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Forschung und Entwicklung Neues Leistungszentrum Chemie- und Biosystemtechnik startet in Halle

| Redakteur: Dominik Stephan

Mit dem Ziel, geschlossene Wertschöpfungsketten vom Rohstoff zum Produkt für die Chemie zu entwickeln, geht in Halle das neue Leistungszentrum Chemie- und Biosystemtechnik an den Start. Insgesamt 13 Millionen Euro haben sich das Land Sachsen-Anhalt, die Fraunhofer-Gesellschaft und die beteiligten Industriepartner das Entwicklungszentrum kosten lassen.

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(Bild: Ernhofer/PROCESS)

»Wissenschaft und Wirtschaft arbeiten im Leistungszentrum Hand in Hand, mit einem gemeinsamen Ziel und über verschiedene Fachdisziplinen und Branchen hinweg«, sagt Professor Jörg Kreßler vom Institut für Chemie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). »Die beteiligten Partner stimmen ihre Strategien ab und entwickeln eine gemeinsame Roadmap. Das ist ein entscheidender Schub für Forschung und Lehre, aber auch für den Innovations- und Wissenstransfer«, sagt er.

Die Fraunhofer-Leistungszentren sind integrierte Standortkonzepte, bei denen Universitäten, Fraunhofer-Einrichtungen, weitere Forschungseinrichtungen und Unternehmen zusammenarbeiten, um bestehende Stärken in einer Region zu bündeln und die Standortprofilierung wirksam voranzutreiben. Die beiden ersten regionalen Leistungszentren sind 2015 gestartet, das neue Leistungszentrum Chemie- und Biosystemtechnik gehört zur zweiten Pilotwelle, die bundesweit 13 Zentren umfasst.

Chemieregion soll ihr Profil schärfen

Beteiligt am Leistungszentrum Chemie- und Biosystemtechnik sind neben der MLU verschiened Fraunhofer-Institutionen sowie zahlreiche Industrieunternehmen der Region. Ihr Ziel ist es, verfahrenstechnische Prozessketten der Kunststoff verarbeitenden, chemischen, biotechnologischen und biomedizinischen Industrie vom Rohstoff bis zum Produkt zu erweitern und zu optimieren.

Professor Andreas Heilmann vom Fraunhofer IMWS, der das Projekt koordiniert und Sprecher des Direktoriums des Leistungszentrums ist, erwartet nachhaltige Impulse und wertvolle Synergien durch die Zusammenarbeit. »Wir möchten durch industrienahe Forschungs- und Entwicklungsprojekte das Alleinstellungsmerkmal der mitteldeutschen Chemieregion weiter profilieren, um moderne, nachhaltige Rohstoffe als Zukunftsperspektive für Industrie der Region zu etablieren«, sagt er.

Zusatzfokus Biomedizin

Dabei liege der Fokus nicht nur auf der Chemieindustrie, sondern auch auf biomedizinischer Forschung. »Die verfahrenstechnischen Fragestellungen sind oft ähnlich – unabhängig davon, ob man aus Rohstoffen medizinische Hilfsstoffe oder Kunststoffprodukte entwickeln möchte«, erklärt Heilmann. So sollen beispielsweise auf Basis nachwachsender Rohstoffe wie Pflanzen oder Mikroorganismen entlang der Wertschöpfungskette zunächst Grundstoffe wie Proteine, dann Halbzeuge wie pharmazeutische Wirkstoffe, schließlich Endprodukte wie Medikamente und Kosmetika entwickelt werden.

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