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Herbizid Monsanto muss Schadensersatz an Landwirt zahlen

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Ein französischer Landwirt erkrankt schwer, nachdem er mit dem Herbizid „Lasso“ arbeitet. Über ein Jahr kann er nicht in seinen Beruf zurückkehren und verklagt daraufhin den Hersteller Monsanto auf Schadensersatz. Vor dem Berufungsgericht in Lyon bekam er jetzt Recht. Womöglich ein wegweisendes Urteil?

Das Monsanto-Herbizid wurde 1969 erstmalig zugelassen, in der EU darf es mittlerweile aber nicht mehr eingesetzt werden.
Das Monsanto-Herbizid wurde 1969 erstmalig zugelassen, in der EU darf es mittlerweile aber nicht mehr eingesetzt werden.
(Bild: © countrypixel - Fotolia)

Lyon – Paul Francois arbeitete lange mit den Sprühchemikalien von Monsanto. Bis er eines Tages im Jahr 2004 einen „Lasso“-Tank überprüft. Wie The Huffington Post berichtet, erkrankt er bei dieser Arbeit schwer. Durch die Lösungsmitteldämpfe von Monochlorbenzol fällt er in Ohnmacht, später stellt man ein geschädigtes Zentralnervensystem fest. Bis heute kann Francois nur halbtags arbeiten.

Das Berufungsgericht in Lyon hat seiner Schadensersatzklage Recht gegeben. Die Entschädigungshöhe muss jetzt noch mithilfe medizinischer Tests festgelegt werden. Monsanto hat bereits angekündigt, gegen das Urteil vorzugehen. Gegenüber der taz sprach das Unternehmen von „Unwahrheiten und Irrtümer“, die der Kläger vor Gericht aussagte.

Herbizid-Gefahr bereits seit 1980 bekannt

Mögliche Gesundheitsrisiken durch das Herbizid stellte man bereits 1980 fest. In den Folgejahren wurde die Agrochemikalie laut The Huffington Post in Belgien, Großbritannien und Kanada verboten. Frankreich stoppte den Verkauf aber erst im Jahr 2007. Monsanto behauptet dagegen, dass die Chemikalie nicht gesundheitsgefährdend sei und die Krankheit des französischen Landwirts nicht auf das Herbizid zurückgeführt werden könne.

Der Anwalt des Klägers befürwortete, den Fall zu nutzen, um den Gebrauch anderer gefährlicher Herbizide und Pestizide zu stoppen. Zudem seien regionale Sammelklagen denkbar.

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