Mikro- und Nanotechnik NRW positioniert sich als Kompetenzzentrum für Mikro- und Nanotechnik

Autor / Redakteur: Sabine Vogel / Frank Fladerer

Mikro- und Nanotechnik gelten als Querschnittstechniken, die in zahlreichen Bereichen von der Werkstoff- über die Lasertechnik bis zu Antriebseinheiten zu finden sind. Ein wichtiges Zentrum für Mikro- und Nanotechnik in Deutschland befindet sich im Land Nordrhein-Westfalen. Dort entstand ein flächendeckendes Kompetenzzentrum, das zur Weltspitze aufschließt.

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Mit Bayink lassen sich elektronische Schaltbilder im Nanometerbereich herstellen, deren Leiterbahnen dünner als 20 µm sind. Damit sind sie für das menschliche Auge nur mit Hilfsmitteln erkennbar. Bild: Bayer
Mit Bayink lassen sich elektronische Schaltbilder im Nanometerbereich herstellen, deren Leiterbahnen dünner als 20 µm sind. Damit sind sie für das menschliche Auge nur mit Hilfsmitteln erkennbar. Bild: Bayer
( Archiv: Vogel Business Media )

Schon die Mikrotechnik bewegt sich in nahezu unvorstellbar kleinen Dimensionen, die Nanotechnik hingegen grenzt an das Unfassbare. Handelt es sich bei einem Mikrometer um ein Millionstel eines Meters, dann beläuft sich ein Nanopartikel gerade einmal auf das Milliardstel eines Meters. Eine vage Ahnung von dieser Größenordnung bekommt man angesichts der Tatsache, dass ein menschliches Haar in etwa 50 000 Nanometer dick ist.

Die neue Schlüsseltechnik steckt heute schon in vielen Produkten. Autos ohne integrierte Technik im Miniatur-Format sind inzwischen nahezu unverkäuflich. Auch in der Pharmaindustrie spielt sie eine wichtige Rolle. Sensoren für Airbags oder mechanische Zerstäuber für Asthmamedikamente kommen nicht mehr ohne Miniaturtechnik aus. Wie der Fachverband für Mikrotechnik (IVAM) vorrechnet, wog ein Autotelefon vor rund 30 Jahren 16 kg und kostete so viel wie drei VW-Käfer. Heute macht ein 100 g schweres Handy mobile Kommunikation für jeden möglich und erschwinglich.

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Anschaulich ist auch das Beispiel GPS-Navigations-Empfänger. Waren sie im Jahr 1985 noch 50 cm × 40 cm × 40 cm groß, sind sie heute auf 10 cm × 5 cm × 3 cm geschrumpft und ermöglichen gleichzeitig eine 10- bis 100-fach schnellere Messung. Erweiterte Einsatzfelder über die Herstellung von Computerchips hinaus bietet die Nanotechnik. So erstreckt sich etwa allein der Bereich Nanophotonik vom Laser im DVD-Player über Flachbildschirme bis hin zur kratzfesten Antireflex-Beschichtung für Brillengläser und Solarzellen. Schätzungen gehen davon aus, dass sich der Warenwert von Produktionsgütern auf Nano-Basis jährlich verdoppeln wird.

Die Potenziale dieser Schlüsseltechnik hat das Bundesland Nordrhein-Westfalen schon vor Jahren für sich entdeckt und nimmt bereits jetzt eine Spitzenposition im internationalen Vergleich ein. Dafür stehen zahlreiche Professuren, eine Vielzahl an Forschungseinrichtungen und mehr als 200 Unternehmen im Nano-Mikro-Bereich.

Nano bedeutet mehr als eine Weiterentwicklung von Mikro

Nimmt man es nicht ganz so genau, dann ließe sich die Nanotechnik als eine Weiterentwicklung der Mikrotechnik bezeichnen. Das ist allerdings nicht zwangsläufig so, denn über die weitere Miniaturisierung hinaus sind vielfach neue Funktionen erforderlich. Und nicht immer ist der Übergang von Mikro zu Nano von Relevanz, wie etwa bei Systemlösungen auf Halbleiterbasis, wie sie von der Dortmunder Elmos Semiconductor AG angeboten werden. Dennoch wächst die Bedeutung der Nanotechnik.

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