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Schlauchbeutel-Verpackungen Nachhaltiges Konzept für Tiefkühlkostverpackungen

| Redakteur: M.A. Manja Wühr

Dünnere Folie, schnellere Verarbeitung und direkte Einbindung ins PE-Recycling: Das verspricht ein neues Konzept für Tiefkühlkostverpackungen. Die Entwicklungsgeschichte einer nachhaltigen Verpackung vom Werkstoff über die Folie bis hin zur Verpackungsmaschine.

(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Nachhaltige Lebensmittelverpackungen kommen mit weniger Plastik aus und sind recyclingfähig. Wenn sich dann Lebensmittel noch schneller verpacken lassen, ohne dabei Kompromisse beim Produktschutz eingehen zu müssen, ist das ein echter Erfolg für Natur, Verbraucher*innen und die Lebensmittelproduzenten. Es ist die Erfolgsgeschichte von Sabic, den Folienspezialisten Ticinoplast und Plastchim-T sowie dem Verpackungsmaschinenhersteller Syntegon.

Gemeinsam haben die Partner ein nachhaltiges Verpackungskonzept für Tiefkühlkost entwickelt, das den Verpackungsmaterialeinsatz erheblich reduzieren kann. Die Schlauchbeutel-Verpackung umfasst den Werkstoff TF-BOPE (Tenter Frame Biaxially Oriented Polyethylene), der zu einer 20 Mikrometer dünnen Folie verarbeitet wird. Die Folie wiederum wird mit der neuen PHS 2.0-Siegeltechnologie von Syntegon für vertikale Form-, Füll- und Verschließmaschinen (VFFS) zu einer nachhaltigen Verpackung verarbeitet.

25 Prozent schneller und 50 Prozent dünner

Schlauchbeutel sind das beliebteste Verpackungsformat für Tiefkühlkost und bestehen überwiegend aus LDPE. Mit TF-BOPE stellt Sabic nun einen Werkstoff vor, auf im klassischen Spannrahmen-Prozess zu Folie verarbeitet werden kann. Diese TF-BOPE-Folien sind nur 20 Mikrometer dünn. Klassische LDPE-Folien hingegen auf Stärken von 30 bis 80 Mikrometer. Durch die Umstellung auf BOPE können Hersteller von tiefgekühlten Lebensmitteln zwischen 35 und 50 Prozent an Material im Vergleich zu PE-Blasfolien wie LDPE einsparen. Dabei bietet die einlagige Folie von Sabic das gleiche Maß an Durchstoßfestigkeit und Barriereschutz wie 30 Mikrometer starke LDPE-Folien, so die Entwickler.

Verpackungen aus TF-BOPE-Folie lassen sich aufgrund niedriger Reißstärke leicht öffnen. Zudem bieten diese Folien den Verbrauchern einen ungetrübten Blick auf das verpackte Produkt dank höherer Lichtdurchlässigkeit. Gleichzeitig profitieren Hersteller und Verpacker von der guten Bedruckbarkeit und dem Hochglanz der Folie.

Tests auf Maschinen von Syntegon zeigen, dass sich das neue Material genauso gut verarbeitet wie herkömmliche Monomaterialfolien aus Polyolefin oder diese sogar übertrifft. Das PHS 2.0-Siegelsystem umfasst servogesteuerte Siegelbacken, ein Messer und beidseitig beheizte Siegelstreifen für gleichmäßige, qualitativ hochwertige Siegelungen. Die materialschonende, schnelle Lösung reduziert die abgeklemmte Folienoberfläche um bis zu 6,8 Prozent und erhöht die Verpackungsgeschwindigkeit um bis zu 25 Prozent – dies entspricht einer Ausbringung von bis zu 130 Beuteln pro Minute. Die um 30 bzw. 50 Prozent reduzierten Siegel- und Kühlzeiten sorgen für die erhöhte Geschwindigkeit der Maschine.

Herstellern von Tiefkühlkost steht dadurch mehr Folie pro Rolle zur Verfügung, während die Anzahl an Rollenwechseln sinkt. Damit einher gehen geringere Kosten, Zeiteinsparungen und verbesserte Lagerbedingungen. Das neue Verpackungskonzept für Tiefkühlkost ermöglicht jedoch nicht nur Materialeinsparungen und eine höhere Ausbringung: Die BOPE-Folie von SABIC lässt sich auch über mechanisches und chemisches PE-Recycling vollständig wiederverwerten. Chemisch recycelte Kunststoffe sind für Lebensmittelverpackungen unbedenklich und können ohne Qualitätseinbußen mehrere Recyclingkreisläufe durchlaufen – damit ist die Verpackungsindustrie der Kreislaufwirtschaft einen Schritt näher.

Zusammenarbeit von Maschinenbauer und Materiallieferant

Das neue nachhaltige Verpackungskonzept von Syntegon und Sabic zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Akteuren entlang der gesamten Lieferkette ist. „Als Anbieter von Systemlösungen wissen wir, dass wir Nachhaltigkeit nicht im Alleingang erreichen können“, erklärt Hamelink. „Um die Maschinenleistung mit nachhaltigen Materialien zu testen, arbeiten wir deshalb bereits sehr früh im Entwicklungsprozess mit verschiedenen Partnern zusammen“, so Hamelink weiter. „Wir stellen sicher, dass an Nachhaltigkeit interessierte Lebensmittelhersteller keine Kompromisse bei Geschwindigkeit und Qualität eingehen müssen.“

Mit dem Ziel, nachhaltige Lösungen für alle zu entwickeln, hilft das VFFS-Testzentrum von Syntegon Anwendern dabei, das richtige Verpackungsmaterial und die passende Technologie für ihr Produkt zu finden. Das Portfolio von Syntegon Technology reicht von der Primär- und Sekundärverpackung über Transportverpackungen bis hin zu Dienstleistungen wie präventive Wartung und Ersatzteilmanagement.

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