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Rohstoffpreise April 2018

Möglicher Handelskrieg beeinflusst Weltrohstoffpreise

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Die Androhung von hohen Zöllen und weiteren protektionistischen Maßnahmen seitens der US-Regierung verunsichert die internationalen Rohstoffmärkte.
Die Androhung von hohen Zöllen und weiteren protektionistischen Maßnahmen seitens der US-Regierung verunsichert die internationalen Rohstoffmärkte. (Bild: Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Die Weltrohstoffpreise gingen im März 2018 weitgehend seitwärts. In Inlandswährung gerechnet, betrug der Anstieg aufgrund des geringfügig stärkeren Dollar 0,5 %. Insbesondere börsennotierte Metalle gerieten aufgrund von Sorgen über einen durch die USA ausgelösten Handelskrieg in der zweiten Monatshälfte unter Druck. Höhere Lagerbestände an den Börsen und Rückgänge bei etlichen industriellen Einkaufsindikatoren taten ein Übriges. Die Experten der Industriebank IKB erklären die aktuellen Entwicklungen.

Düsseldorf – Zwar wurden mittlerweile die EU sowie die wichtigsten Partnerländer der USA in einem ersten Schritt von den Zöllen ausgenommen, die permanenten Drohungen gegen China – aber auch die deutsche Autoindustrie – verunsichern die Märkte. Anfang April hat sich die Situation weiter verschärft.

Dagegen erholte sich der Rohölpreis im Monatsverlauf von seinen Rückgängen im Februar. Die Nachfrage ist weiter ungebrochen, der Bedarf wird für 2018 im Jahresmittel auf gut 98,6 mbd (million barrel per day) geschätzt. Dem steht eine Produktion außerhalb der Opec von 59,5 mbd gegenüber. Der gesamte Bedarf für Förderungen der Opec ergibt somit 39,1 mbd. Auffällig ist der starke Rückgang der Förderung des Opec-Mitglieds Venezuela, das seit 2016 weitere 0,5 mbd weniger fördert und von seinen früheren Produktionsvolumina weit entfernt ist. Diese Verluste werden jedoch vom Irak und Iran kompensiert. Zudem hat sich die Förderung in Libyen erholt.

Trotz langsam sinkender Vorräte ist die Versorgung noch sehr gut. Von daher sehen Experten der IKB den Rohölpreis bis Ende des zweiten Quartals in einer Bewegung um 67 Dollar je Barrel Brent. Auch die Versorgung mit Erdgas ist auf dem europäischen Markt unverändert zufriedenstellend. Nachdem sich der Grenzübergangspreis nach Deutschland zuletzt stabilisierte, besteht hier noch etwas Anstiegspotenzial, welches jedoch in den Sommermonaten korrigiert werden dürfte.

Der erneute Zinsschritt der Fed und die robuste US-Konjunktur sollten dem Dollar Auftrieb geben. Allerdings können die protektionistische US-Handelspolitik und die Gegenreaktionen zu Verunsicherungen der Devisenmärkte führen. Starke Kursreaktionen und Druck auf den Dollar wären die Folgen.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachsehen.

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Alle Rohstoffpreise der letzten Jahre und Monate finden Sie auf unserer Rohstoff-Spezialseite: Weltrohstoffpreise im Wandel

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