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Rohstoffpreise November 2014 Ölpreis zwischen Krisenherden und hohen Kapazitäten

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Die Weltrohstoffpreise haben im Verlauf des Oktober um 8,6 % nachgegeben. Aufgrund der weiteren leichten Abwertung des Euros zum Dollar fiel der Rückgang in Inlandswährung mit rund 7 % etwas schwächer aus. Primäre Ursache war der starke Einbruch der Ölpreise und der weitere Rückgang der Erdgaspreise. Insbesondere der Fall der Rohölpreise verwundert die Experten der IKB.

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Die Experten beobachten atypisch sinkende Öl- und Gaspreise.
Die Experten beobachten atypisch sinkende Öl- und Gaspreise.
(Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Düsseldorf – Kriegerische Auseinandersetzungen im Nahen Osten, die normalerweise zu ansteigenden Notierungen des Rohölpreises führen sollten, sowie der Russland-Ukraine-Konflikt passen eigentlich nicht zu dieser Preisentwicklung.

Einer der Gründe für diese atypische Preisentwicklung ist laut der Deutschen Industriebank IKB die sehr gute Marktversorgung: Neben den freien Kapazitäten vor allem in Saudi-Arabien ist auch der enorme Ausbau der Ölgewinnung in Nordamerika auf Basis von Ölschiefer und Ölsanden zu nennen. Diese benötigen allerdings einen Marktpreis von rund 80 Dollar je Barrel, um wirtschaftlich gefördert werden zu können. Ein nachhaltiges Sinken unter diese Preisschranke stärkt die Position der Opec und verhindert einen weiteren Ausbau der Kapazitäten von nicht-konventionellem Öl in den USA.

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Andererseits reduziert das derzeitige Niveau der Ölpreise die Einnahmen daraus sowohl bei den IS-Milizen wie auch die Deviseneinnahmen Russlands. Bei den Milizen fehlen somit Gelder für Waffenkäufe.

Russland lenkt ein

In Russland dagegen verstärkt sich die Wirkung der Sanktionen der westlichen Welt im Zuge des Ukraine-Konfliktes. Da rund zwei Drittel der russischen Devisenerlöse Einnahmen aus dem Öl- und Gasverkauf darstellen, trifft dies Russland besonders hart. Dies dürfte mit ein Grund gewesen sein, dass Russland auch bei den Gaslieferverhandlungen mit der Ukraine und der EU eingelenkt hat. Bis zum Jahresende 2014 sieht die IKB ein Oszillieren des Ölpreises zwischen 80 und 100 Dollar je Barrel Brent, dem nach deren Meinung im Verlauf des Jahres 2015 ein Anstieg folgen sollte. Langfristig werden die Opec-Staaten einen sehr niedrigen Rohölpreis mit Förderkürzungen beantworten.

Die sich differenzierende Geldpolitik in den USA und der Euro-Zone sollte den Abwertungsdruck auf den Euro erhöhen. Daher gehen die Experten von 1,20 Dollar je Euro in den nächsten Monaten aus. Die Unsicherheiten über die Ausgestaltung der Geldpolitik bleiben allerdings hoch und erschweren die Wechselkursprognosen erheblich.

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