Andocksysteme Neues Andocksystem verbindet Druckbehälter mit Isolator

Redakteur: Sabine Mühlenkamp

Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Komponenten sind die meist unterschätzten, jedoch im Nachhinein betrachtet oftmals größten Probleme bei der Planung und dem Bau von Anlagen. Ein neu entwickeltes Andocksystem verbindet nun Druckbehälter zum Befüllen und Einwiegen von Wirkstoffen dicht mit dem Isolator.

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(Bild: Waldner)

In der pharmazeutischen Industrie sind häufig maßgeschneiderte Lösungen nötig. Daher lassen sich bei Waldner inklusive der Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik die Produkte nach dem Baukastenprinzip zusammenstellen.

Dabei sind Kombinationen aller Produktbereiche, angefangen von der Trocknungstechnik über den Behälterbau bis hin zur Isolatortechnik möglich.

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Besonders Isolatoren mit fest eingeschweißten oder angedockten mobilen Ansatzbehältern erfreuen sich immer größer werdendem Interesse.

Mithilfe eines neu entwickelten Andocksystems können Druckbehälter direkt an einen Isolator angedockt werden. Entwickelt wurde das neue Andocksystem aufgrund der immer größer werdenden Nachfrage nach Isolatoren mit angebundenen Behältern, um hochaktive Substanzen unter höchstmöglichem Bedienerschutz direkt in einen Ansatzbehälter einzuwiegen.

Bekannte Nachteile überwinden

Den Ingenieuren gelang es, die bekannten Nachteile der bisher am Markt etablierten Systeme, wie z.B. Doppelklappen oder Rapid-Transfer-Ports, mit dem neuen System zu umgehen. Die Andockung hat eine geringe Bauhöhe und zeichnet sich durch eine robuste Ausführung aus.

Und so funktioniert die Technik

Der Ansatzbehälter muss zum Andocken nicht angehoben werden. Der mobile 250-l-Ansatzbehälter wird einfach unter den Isolator gefahren (siehe Bilderstrecke auf der rechten Seite). Einfahrhilfen erleichtern die exakte Positionierung des Behälters unter dem Port. Das Port wird abgesenkt – dies geschieht bei den neuen Systemen pneumatisch.

Daraufhin wird der Behälter über eine aufblasbare Dichtung fest und dicht mit dem Isolator verbunden. Von Vorteil ist, dass es keinen Klappenteller in der Einfüllöffnung gibt, d.h. es steht die komplette Öffnung (etwa 140 mm) hindernisfrei zur Verfügung.

Nachdem der Isolator fest mit dem Behälter verbunden wurde, kann der Deckel im Isolator mit aufblasbarer Dichtung geöffnet werden. Der Behälter bleibt trotz des Andocksystems druckfest und kann bis zu einem Druck von 6 bar betrieben werden. Der Deckel ist mit zwei Sicherheitseinrichtungen gegen versehentliches Öffnen unter Überdruck im Behälter abgesichert.

Um die Kontamination des Raums zwischen Isolator und Behälter so gering wie möglich zu halten, kann zur Befüllung ein Trichter eingesetzt werden, welcher bis in den Behälter reicht und zum Isolatorraum zusätzlich noch mit einer aufblasbaren Dichtung fixiert und abgedichtet werden kann.

Nach dem Befüllen wird der Trichter entnommen und der Deckel wieder auf den Behälter gesetzt. Danach kann der Zwischenraum entweder mit der Sprühpistole des Isolators gereinigt oder alternativ nach Einsetzen des Deckels zum Isolator die automatische Reinigung gestartet werden. Zur Wartung kann der Behälter ohne Gegenstück geöffnet werden.

Das Andocksystem ist bereits bei einigen Kunden im täglichen Einsatz, drei weitere befinden sich aktuell in der Produktion.

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