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Länderreport Italien Nachfrage in Italien sinkt

Autor / Redakteur: Siegfried Breuer, Germany Trade and Invest / Wolfgang Ernhofer

Die Nachfrage der Chemieindustrie in Italien sinkt laut Prognosen von Germany Trade and Invest. Deutschland als wichtigstes Zulieferland für Branchenprodukte dürfte durch zurückgehenden Import ebenfalls von der schwächelnden Chemieindustrie der Südeuropäer betroffen sein.

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Der italienische Chemiemarkt hat durch die Wirtschaftskrise einen starken Einbruch erlitten. Die Nachfrage ist immer noch auf Talfahrt.
Der italienische Chemiemarkt hat durch die Wirtschaftskrise einen starken Einbruch erlitten. Die Nachfrage ist immer noch auf Talfahrt.
(Bild: wikimedia commons)

Mailand – Italien zählt mit einem Inlandsverbrauch von Chemieerzeugnissen im Wert von ca. 60 Mrd. Euro (zusätzlich ca. 30 Mrd. Euro Pharmazeutika) zu den wichtigsten Absatzmärkten in Europa. Die Nachfrage sank 2011 um 2,5%. Für 2012 rechnet der Industrieverband Federchimica damit, dass der Markt nochmals in einer ähnlichen Größenordnung schrumpfen wird. Auch der Importbedarf dürfte im laufenden Jahr zurückgehen. Deutschland ist das wichtigste Bezugsland Italiens für Branchenprodukte.

Marktentwicklung/-bedarf

Der italienische Chemiemarkt (ohne Pharmaprodukte) hat durch die Wirtschaftskrise einen starken Einbruch erlitten. Laut den Zahlen des Fachverbandes Federchimica sank die nationale Nachfrage 2009 um 16% gegenüber dem Vorjahr. Im Folgejahr erholte sich der Markt um 7%, schrumpfte 2011 aber wieder um 2,5%. Das Marktvolumen für chemische Erzeugnisse wurde für 2011 auf 60,6 Mrd. Euro geschätzt. Davon entfiel etwa die Hälfte auf Importe.

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Für 2012 erwartet Federchimica nochmals einen Rückgang von 2,4%. Aufgrund der sich verstärkenden Rezession in Italien erscheint diese Prognose jedoch zu optimistisch. Die Einbußen dürften zwischen 3 und 5% liegen. Für 2013 kann allenfalls eine geringfügige Erholung erwartet werden.

Die italienische chemische Industrie konzentriert sich immer stärker auf Auslandsmärkte und hat 2010 die Exportquote gemessen an der Produktion auf 43% steigern können. Der Inlandsmarkt wurde hingegen vermehrt durch Importe abgedeckt. Dieser Trend hat sich 2011 fortgesetzt und dürfte auch 2012 anhalten.

Pharmaindustrie

Der Bedarf an pharmazeutischen Erzeugnissen konnte sich bisher weitgehend unabhängig vom Konjunkturverlauf entwickeln und hat während der vergangenen drei Jahre jeweils um 2% bis 3% zugelegt. Der Pharmaumsatz erreichte 2010 ein Volumen von knapp 30 Mrd. Euro. Seit 2011 stagniert die Inlandsnachfrage jedoch und 2012 wird sie nach der Prognose des Fachverbandes Farmindustria deutlich einbrechen. Die Produktion im Land konnte 2011 noch auf dem Niveau des Vorjahres (ca. 25 Mrd. Euro) gehalten werden, da die Exportnachfrage stabil war. Sie dürfte 2012 aber ebenfalls leicht zurückgehen.

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