Wirbelschichtgranulator und -coater Neue Wirbelschicht-Optionen für lösungsmittelbasierte Prozesse

Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Bei der Entwicklung und Einführung neuer Produkte ist Schnelligkeit ein Erfolgsfaktor. Doch sensible Inhaltsstoffe und vor allem lösungsmittelbasierte Prozesse stellen Hersteller vor technologische Herausforderungen. Im aufgerüsteten Technologiezentrum von Glatt finden Anwender Unterstützung – von der ersten Idee bis zum Scale-up auf den Industriemaßstab.

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Links: Wirbelschichtgranulator mit kontinuierlichem Produktaustrag. Rechts: Batch-Wirbelschicht-Granulator und -Coater. Beide Anlagen im Glatt Technologiezentrum in Weimar verarbeiten lösemittelbasierte Produkte.
Links: Wirbelschichtgranulator mit kontinuierlichem Produktaustrag. Rechts: Batch-Wirbelschicht-Granulator und -Coater. Beide Anlagen im Glatt Technologiezentrum in Weimar verarbeiten lösemittelbasierte Produkte.
(Bild: Glatt Ingenieurtechnik)

Im Technologiezentrum in Weimar betreibt Glatt eine nach eigenen Angaben weltweit einzigartige Wirbelschichtanlage, die lösungsmittelhaltige Produkte mit Stickstoff als Prozessgas oder im Vakuum verarbeitet. Entsprechend hoch ist die Nachfrage nach Scale-up-Tests, der Herstellung von Produktmustern oder einer temporären Lohnfertigung bis zur Inbetriebnahme einer eigenen Produktionsanlage. Seit Kurzem steht ein neuer Wirbelschichtgranulator und -coater für innovative lösungsmittelbasierte Prozesse zur Verfügung.

Der Apparat arbeitet im Batch-Betrieb und ist speziell für kleine und mittlere Kampagnengrößen mit häufigen Reinigungszyklen konzipiert. Spezielle Ex-Schutz-Maßnahmen, eine 12 bar druckstoßfeste Ausführung sowie ein Wäscher zur Abtrennung der Lösungsmittel sorgen für ein hohes Maß an Sicherheit für Mitarbeiter und Umwelt.

Die speziellen hygienischen Bedingungen für Lebensmittel ermöglichen auch die Herstellung von Kosher- und Halal-Produkten, so der Anlagenbauer. Neu sei auch, dass normale Luft als Prozessgas genutzt werden kann, um lösungsmittelhaltige Produkte zu verarbeiten. Die Produktionskapazität reicht bis zum dreistelligen Tonnenbereich. Ein neues Labor gestattet nun auch Machbarkeitstests auf Wirbelschicht- und Strahlschicht-Laboranlagen unter GMP-Bedingungen.

Kunden würden so optimale Voraussetzungen finden, wenn es um die Optimierung von Produkteigenschaften geht, versprechen die Prozessexperten von Glatt: bessere Bioverfügbarkeit, Fließfähigkeit und Staubfreiheit, verbesserte Löslichkeit, tablettierbare Agglomerate, Pelletformulierungen mit funktionalem Coating, Aufsprühen von Aktivstoffen mit kontrollierter Freisetzung, Extrakte mit Lösungsmitteln, Trocknung von lösungsmittelhaltigen Produkten, Mikroverkapselungen von flüchtigen und empfindlichen Substanzen.

Produkte mit verbesserter Bioverfügbarkeit werden durch Mikro- oder Nanoverkapselung in einer flüssigen Phase emulgiert und beschichtet. Für die Formulierung der Endprodukte werden jedoch Granulate oder Pellets bevorzugt, die staubfrei, gut verpressbar und länger lagerstabil sind. Sprühgranulation in der Wirbelschicht für Trocknung und Granulatbildung in einem Schritt ist dazu die erste Wahl. Neben der Kapazitätserweiterung durch den neuen Wirbelschichtgranulator wurde die bereits vorhandene Anlage deshalb um- bzw. aufgerüstet und macht ab sofort auch kontinuierliche Sprühgranulationsprozesse möglich.

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