powered by

Aufbereitung von Muschelkalk

Neues Verfahren schont Ressourcen

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Das Verfahren ist auf den ersten Blick einfach, bis es jedoch in die Praxis überführt werden konnte, waren schon einige Versuche nötig. Zunächst wurde im Labor hochreaktiver Brandkalk mit dem Muschelkalk vermischt. Nachdem die Ergebnisse positiv waren, wurden weitere Versuche direkt im Werk gefahren. In der Praxis wird nun durch die dosierte Zugabe von etwa 0,8 Prozent Branntkalk das lehmhaltige Vorsiebmaterial 0 bis 120 Millimeter in einem Doppelwellenmischer abgelöscht, sodass sich die unerwünschten Lehmanteile vom Stein lösen. Diese werden mit einem relativ geringen verbleibenden Steinanteil bei etwa 22 Millimeter abgesiebt, das gereinigte Material 22 bis 120 Millimeter wird an den Vorbruch und damit in den Aufbereitungsprozess zurückgeführt. Die Nutzung des Rohstoffes steigt dadurch von bisher etwa 65 auf über 90 Prozent.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 10 Bildern

Ein weiterer Zufall kam dem Unternehmen zur Hilfe: In der Nähe von Dresden lagerte eine Betonmischanlage, die eigentlich an das MSW-Werk in der Nähe von Stuttgart zurück gegeben werden sollte. Diese wurde kurzerhand in zwei Teile zerlegt. Das Turmsilo wurde zum Puffersilo und die Anlage mit einem neuen Doppel-Wellenchargenmischer von BHS ergänzt. Üblicherweise kommt dieser Mischer in der Betonindustrie zum Einsatz, erfüllt aber auch in einer fremden Branche perfekt seinen Dienst.

Nebenbei bemerkt: Es handelt sich dabei um den größten Doppelwellenmischer Deutschlands, der insgesamt 4,5 Kubikmeter fasst. Es werden dabei 30 Mischzüge pro Stunde erreicht, dabei dauert die Befüllung etwa 15 Sekunden, die Mischzeit liegt bei 90 Sekunden und die Entleerzeit bei 30 Sekunden.

Für diese fortschrittliche und umweltfreundliche Technologie erhält das Unternehmen zudem eine Förderung von über 150 000 Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm des Bundes. Nachdem diese Zusage vorlag, fiel im Oktober 2015 der Startschuss für den Bau der Anlage. Bereits seit April 2016 wurden erfolgreiche Probeläufe absolviert, bevor Anfang Juni die offizielle Inbetriebnahme stattfand.

(ID:44091669)