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Proaktive Wartung von Fördergurten Neues Instandhaltungskonzept verlängert die Lebenszeit von Fördergurten erheblich

| Autor / Redakteur: Sabine Mühlenkamp / Sabine Mühlenkamp

Geringe Ausfallzeiten, lange Lebensdauer, niedrige Betriebskosten – dies sind Erwartungen, die Betreiber an ihre Bandanlagen stellen. Die Realität ist aber häufig eine andere. Ein neues Konzept für Überwachung, Instandhaltung und effiziente Planung soll nun die Lebenszeit von Fördergurten erheblich verlängern.

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Alle Daten rund um das Förderband stehen zentral zur Verfügung.
Alle Daten rund um das Förderband stehen zentral zur Verfügung.
(Bild: Rema Tip Top)

Die Belastungen für Fördergurte steigen – etwa durch komplexe Fördergüter, aber auch aufgrund von immer weiteren Förderwegen. Damit der sichere Betrieb rund um die Uhr gewährleistet ist und die Standzeiten erhöht werden können, stellt Rema Tip Top ein neues Konzept vor. Rema M3 enthält die einzelnen Bausteine Monitor, Maintain, Manage und fokussiert sich auf die Lebensdauer von Fördergurten. Im Baustein Monitor finden sich die Überwachungssysteme wieder. Deren Einsatz kann sowohl auf Förderstrecken mit langen Ausdehnungen als auch auf kurzen Förderwegen mit nur 50 m sinnvoll sein.

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Überwachungssystem erleichtert Gurtwechsel

Schließlich bringt eine Beschädigung am Fördergurt schnell die gesamte Anlage oder auch die Verteilung des Förderguts ins Stocken. „Zwar kann man tendenziell die Aussage treffen, dass sich bei längeren Gurten immer eine Überwachung lohnt, aber wir haben beispielsweise auch Hafenumschlaganlagen in Malaysia, welche nur über eine Förderlinie, also über keine Redundanz in Hinblick auf einen Ersatzförderweg verfügen“, berichtet Jan-Markus Koch, Produktmanager Technologies bei Rema Tip Top, über die unterschiedlichen Einsätze der Überwachungssysteme. „Hier sollte man genau die Kosten für einen eventuellen Stillstand pro Stunde und im Vergleich die Wartungskosten berechnen. In vielen Fällen wird man merken, dass sich Überwachungssysteme schnell rechnen. Hinzu kommt, dass die mittlerweile eingesetzte RFID-Technik deutlich günstiger ist als z.B. die alten Induktionsleiterschleifen.“

Zwar kann ein Überwachungssystem einen Schaden nicht verhindern, aber vor allem bei kontinuierlicher Abnutzung diese dokumentieren und einen größeren Schaden von der gesamten Anlage abwenden. Kontinuierliche Abnutzungen entstehen etwa, wenn eine defekte Tragrolle Wärme erzeugt, ein besonders abrasives Produkt gefördert oder die Wartung vernachlässigt wird. Dank eines Überwachungssystems kann so der Gurtwechsel oder die Reparatur geplant eingeleitet werden.

Dagegen kommt es beispielsweise in Steinbrüchen bei hohen Fallhöhen durchaus vor, dass innerhalb einer Sekunde ein Loch oder ein Schlitz entsteht. Eine weitere Gefahr geht davon aus, wenn plötzlich eine permanent deutlich höhere Belastung des Bandes entsteht, also z.B. erheblich mehr Durchsatz befördert wird als ursprünglich geplant. „Bei diesen Schäden sorgt ein Schlitz-Überwachungssystem dafür, dass blitzschnell reagiert werden kann“, erklärt Koch die unterschiedliche Aufgaben der Fördergurtüberwachung.

Kontinuierliche Messung

Ein wichtiges System bei Rema Tip Top ist das BTM Belt Thickness Monitoring System, ein Ultraschall-Sensor-System zur Messung des Fördergurt-Verschleißes und der Fördergurtstärke. Es misst kontinuierlich, d.h. im laufenden Betrieb die Schichtdicke der Trag- und Laufseite des Gurts, etwa bei der Beförderung von Eisenerz. „Hier lässt sich ganz eindeutig der Verlust der Gurtdicke, z.B. drei Millimeter in den letzten drei Wochen, darstellen und daraus sehr gut nachvollziehen, dass diese Abnutzung so weitergeht“, so Koch. Als Messverfahren kommt dabei robuste Ultraschalltechnik zum Einsatz. Die Sensoren erstellen über 1000 Messwerte pro Sekunde und ermöglichen so eine präzise graphische Darstellung des Verschleißbilds.

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Für den Fall der Fälle: homogene Verbindung

Auf der diesjährigen Bauma stellte Rema Tip Top den elektrisch doppeltwirkenden Anroller Remapress EDR vor, mit dem ein gleichmäßiges Anrollen bei optimalem Druck und deutlich reduziertem Kraftaufwand möglich ist. Dank innovativem Antriebskonzept geht so die Kaltverbindung von Fördergurten leicht von der Hand. So bietet der neue Anroller mit seinem elektrischen Antrieb über Winkelgetriebemotor mit Schutzart IP 54 nicht nur Unterstützung für den Anwender, indem der benötigte Kraftaufwand für die Bedienung um ein Vielfaches reduziert wird. Durch die Motorisierung werden darüber hinaus definierte, jederzeit reproduzierbare Ergebnisse sichergestellt und Qualitätsschwankungen durch menschlichen Einfluss nahezu ausgeschlossen. Die gleichmäßige Geschwindigkeit in der Vor- und Rückwärtsbewegung sowie der konstante Anpressdruck über die gesamte Verbindungsfläche führen zu einer homogenen Haftung an jeder Stelle der Verbindung. Zur einfachen Handhabung ist der Anroller mit einer Wipptaste für Vorwärts- und Rückwärtsbewegung ausgestattet. Die Handgriffe auf dem Aluminiumprofil sind verschiebbar und unterstützen ein dauerhaft ergonomisches Arbeiten auch bei langer Anwendung.

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