Niedertemperatur-Bandtrockner Niedertemperatur-Bandtrockner senkt Energieverbrauch

Redakteur: M.A. Manja Wühr

Nach der Zuckerextraktion werden Rübenschnitzel energieintensiv getrocknet und als Tierfutter verkauft. Die Zuckerfabrik Agrana in Leopoldsdorf/Österreich, verringerte durch Umstellung auf einen emissionsarmen Niedertemperatur-Bandtrockner der Firma Swiss Combi ihren Energieverbrauch für die Trocknung um 50 Prozent.

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Der Niedertemperatur-Bandtrockner von Swiss Combi mit Einhausung
Der Niedertemperatur-Bandtrockner von Swiss Combi mit Einhausung
(Bild: GKD/Swiss Combi)

Der österreichische Zuckerhersteller Agrana verarbeitet während der sogenannten Zuckerkampagne – von der Ernte bis zur Schnitzelverpressung – rund 13.000 Tonnen Rüben pro Tag, was 25 LKW-Ladungen pro Stunde entspricht. Nach ihrer Anlieferung im Werk werden die Rüben zunächst gewaschen und in Schneidanlagen zerkleinert. Die so entstandenen Schnitzel werden mit Maische vermischt und auf 70 Grad Celsius erhitzt, um den Zucker mit Wasser herauszulösen. Die verbleibenden Schnitzel werden getrocknet und zu Viehfutter verpresst.

Der enorme Energiebedarf von rund 50 MW veranlasste die Betreiber der Anlage in Österreich, nach alternativen Trocknerlösungen zu suchen. Die Entscheidung fiel auf einen Niedertemperatur-Bandtrockner (NTT) der Firma Swiss Combi. Das schweizerische Engineeringunternehmen ist seit seiner Gründung im Jahr 1959 auf Entwicklung, Konstruktion und Bau von industriellen Trocknungsanlagen für Biomasse spezialisiert.

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Rauchgas statt Primärenergie

Bislang erfolgte die gesamte Schnitzeltrocknung in dem Werk in Österreich über drei Trommeltrockner. Um den damit verbundenen enormen Energieaufwand zu reduzieren, entschied man sich, einen Trommeltrockner durch einen komplett eingehausten NTT mit drei in Serie geschalteten Trocknerbändern zu ersetzen. Rund 250 Tonnen Stahl wurden verbaut, um den Trockner und seine 15 Meter breite, 60 Meter lange und 22 Meter hohe Einhausung zu errichten. Entsprechend groß dimensioniert sind auch die drei übereinander laufenden GKD-Prozessbänder vom Typ Conducto 5065 zur Trocknung der Zuckerschnitzel: Jedes von ihnen ist 93 Meter lang und 7,20 Meter breit.

Für den Trocknungsprozess setzt Swiss Combi bis dato ungenutzte Prozesswärme und abgeleitetes Rauchgas aus der Dampfherstellung ein. Eigens entwickelte Anlagenkomponenten ermöglichen eine komplexe Rauchgasführung in der kompakten Trocknerkonstruktion. Förderbänder transportieren pro Stunde 100 Tonnen ausgepresste Zuckerschnitzel mit einer Restfeuchte von rund 70 Prozent in den Trockner. Dort sorgen Umlaufschnecken für eine gleichmäßige Verteilung auf eine Schütthöhe von mehreren Zentimetern in gesamter Bandbreite.

Die rund 60 Grad Celsius warme Trocknungsluft wird durch die Produktschicht und das Polyestergewebeband geführt. Dabei kühlt sie ab und wird mit Feuchtigkeit gesättigt. Für die Energierückgewinnung wird von der Firma Swiss Combi ein eigens entwickelter Kondensator eingesetzt. Das Substrat durchläuft – anders als normalerweise üblich – den Trockner nur einmal und verlässt ihn mit einer Restfeuchte von rund 45 Prozent. Im nachgelagerten, per Erdgas beheizten Trommeltrockner erfolgt die weitere Trocknung bis auf zehn Prozent Restfeuchte. Die Verweilzeit im NTT beträgt zwischen Ein- und Austritt der Schnitzel rund 10 Minuten. Die Geschwindigkeit der automatisch gesteuerten Bänder passt sich der zu trocknenden Schnitzelmenge an. Um die Effizienz der Anlage dauerhaft zu erhalten, wird das Band kontinuierlich abgebürstet und regelmäßig durch eine oberhalb des Bandes angebrachte Bandwaschanlage mit 40 Grad Celsius warmem Prozesswasser per Hochdruck gereinigt.

Gewebekonstruktion als Garant für Effizienz

Die besondere Gewebekonstruktion der GKD-Trocknerbänder vom Typ Conducto 5065 trägt maßgeblich zur Effizienz der Anlage bei. Trotz geringer Maschenöffnung sind die Bänder hoch luftdurchlässig. Dennoch halten sie den Staub zuverlässig zurück. Zusammen mit der sehr guten Abdichtung der Anlage ermöglichen sie, dass die Zuckerfabrik in Österreich keine zusätzliche Staubnachbehandlung durchführen muss.

„Ein großer Pluspunkt, denn Emissionsschutz ist bei der Zuckerherstellung ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor“, erläutert André Wicki, Produktmanager für Niedertemperatur-Bandtrockner bei Swiss Combi. Um die strengen Auflagen beim Schallschutz zu erfüllen, war eine gesonderte Schalldämmung durch Einbau eines Schalldämpfers im Abluftkamin erforderlich. Die Größe des Trockners ist für Prozessbänder eine Herausforderung. Die umlaufenden luftdurchlässigen GKD-Gewebebänder aus Polyester mit in Laufrichtung eingewebten Bronzedrähten widerstehen mit ihrer robusten Konstruktion auch an den Kanten zuverlässig der hohen mechanischen Dauerbeanspruchung.

„Trotz der Webbreite sind die Conducto-Bänder absolut querstabil, zugfest, spurtreu und langlebig“, lobt André Wicki. Diese Robustheit führt er auch auf deren zusätzliche thermische Fixierung zurück. Ihre Abriebfestigkeit und der durch die guten Rückhalteeigenschaften geringe Reinigungsaufwand gewährleisten überdies einen langjährigen störfreien Dauereinsatz. Für die Zuckerfabrik war überdies die Futtermitteltauglichkeit der Bänder ein wichtiger Aspekt.

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