Automatisierungssysteme Neues Ein-/Ausgabesystem für extrem raue Umgebungsbedingungen

Redakteur: Gerd Kielburger

Automatisierungssysteme kommen zunehmend dort zum Einsatz, wo stark schwankende Außentemperaturen fast unmittelbar auf die Komponenten einwirken. Wago hat sich mit einem neuen Ein-/Ausgabesystem für raue Umgebungsbedingungen etwas Neues einfallen lassen.

Firmen zum Thema

Die Komponenten des neuen I/O-SYstems mit der Bezeichnung 750 XTR zeichnen sich durch hohe mechnische Belastbarkeit, Spannungsfestigkeit, Störsicherheit und Klimafestigkeit aus.
Die Komponenten des neuen I/O-SYstems mit der Bezeichnung 750 XTR zeichnen sich durch hohe mechnische Belastbarkeit, Spannungsfestigkeit, Störsicherheit und Klimafestigkeit aus.
(Wago)

Große Robustheit ist gefragt, wenn Automatisierungssysteme in rauen Umgebungsbedingungen eingesetzt werden sollen. Wie Erfahrungen im betrieblichen Alltag immer wieder zeigen, können bei extremen Witterungsbedingungen und Temperaturschwankungen vermeintlich kleine und unscheinbare Komponenten schnell zu einem unerwarteten Problem in einer Anlage werden. Um dieses Problem zu lösen, hat das Mindener Unternehmen Wago alle seine Erfahrungen in ein neues I/O-System mit der Bezeichnung 750 XTR einfließen lassen. Wie Dr. Thomas Albers in einer Produktpräsentation anlässlich einer Vorpressekonferenz zur Hannover Messe heraushob, vereint das neue System „die positiven Eigenschaften des bereits erfolgreich im Markt etablierten Wago-I/O-Systems mit großer Robustheit gegenüber rauen Umgebungsbedingungen“.

Eine extreme Witterungsbeständigkeit, Störsicherheit sowie Spannungs- und Vibrationsfestigkeit seien die zentralen Merkmale von 750 XTR, erklärt der technische Leiter bei Wago. Demnach hat das I/O-System einen geringen Platzbedarf und zeichnet sich durch niedrigere Energie- und Wartungskosten aus. Die damit verbundene Optimierung der Anlagenverfügbarkeit soll eine Produktivitätssteigerung bewirken.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Hohe Betriebssicherheit ist gegeben

Einsatzschwerpunkte sieht man auf Anbieterseite bei anspruchsvollen Anwendungen wie beispielsweise in der On-/Offshore-Industrie, bei Anlagen für erneuerbare Energien (z.B. Biogasanlagen), in der Wasser- und Abwasserindustrie oder auch in der Petrochemie. Hierzu stellt Albers ein Anwendungsbeispiel im Raffinerieeinsatz vor: Bei stark schwankenden Außentemperaturen mit hoher Sonneneinstrahlung und Frost galt es, Tanktemperaturen mithilfe einer automatischen Temperaturregelung unter Berücksichtigung diverser Überwachungs- und Eingriffsmöglichkeiten – unter ressourcenschonender Verwendung des Energieträgers Dampf – effizient zu regeln. „Dank eines erweiterten Umgebungstemperaturbereichs ist auf die neue XTR-Variante 750 – selbst bei Temperaturen von -40 °C und +70 °C – Verlass“, verspricht Albers.

Hohe Betriebssicherheit bezüglich des Anlaufverhaltens und des laufenden Betriebs sei dabei gleichermaßen gegeben. Zusätzliche Klimatisierungskomponenten wie Heizung und Kühlung werden laut Herstellerangaben beim Einsatz der neuen Module nicht benötigt. Zusammen mit der sehr geringen Baugröße ist ein geringer Platzbedarf die Folge. Und noch einen wichtigen Vorteil stellt Albers heraus: Denn durch das Fehlen einer separaten Klimatisierung fallen zudem niedrigere Energie- und Wartungskosten an.

Auch für Fernwirklösungen geeignet

Die maximale Betriebshöhe des 750 XTR beträgt 5000 m. Dadurch ist ein sicherer Einsatz selbst in der dünnen Luft einer Bergstation bei hoher Performance und Verfügbarkeit gegeben.

Neben klassischen Automatisierungsanwendungen lassen sich mit dem Modul auch Fernwirklösungen realisieren. Auch gegenüber Störimpulsen ist das neue I/O-System unempfindlich. „Eine geringere EMV-Störaussendung sowie eine größere Unempfindlichkeit gegenüber Störeinstrahlung durch Fremdkomponenten ermöglichen einen reibungslosen Betrieb von Produktionsanlagen und somit eine hohe Produktivität“, verspricht Albers. Die zuverlässige Kommunikation mit allen Gewerken sei damit sichergestellt. Durch die Ausführung in bewährter Federklemmtechnik lassen sich die anreihbaren Komponenten einfach handhaben. Das neue Modul ist an seinen dunkelgrauen Modulen leicht zu erkennen.

(ID:42539813)