Lebensmittelabfüllung Modular und Flexibel: Neue Abfüllmaschine für vorgeformte Becher

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Schnell auf neue Marktanforderungen reagieren: Das verspricht eine neue, modulare Becherabfüllmaschine für Joghurt, Saucen, Tiernahrung und andere flüssige und viskose Lebensmittel. Dafür sollen schnelle Formatwechsel sorgen, austauschbare Module und der Wechsel zwischen rein und hochreiner Abfüllung.

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Die neue LFS ist komplett modular aufgebaut.
Die neue LFS ist komplett modular aufgebaut.
(Bild: Syntegon)

Der Lebensmittelmarkt ist hart umkämpft und nur, wer flexibel auf die Marktanforderungen reagieren kann, kann auf Dauer im Wettbewerb mithalten. Mit diesen Anforderungen im Kopf haben die Syntegon-Tochtergesellschaften Ampack und Osgood Industries eine neue Becherabfüllmaschine für die Molkerei- und Nahrungsmittelindustrie entwickelt.

Auf der neuen Maschine kann der Lebensmittelproduzent eine große Zahl vorgeformter Becher verarbeiten.
Auf der neuen Maschine kann der Lebensmittelproduzent eine große Zahl vorgeformter Becher verarbeiten.
(Bild: Syntegon)

Die LFS ist in den Hygieneausführungen Clean und Ultra-clean erhältlich und kann flüssige, viskose und pumpfähige Produkte wie Joghurt, Sauerrahm, Margarine, Feinkostsalate, Dips, Saucen, Suppen oder Tiernahrung in vorgeformte Becher abfüllen und verpacken.

„Bei der Entwicklung der LFS haben wir besonders auf ein modulares Konzept geachtet, um unseren Kunden über Jahrzehnte hinweg die Flexibilität zur Anpassung auf sich ändernde Marktanforderungen zu geben“, erklärt Oguz Karcier, Produktmanager bei Syntegon.

Jede Maschinenfunktion kann nachgerüstet, erweitert oder ausgetauscht werden, um individuelle Anforderungen zu erfüllen. Die offene und bedienerfreundliche Bauweise soll optimale Zugänglichkeit und Sichtbarkeit für eine einfache Reinigung und Wartung garantieren und so eine hocheffiziente Produktion ermöglichen.

Einzelmodule für hohe Flexibilität

Die LFS besteht aus einzelnen Modulen, welche die wesentlichen Maschinenfunktionen wie Becherzuführung, Desinfektion, Befüllen, Versiegeln sowie Becherausschleusung und Abtransport umfassen. Für maximale Flexibilität lässt sich jedes Modul den individuellen Produktionsanforderungen entsprechend konfigurieren, erweitern oder nachrüsten. So kann die LFS beispielsweise mit bis zu drei servogesteuerten Dosiersystemen ausgestattet werden, um unterschiedliche Produktviskositäten abzufüllen.

(Bild: Syntegon)

Die Dosierstation verfügt über austauschbare Düsen sowie integrierte CIP- (Cleaning In Place) und SIP (Sterilization in Place) -Anlagen für Ultra-clean Anwendungen. Mit einer Ausbringung von bis zu 20.000 Bechern pro Stunde verarbeitet die LFS auf bis zu acht Bahnen alle gängigen Becherformate mit einem Durchmesser zwischen 60 und 160 Millimetern. In formatflexibler Ausführung ermöglichen alternierende Zellenbretter die Verarbeitung von zwei verschiedenen Verpackungsformaten nacheinander – ohne dass mechanische Anpassungen erforderlich sind.

Rein oder Hochrein abfüllen

Für optimale Hygienebedingungen während des Abfüllvorgangs kann die Desinfektionsstation den individuellen Produktanforderungen entsprechend konfiguriert werden. Für Ultra-clean Anwendungen, wie beispielsweise Produkte mit einer längeren Haltbarkeit, können Kunden zwischen zwei chemiefreien Desinfektionsverfahren wählen: UVC oder hochintensive Lichtblitze (Pulsed Light-Technologie).

Optional lassen sich mit UVC-Licht auch die Deckel desinfizieren, bevor sie auf die Becher gesetzt werden. Zusätzlich reinigen Hepa-Filter die Luft, während eine Partikelabsaugung die Becher vor dem Befüllen von losen Staubpartikeln und Verunreinigungen befreit. Nahrungsmittelhersteller haben die Möglichkeit, ihre Produktverpackungen entweder mit vorgestanzten Folien oder mit heißsiegelfähigen Folien von der Rolle zu versiegeln. Integrierte Sensoren prüfen die Dichtigkeit der Verpackung, um eventuelle Leckagen oder mangelhafte Versiegelungen zu erkennen und somit die Sicherheit des Produkts zu gewährleisten.

Effiziente Produktion heute und morgen

Dank der offenen Bauweise und der wartungsfreundlichen Konstruktion der LFS haben Maschinenbediener optimale Zugänglichkeit zu den Funktionsmodulen und können werkzeuglose Formatwechsel sicher und schnell durchführen. Eine neue Funktion zur einfachen Nachjustierung einzelner Stationen, eine punktgenaue Kettenschmierung sowie lebenslang geschmierte Lager reduzieren Verschleiß, Korrosion und Ausfallzeiten und sorgen für eine hocheffiziente, zuverlässige Produktion.

Darüber hinaus ist die LFS zukunftsorientiert konzipiert: Der integrierte HMI 4.0 Multi-Touchscreen sorgt für eine intuitive Benutzerführung mit einem übersichtlichen und strukturierten Menü, das einen effizienten Arbeitsablauf unterstützt und die Störungsbeseitigung vereinfacht. Für einen schnellen Produktwechsel lassen sich zusätzliche digitale Lösungen installieren. So erfolgen beispielsweise Rezepturumstellungen und Anpassungen der Maschinenparameter per Knopfdruck. In Sachen Nachhaltigkeit spart die LFS Energie und kann für die Verarbeitung nachhaltiger Materialien konfiguriert werden – einschließlich Papier und Mono-Materialien für eine bessere Recyclingfähigkeit.

„Unser Ziel war es, Molkerei- und Nahrungsmittelherstellern eine flexible Abfüll- und Verpackungslösung anzubieten, die ihren spezifischen Anforderungen entspricht“, sagt Eberhard Meinikheim, Vertriebsleiter bei Ampack. „Die LFS bietet zukunftssichere Flexibilität: Kunden können das System individuell an ihre Produkte anpassen und in bestehende Produktionslinien integrieren. Dabei können sie nachhaltige Verpackungsmaterialien verwenden, zusätzliche Abfüllstationen hinzufügen oder ihre bestehende Siegelstation austauschen.“ | Syntegon

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