzen Sie die Plattform am 18. und 19. Oktober zum Fach- und Erfahrungstausch zwischen Betriebsingenieuren, Prozessleittechnikern, Planern und Anlagenkonstrukteuren.

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PROCESS: Was sind die größten Hemmnisse, die der digitalen Zukunft des Anlagenbaus im Wege stehen?

Dr. Jürgen S. Kussi: Die Komplexität in Hinblick auf den inhaltlichen Umfang und die Vielzahl der Beteiligten Menschen bzw. Unternehmen. Dies erfordert einen hohen Grad an Standardisierung und lässt keinen Raum für individuelle Lösungen.

Wilfried Kleiser: Ein Problem sind sicherlich Vorbehalte und die Meinung, dass das alles doch nichts wird. Darüber hinaus ist das Angebot auf dem Markt derzeit noch sehr unübersichtlich.

Ralf Heimberg: Ich sehe zwei wesentliche Problemfelder, zum einen die konservative Haltung der Fachbereiche und zum anderen eine geringe Management Attention.

Philipp Rößler: Die Lean-Welle hat auch dazu geführt, das Overengineering kritisch zu sehen und zu low-automation Ansätzen geführt. Auch bei digitalen Werkzeugen sind die Menschen die Nutzer. Bei einem ganzheitlichen Ansatz wird erwartet, dass unterschiedliche Fakultäten (Konstruktion, Produktion, QM) vorbehaltslos zusammenarbeiten. Und das ist schwierig.

Uwe Grundmann: Die größten Hemmnisse liegen aus meiner Sicht in dem vorhanden Mitarbeiterstamm, den fehlenden Kenntnissen, dem bereichsübergreifenden Verständnis, dem persönlichen Wettbewerb usw. Die Migration der bestehenden Altanlagen in ein digitales Model wird in den entwickelten Regionen eine Herausforderung darstellen, 3D-Laser-Scanning kann hier helfen. Die bestehende IT-Infrastruktur ist sehr oft nicht auf die digitale Fabrik vorbereitet, es fehlt ein einheitliches Datenmodell in allen Abteilungen. Die unterschiedlichen gesetzlichen Vorgaben in den Regionen der Welt behindern eine globalen Ansatz.

PROCESS: Was sind die größten Vorteile von Digital Engineering-Technologien gegenüber althergebrachten Arbeitsvorgängen?

Dr. Jürgen S. Kussi:Zeit, Kosten und vor allem Qualität.

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Uwe Grundmann: Die 100-prozentige Verlässlichkeit auf die aktuellen Informationen aus der Fertigung. Weitere Vorteile sind sowohl die Geometrie- als auch die Verfahrensdaten als Echtzeitentscheidungshilfe, die Simulation und das Training der Mitarbeiter an der virtuellen Fabrik zur Reduzierung von Fehlbedienungen und das frühzeitige Erkennen von Verfahrensfehlern.

Wilfried Kleiser: Verkürzung der Projektlaufzeit bei Neuanlagen und Modernisierungen, Kostenreduzierung, Fehlerreduzierung, konsistente und kompakte Anlagendokumentation in allen Projektphasen, Unterstützung des weltweiten Engineerings.

Philipp Rößler: Es handelt sich um ein durchgängiges Werkzeug, ist über das Internet jederzeit und überall verfügbar. Außerdem wird der Prozess dokumentiert.

Ralf Heimberg: Die Liste ist lang: Geschwindigkeit, Sicherere Entscheidungen, Transparenz, Kommunikation, Geschwindigkeit, Kosten. Die einzelnen Punkte werden ja dann auf dem Digital Plant Kongress im Detail aufgegriffen.

PROCESS: Mit welchen Vorurteilen gegenüber der Digitalen Fabrik werden Sie auf dem Digital Plant Kongress aufräumen?

Dr. Jürgen S. Kussi: Das bleibt meinem Vortrag überlassen!

Uwe Grundmann: Sehr oft hören wir: Betrifft mich nicht. Ich denke, die Veränderung wird sich an jedem Arbeitsplatz bemerkbar machen.

Wilfried Kleiser: Damit, dass die Digital Plant in ferner Zukunft liegt!

Ralf Heimberg: In erster Linie will ich mit den Teilnehmern über Nutzen, Datendurchgängigkeit, Bedienbarkeit und Einsatzmöglichkeiten sprechen, denn hier besteht noch viel Aufklärungsbedarf.

Philipp Rößler: Mit Viewer und Industrial Wiki haben wir gezeigt, dass enormes Potential im Shopfloor zu heben ist. Der Mitarbeiter will und kann entscheiden, verbessern, dokumentieren.

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