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Durchflussmessung und Diagnose

Moderne Durchflussmessgeräte überwachen auch die prozessnahe Umgebung

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Neue Möglichkeiten

Gerade die Coriolis- und Ultraschall-Messgeräte der nächsten Generation, ist Niemann Gøbel überzeugt, werden eine größere Bandbreite von Diagnosefunktionalitäten bieten. Verbesserte Fourier-Algorithmen in Kombination mit leistungsstarken Signal-Prozessoren können beispielsweise für die Erkennung von Multiphasen-Zuständen in der Strömung eingesetzt werden. „Multiphasen-Erkennung via Coriolis ist bereits seit einigen Jahren technisch möglich, jedoch mit Schwankungen in der Erkennungsqualität verbunden“, erklärt Niemann Gøbel.

Die Marktentwicklung zeigt, dass vor allem durch neue Algorithmen die Erkennungsqualität signifikant erhöht und eine quantitative Auswertung von Messfehlern ermöglicht werden soll. „Auf diesem Wege lässt sich mit weniger Messgeräten, die jedoch eine höhere Genauigkeit und Zuverlässigkeit garantieren, die Effizienz in der Produktion und das Prozessmanagement verbessern“, so Niemann Gøbel.

Auch in der Optiflux-Geräteserie von Krohne wurden alle von der Namur geforderten Prozessdiagnosen bereits implementiert und weitere hinzugefügt, wie die Erkennung von Medienwechseln. „Die Erkennung von Lufteinschlüssen sowie von Korrosion, Abrasion und Materialbeständigkeit wird aus unserer Sicht ein zukünftiger Schwerpunkt bei der Prozessdiagnose sein“, so Pinkowski.

Wachstumsschub für die Diagnose

Prinzipiell schätzen die Anwender das Potenzial, dass intelligente Diagnoseverfahren bieten, jedoch noch zu wenig. „Die Prozessdiagnose, also z.B. die Erkennung von Luftblasen oder Feststoffen im Medium oder die Erkennung von Durchflussprofilstörungen, wird nur von wenigen Kunden aktiv eingesetzt, obwohl sie ein hohes Potenzial hat, Prozessstörungen frühzeitig erkennen zu können“, bedauert Pinkowski. Große Hoffnung setzen die Gerätehersteller darauf, dass mit der breiten Umsetzung der NE 107 das Thema Gerätediagnose einen Sprung nach vorne macht.

Denn noch steht man bei der Umsetzung über den gesamten Markt noch am Anfang, so auch der Eindruck von Endress+Hauser. Ein großes Problem stellt insbesondere die Umsetzung der verfügbaren Geräte- und Diagnoseparameter auf der Steuerungs- und Leitsystemebene dar. Erst langsam wandert die durch die NE 107 gewünschte Vereinheitlichung in der Signalisierung der Fehlerzustände in die Feldgeräte.

„Der Bedarf von Kundenseite nach durchgängigen Lösungen für die nutzbare Prozess- und Gerätediagnose ist ungebrochen hoch, da diese die Anlagenverfügbarkeit markant verbessern werden“, ist Dietrich überzeugt. Aus diesem Grund sind bei den Geräten des neuen Zweileiterkonzeptes für Durchfluss und Füllstand von Endress+Hauser die Anforderungen der NE107 konsequent umgesetzt worden.

Erste Auswirkungen spüren die Gerätehersteller schon. „Während zu Beginn die ersten Diagnosefunktionen ein ergänzendes Angebot an den Kunden waren, kommt heute der Anwender auf ABB zu und formuliert seinen Diagnosewunsch, wobei der Auslöser in der Regel eine konkrete Applikation ist“, ist die Erfahrung von Giebenhain-Wagner. Die NE107 hat also mit ihrer Standardisierung der Statussignale und den definierten Kategorien einen überzeugenden Beitrag zur Vereinfachung in der Diagnose geleistet. Die Hersteller haben ihre Hausaufgaben gemacht und diese Anforderungen umgesetzt, die Anwender sollten jetzt das Potenzial nutzen.

* Die Autorin ist freie Mitarbeiterin bei PROCESS.

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